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Aktien-Tipp Simracing Endor AG sieht im Simracing-Markt noch viel Luft nach oben

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Gastautor: better value
14.05.2021, 06:00  |  3886   |   

Die Ausgangsbeschränkungen 2020/2021 haben das Geschäft der Endor AG, Hersteller von Motorsport-Simulationsgeräten, weiter angeheizt. Wie nachhaltig ist dieses Wachstum? Ein Interview mit T. Jackermeier, Gründer und CEO.

Ausgangsbeschränkungen – so belastend diese 2020 waren – haben das Geschäft der Endor AG, einem Hersteller von Motorsport-Simulationsgeräten, weiter angeheizt. Wie nachhaltig ist dieses Wachstum? Ein Interview mit Thomas Jackermeier, Gründer und CEO.

better value: Herr Jackermeier, Sie haben nach vorläufigen Zahlen den Konzernumsatz im vergangenen Geschäftsjahr mit 90 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Ist das Wachstum allein auf einen „Corona-Effekt“ zurückzuführen oder wirklich nachhaltig?

Thomas Jackermeier: Die Ausgangsbeschränkungen, so belastend diese auch waren, haben in der Tat die Spielfreude der Konsumenten und auch deren Bereitschaft, in Lenkräder und anderes Equipment zu investieren, unterstützt. Unser Wachstum ist aber definitiv nicht allein darauf zurückzuführen. Den größten Popularitätsschub erfuhr Simracing durch die virtuellen Wettbewerbe der großen Rennserien F1, NASCAR, WRC etc. mit echten Rennfahrern als Ersatz für die echten Rennen. Dadurch haben wir über TV ein Millionenpublikum erreicht und dies hat die ohnehin stark ansteigende Popularität von Simracing noch weiter befeuert.

bv: Können Sie dies konkretisieren? Welche Prognose geben Sie für das Geschäftsjahr 2021 und was sind Ihre wichtigsten Wachstumstreiber?

Thomas Jackermeier: Wir erwarten im Geschäftsjahr 2021 erstmalig einen Konzernumsatz in dreistelliger Millionenhöhe bei zeitgleich steigenden Gewinnen. Unsere Marke Fanatec ist jetzt weltweit als Marktführer bekannt und wir profitieren daher am stärksten von dem Boom. Zudem führen wir gerade eine neue Generation von Produkten ein, mit der wir der Konkurrenz momentan sowohl in Funktion als auch Preis haushoch überlegen sind. Damit werden wir hoffentlich unseren Marktanteil im mittleren Preisbereich deutlich steigern können und mehr Kunden an unser Eco-System binden.Wachstumsmarkt Simracing

bv: Ist Ihre Organisation denn schon für das starke Wachstum und auch Ihre Prognose ausgerichtet?

Thomas Jackermeier: Ja und zusätzlich planen wir im Geschäftsjahr 2021 umfangreiche Investitionen, um unsere Unternehmensstruktur parallel zur anhaltend starken Nachfrage weiterzuentwickeln. Im laufenden Jahr wird die gesamte IT-Infrastruktur erneuert, weiter Personal akquiriert, und wir werden Investitionen in R&D tätigen. Zudem werden wir im Jahr 2021 die größten Marketing-Investitionen in der Geschichte von Endor tätigen. Dabei wird die Marke Fanatec mehrjähriger Titelsponsor der renommierten Fanatec GT World Challenge. In dieser Rennserie werden realer und virtueller Sport in einer Disziplin das erste Mal vereint und die Profirennfahrer müssen sich sowohl auf der Rennstrecke als auch im Simulator behaupten. Wir erhalten dadurch, die Möglichkeit, die Marke Fanatec im Motorsport weltweit noch bekannter zu machen und dies wird sich laut unseren Prognosen langfristig in steigenden Umsätzen widerspiegeln.

bv: Im Bereich der High-End-Pedale und Schalthebel haben Sie ein Beinahe-Monopol aufgebaut. Wie sieht es mit preisgünstigeren Produkten aus?

Thomas Jackermeier: Wir planen für die Zukunft in der Tat die Platzierung neuer Produkte im unteren Preisbereich des Fanatec-Portfolios. Dies soll ebenfalls dazu beitragen, dass wir unseren Marktanteil weltweit weiter ausbauen. Gemäß unserer „Top-Down-Markenstrategie“ nehmen wir bei dieser Verbreiterung auch bewusst leicht sinkende Rohertragsmargen in Kauf. Aufgrund des insgesamt starken Wachstums werden die Gewinne in absoluten Zahlen aber weiter steigen. Da wir unsere Produkte weltweit fast ausschließlich über den eigenen E-Commerce vertreiben, ist unsere Marge immer noch ganz ausgezeichnet. Das gerade vorgestellte CSL DD stößt auf überragend positive Resonanz und die Community überschlägt sich förmlich mit Vorfreude. Das wird im wahrsten Sinne ein Game Changer und wird den Simracing Markt verändern.

bv: Sie selbst und Ihre Familie sind größter Einzelaktionär der Endor AG. Zuletzt haben Sie Ihre Beteiligung an der Endor AG weiter erhöht um ca. 3 Prozentpunkte und kommen so auf ca. 50 Prozent. Warum die Entscheidung, weiter zuzukaufen?

