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Schwere Vorwürfe gegen Paketdienstleister UPS am Flughafen Köln/Bonn

Nachrichtenagentur: news aktuell
11.05.2021, 20:00  |  315   |   |   

Mainz (ots) - Mitarbeiter*innen berichten von chaotischen Zuständen,
Datenschutzverstößen und Arbeitszeitmanipulationen / "Report Mainz" am Dienstag,
11.5.2021, 21:45 Uhr im Ersten

Fotos und Videos, die dem ARD-Politikmagazin "Report Mainz" anonym zugespielt
wurden, zeigen chaotische Zustände am zentralen europäischen Luftumschlagplatz
des Paketdienstleisters UPS am Flughafen Köln/Bonn. Zu sehen sind auf den
Aufnahmen zum Beispiel herabfallende Pakete und versperrte Fluchtwege. Mehrfach
sei es deswegen schon zu Arbeitsunfällen gekommen, berichten Mitarbeiter
gegenüber "Report Mainz". Dass es solche Unfälle gegeben hat, belegt auch ein
Datensatz, der der Redaktion zugespielt wurde. Ebenfalls darauf enthalten sind
über 30.000 ärztliche Atteste aus den vergangenen fünf Jahren. Schon einfache
Vorarbeiter sollen Zugriff auf private Informationen haben, sogar auf Diagnosen.
Dies seien sensible Gesundheitsdaten, kritisiert der Datenschutzbeauftragte aus
Baden-Württemberg, Stefan Brink, im Interview mit dem ARD-Politikmagazin: "Wenn
wir es mit Fällen zu tun haben, wo sehr, sehr viele Daten zu lange gespeichert
werden oder wenn besonders sensible Daten, zum Beispiel Gesundheitsdaten, nicht
ordnungsgemäß verarbeitet werden, sind es immer Fälle, wo Bußgelder drohen und
das auch in erheblichem Umfang. Auch die Tatsache, dass ein Unternehmen kein
Daten-Löschkonzept hat oder dieses nicht umsetzt, wird mit einem Bußgeld von bis
zu 20 Millionen Euro bestraft."

Verdacht der Arbeitszeitmanipulation

Zudem soll es in der Vergangenheit zu massiven Arbeitszeitverstößen gekommen
sein. Das berichten Mitarbeiter anonym im Interview mit "Report Mainz". Der
Redaktion wurden mehrere hundert Stechkarten vom UPS-Standort am Flughafen
Köln/Bonn zugespielt, die zeigen, dass Pausenzeiten von Hand eingetragen wurden,
obwohl eine interne Arbeitsanweisung das als "grundsätzlich unzulässig"
untersagt. Mitarbeitende sprechen von einer "Systematik": Man arbeite acht oder
neun Stunden ohne Pause durch. Trotzdem würden auf den Karten die Pausen
eingetragen, das ginge schon seit Jahren so. Zudem liegen "Report Mainz" rund 80
Stechkarten vor, die überhaupt keine Pausen aufweisen, obwohl diese ins
Buchungssystem eingetragen wurden.

Der Druck sei von oben gekommen

Ein Insider erzählt: "Da gibt es Arbeitsbereiche, da kommt die Anweisung, dass
ab einer bestimmten Uhrzeit keiner mehr in die Pause geht. Das ist nicht höflich
formuliert. Und dann kommt es auch vor, dass sich Mitarbeiter in die Hose machen
und sich nicht trauen, dagegen vorzugehen." Mitarbeitende würden zudem unter
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