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Bund schlägt Astrazeneca-Freigabe vor - Impfungen ab zwölf geplant

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
06.05.2021, 17:41  |  271   |   |   

BERLIN (dpa-AFX) - Impfwillige sollen sich nach dem Willen von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) künftig ohne Rücksicht auf die gültige Vorrangliste gegen Corona impfen lassen können - wenn sie sich für Astrazeneca entscheiden. Einen entsprechenden Vorstoß machte Spahn am Donnerstag bei Beratungen der Fachministerinnen und -minister von Bund und Ländern. Damit könnten mehr Menschen früher von einem vollständigen Impfschutz profitieren. Derzeit sind 7,1 Millionen oder 8,6 Prozent der Bundesbürger voll geimpft. Fast jeder Dritte hat mindestens eine Spritze bekommen: 30,6 Prozent. Im Sommer sollen auch alle 12- bis 15-Jährigen ein Impfangebot erhalten. Erwartet wird, dass der Impfstoff von Biontech /Pfizer im Juni ab 12 Jahren zugelassen wird.

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Bundesweit soll für die Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff künftig keine Priorisierung mehr gelten. Das sieht ein der Deutschen Presse-Agentur vorliegender Beschlussentwurf von Spahn für die Beratungen mit seinen Länderkollegen vor: "In den Arztpraxen können Impfungen mit diesem Impfstoff an Impfwillige (...) ausschließlich nach ärztlichem Ermessen erfolgen." Der Bund beruft sich dabei auf einen Passus der Impfverordnung. Demnach kann von der Reihenfolge etwa nach Alter, Vorerkrankungen und Berufsgruppen abgewichen werden, wenn dies für eine effiziente Organisation oder eine zeitnahe Verwendung vorhandener Impfstoffe notwendig ist. Spahn hatte den Vorstoß am Vortag im WDR angekündigt. Mehrere Bundesländer wie Berlin haben für den Impfstoff bereits die Priorisierung aufgehoben. In Berlin kann man sich Termine dafür bei Hausärzten geben lassen.

NUTZEN UND RISIKEN VON ASTRAZENECA:

Der britisch-schwedische Hersteller war immer wieder in den Schlagzeilen - obwohl Experten dessen Impfstoff Vaxzevria für gleichermaßen geeignet halten wie die Vakzine anderer Hersteller. Beim Einsatz in jüngeren Altersgruppen traten 4 bis 16 Tage nach der Impfung selten teils tödliche Blutgerinnsel im Gehirn auf. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) den Einsatz für Menschen ab 60 Jahren. In der Altersgruppe falle die Nutzen-Risiko-Abwägung "eindeutig zu Gunsten der Impfung" aus. Denn mit dem Alter steigt das Risiko für schwere und tödliche Verläufe. Auch für Jüngere ist die Impfung mit dem Präparat aber möglich - "nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch den Patienten", so die Impfkommission.


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