Thomas Jackermeier: Ich habe die Endor AG vor etwa 20 Jahre gegründet und bin selbst ein begeisterter Simracer und daher auch mit 100 Prozent Leidenschaft bei der Sache. Ein Großteil der Belegschaft haben ebenfalls ihre Leidenschaft zu ihrem Beruf gemacht und sind aus der ganzen Welt zu uns gekommen. Mit so einem Team wird es mir gelingen, die ohnehin schon extrem starke Marktposition noch weiter auszubauen. Angetrieben von Big Playern wie der Formel 1 und großen Automobilherstellern wie BMW oder Porsche wird Simracing noch stärker wachsen, als die Boom-Branchen E-Sports und Gaming ohnehin schon wachsen. Ich kenne unsere Pläne und Forecasts und deswegen habe ich ein klares Bild, wo wir in ein paar Jahren stehen werden. Deswegen habe ich privat einen Kredit über fast 8 Mio. Euro aufgenommen und die Gunst der Stunde genutzt, jetzt noch Aktien zu kaufen.

bv: Welche weiteren Pläne verfolgen Sie am Kapitalmarkt?

Thomas Jackermeier: Wir planen zum einen die Veröffentlichung von Research, wozu wir bereits mit entsprechenden Brokern Gespräche aufgenommen haben. Zudem möchten wir die Liquidität durch eine zusätzliche XETRA-Notierung erhöhen. Auch unsere Kapitalmarktkommunikation wollen wir weiter professionalisieren. Hierzu werden ab dem Jahr 2021 alle Berichte und Pressemitteilungen auch in Englisch veröffentlicht. Mittel- bis langfristig planen wir zudem ein Uplisting in den regulierten Markt. Wir treffen hier bereits die notwendigen Vorkehrungen wie die Erstellung der Berichte nach IFRS. Dies wird jedoch noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.

bv: Man hört zuletzt immer wieder von Lieferengpässen in der Halbleiterindustrie. Ist die Endor AG davon ebenfalls betroffen?

Thomas Jackermeier: Auch die Endor AG ist hiervon betroffen, wenn auch in sehr viel geringerem Ausmaß als beispielsweise die Automobilindustrie. Zudem haben wir bereits vorgesorgt und rechnen daher im laufenden Jahr nicht mit einem Engpass. Wir beobachtet den Markt kontinuierlich sehr genau und planen sehr weit im Voraus, um frühzeitig auf sich verändernde Marktbedingungen reagieren zu können.

bv: Wie hoch sind die Markteintrittsbarrieren bzw. wie kann sich die Endor AG abgrenzen verglichen zu Wettbewerbern?

Thomas Jackermeier: Eine unserer großen Stärken ist, dass wir mit unseren drei Produktlinien (CSL, Clubsport, Podium) das gesamte Eco-System anbieten und die Produkte untereinander vollständig kompatibel sind. Unsere hohe Wiederkaufsrate ist ein deutliches Zeichen für unsere sehr gute Qualität. 60 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir mittlerweile mit Bestandskunden. Auch unser Know-how ist sehr speziell und nicht einfach übertragbar. Wir haben bereits die besten der Branche um uns versammelt. Auch unsere Sponsoringverträge sind über mehrere Jahre abgeschlossen, welche uns einen entsprechend erfolgreichen Marketingauftritt und Bekanntheitssteigerung sichern. Ein wichtiger USP ist zudem unser eigener E-Commerce-Shop, über den wir unsere Produkte vertreiben und keine zusätzliche Marge an den Handel abgegeben müssen.

bv: Wie sind Sie kapitalseitig aufgestellt? Wäre denn auch eine Kapitalerhöhung in naher Zukunft denkbar?

Thomas Jackermeier: Wir sind aus Liquiditätsgesichtspunkten bereits in einer sehr komfortablen Situation und verfügen über circa eine Million Euro an freien liquiden Mitteln. Zusätzlich haben wir eine ungenutzte Kreditlinie von 22 Millionen Euro und haben außerdem eine weitere Kreditlinie von 7 Millionen Euro in Aussicht. Aus diesem Grund sehen wir aktuell auch keine Notwendigkeit für eine Kapitalerhöhung.

bv: Wollen Sie Ihren Fokus zukünftig auch auf andere Marktsegmente legen oder schließen Sie das aus?

Thomas Jackermeier: Wir haben bewusst den Markennamen Fanatec von der Endor AG getrennt, sprich wir sind generell offen, unser bislang erworbenes Know-how auch in anderen Segmenten einfließen zu lassen, beispielsweise finde ich den Bereich interaktives Hometraining sehr spannend und naheliegend, auch wenn wir jetzt hierzu keine konkreten Pläne haben.

Vielen Dank Herr Jackermeier für das Gespräch.

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