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Nullzins-Umfeld bremst Eigenkapitalbildung / LBS-Chef Jörg Münning "Staatliche Förderung muss der neue Zins sein" (FOTO)

Nachrichtenagentur: news aktuell
14.05.2021, 14:30  |  152   |   |   

Münster (ots) - Nie war es so günstig, sein Eigenheim am Kapitalmarkt zu
finanzieren. Die historisch niedrigen Zinsen lassen bei immer mehr Menschen
Träume von den eigenen vier Wänden reifen. "Studien zeigen jedoch, dass 68 % der
Immobilieninteressenten am fehlenden Eigenkapital scheitern", sagt Jörg Münning,
Chef der LBS West. Nach dem Wegfall der Zinsen sei eine funktionierende
Wohneigentums-Förderung deshalb wichtiger denn je. "Die staatliche Förderung
muss der neue Zins sein", so Münning.

Im vergangenen Jahr flossen gut 298 Mio. Euro an vermögenswirksamen Leistungen,
Wohn-Riester-Förderung, Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie auf die
Kundenkonten bei der LBS West. Die Bausparer sparten damit für ihr Wohneigentum
vor oder tilgten bereits bestehende Immobilienkredite. Der Löwenanteil entfiel
dabei mit über 220 Mio. Euro auf die vermögenswirksamen Leistungen, die die
Unternehmen und Betriebe ihren Mitarbeitenden zweckgebunden für deren
Zukunftsvorsorge auszahlten. Die staatlichen Leistungen splitteten sich 2020 mit
58 Mio. Euro für die Wohn-Riester-Förderung, 7 Mio. Euro für die
Arbeitnehmersparzulage und 13 Mio. Euro für die Wohnungsbauprämie auf.

Bausparer bilden schneller Eigenkapital

"Alle staatlichen Wohneigentums-Förderungen sind im Unterschied zu den
vermögenswirksamen Leistungen an viele Eigenleistungen unserer Bausparerinnen
und Bausparer gekoppelt", erklärt Münning. So zahlt der Staat bei der
Wohnungsbauprämie 10 % Prämie auf die eigene Sparleistung von maximal 700 Euro
im Jahr für Alleinstehende und 1.400 Euro für Verheiratete / Verpartnerte dazu.
Beim Wohn-Riester müssen 4 % des Vorjahres-Bruttoeinkommens - maximal 2.100 Euro
abzüglich der gewährten Grund- und Kinder-Zulagen - von den Bausparern selbst
eingebracht werden. "Unsere Kundinnen und Kunden bilden dabei im Vergleich mit
Nicht-Bausparern nicht nur schneller Eigenkapital - sie sparen mehr und
regelmäßiger", sagt Münning.

Wohnungsbauprämie erreicht wieder mehr Bürger

Insbesondere die zu Jahresbeginn deutlich verbesserte Wohnungsbauprämie zielt
darauf ab, das Bilden von Eigenkapital wieder stärker zu unterstützen. "Es war
richtig und wichtig von der Politik, den Sparerinnen und Sparern etwas von den
Zinsgewinnen des Staates aus der Nullzinsphase zurückzugeben", so Münning. Seit
diesem Jahr können dank der stark angehobenen Einkommensgrenzen wieder rund 65 %
aller Bürger die Prämie bekommen. Zuvor waren es nur 37 %.

Wohn-Riester spart bis zu 50.000 Euro Finanzierungskosten

Auch die staatliche Wohn-Riester-Förderung hat das Potenzial, Menschen den Weg
in eine bessere Zukunftsvorsorge mit einer eigenen Immobilie zu ebnen. "Wer im
Alter in seinem eigenen Zuhause wohnt, muss keine Miete zahlen und verringert
damit erheblich die Gefahr von Altersarmut", so Jörg Münning. Wohneigentümer
haben dadurch im Schnitt rund 600 Euro mehr zur Verfügung. Eine vierköpfige
Familie kann mit der riester-geförderten Eigenheimrente laut LBS West bis zu
50.000 Euro Finanzierungskosten sparen. Riester-Bausparverträge kosten dabei nur
einen Bruchteil im Vergleich mit Riester-geförderten Renten-Verträgen, wie die
LBS West anhand des Alterssicherungsberichts der Bundesregierung bereits 2019
gezeigt hatte.

Mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen

"Vor allem für Haushalte mit niedrigeren und mittleren Einkommen sowie Familien
mit Kindern wird es immer schwieriger, ein bezahlbares Heim zu finden", betont
Jörg Münning. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum gehöre deshalb zu den
wichtigsten sozialen Themen unserer Zeit. Im Nullzinsumfeld gelingt es jungen
Menschen aber immer seltener, den davon galoppierenden Kosten aus steigenden
Immonbilienpreisen und ausufernden Erwerbsnebenkosten hinterher zu sparen, so
der LBS-Chef. "Eine Senkung der Transaktionskosten, bei der Grundsteuer etwa
durch Herabsetzung der Steuersätze oder die Einrichtung von Freibeträgen für
Ersterwerber, wäre daher neben der staatlichen Förderung das zweite Standbein
für eine nachhaltige Eigentumspolitik", fordert Jörg Münning.

Pressekontakt:

Thorsten Berg
Tel. 0251 / 412-5360
mailto:thorsten.berg@lbswest.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/56890/4915159
OTS: LBS West



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