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Lipkows Glaskugel Gedanken zum Finanzmarktgeschehen

Gastautor: Andreas Lipkow
14.05.2021, 16:56  |  279   |   |   

Wie könnten sich in dieser Gemengelage die Finanzmärkte in den kommenden Handelswochen entwickeln?

Die seit März 2020 grassierende Corona-Virus-Pandemie führte zu einem dramatischen Rückgang der Investitionsneigungen der Unternehmen in der Eurozone und in den USA. Dem ist nun die US-Regierung mit dem geplanten Investitionsprogramme entgegengetreten. Das Programm ist noch nicht in Kraft getreten und dennoch investieren die US-Unternehmen bereits massiv in Infrastrukturen und Digitalisierung wie 5 G. In der Eurozone ist die Erholung dagegen bisher schwächer ausgefallen. In Deutschland fließen staatliche Mittel vorrangig in Infrastrukturprogramme. Insbesondere die öffentlichen Bauinvestitionen wurden davon stimuliert. Es bleibt abzuwarten, wie sich die zukünftigen Investitionen insbesondere von den Unternehmen darstellen werden. Der weitere Aus- und Aufbau eine schnellen Internets steht dabei durch die Anwendung und Nutzung der 5 G Technologie im Fokus. Die staatliche Stimulierung von Innovationen werden weiterhin essenziell sein.

Auch die fortgesetzte Transformation der deutschen Wirtschaft zu klimafreundlichen Produktions- und Prozessabläufen wird ein wichtiger Einflussfaktor für die europäischen Finanzmärkte bleiben. Dieser Prozess geht nicht ohne eine Steigerung der privaten und staatlichen Investitionen. Das bedeutet direkt, dass das Thema ESG auch in den kommenden Jahren wichtig bleiben wird.

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Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Quartal 2021 mit 1,7 % stärker gesunken als erwartet worden war. Viele Sonderfaktoren haben das Wirtschaftswachstum gehemmt. Bemerkenswert ist zugleich die enormen Exporttätigkeiten der deutschen Industrie speziell im Automotivesektor und dem Maschinenbau. Im zweiten Quartal 2021 dürfte die deutsche Exportindustrie weiter zum Wachstum beitragen. Die Auftragseingänge insbesondere in der Industrie haben sich zuletzt gut entwickelt. Der Einkaufsmanagerindex war bereits im März stark gestiegen und hat im April nur nur wenig konsolidiert. Diese insgesamte Wirtschaftsbelebung geht einher mit einer potentiellen Beruhigung des Corona-Virus-Infektionsgeschehens. Damit könnte sich das dritte Quartal sehr dynamisch entwickeln und eine hohe Ähnlichkeit zu dem Verlauf des vorherigen Jahrs 2020 nach der ersten Corona-Virus-Pandemie-Welle aufzeigen.

Als weiterer wichtiger Faktor muss die deutsche Inflationsrate beobachtet werden. Die zu erwartenden Öffnungen in den nächsten Monaten können bereits zu deutlich höheren Preisen führen. Die deutschen Unternehmen hatten erhebliche Umsatzausfälle in den vergangenen Quartalen hinnehmen müssen. Diese könnten in einzelnen Branchen versuchen, durch Preisanhebungen einen Teil dieser Umsatzrückgänge wieder zu kompensieren. Die besseren Konjunkturaussichten dürften zusätzlich die Lohnforderungen wieder höher ausfallen lassen. Weitere Preisimpulse werden von dem Außenhandel und den Ausrüstungsinvestitionen ausgehen. Die Bautätigkeit gesellt sich als potentieller Preistreiber durch die weiterhin hohen Auftragsbestände und einer regen Immobiliennachfrage vor allem im privaten Wohnungsbau dazu.

Angesichts der enormen Engpässe in der Industrie und des zu erwartenden Preisanstiegs, rücken die Notenbanken wieder stärker in den Fokus der Finanzmarktakteure. Vor dem Hintergrund der aktuellen konjunkturellen Entwicklungen und der anhaltenden fiskal- und geldpolitischen staatlichen Impulse dürften sich die kurzfristigen Abwärtsrisiken an den deutschen Aktienmärkten vorerst noch im kleinen Rahmen halten. Die daraus resultierende potentielle Unsicherheit wird wahrscheinlich erst ab September 2021 stärker auf die internationalen Finanzmärkte einwirken. Die Position der US-Fed zu der extrem expansiven US-Geldpolitik wird noch wichtiger werden. Viele FOMC-Mitglieder, stellen sich derzeit weiterhin vor dem massiven Anleihekaufprogramm. Interessant wird es werden, wenn sich ein Paradigmenwechsel evtl. durch die positiven Konjunkturentwicklungen und einer möglichen Steigerung der Inflationsrate abzeichnet. Darauf werde ich in den kommenden Beiträgen weiterhin eingehen.

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Lipkows Glaskugel Gedanken zum Finanzmarktgeschehen Die letzten Handelswochen waren sehr volatil und von vielen Themen bestimmt. Renditeangst wechselte sich mit Inflationssorgen ab und Konjunkturhoffnungen wurden von Corona-Virus-Ängsten vertrieben.

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