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Großbritannien wird wieder als Corona-Risikogebiet eingestuft

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
14.05.2021, 20:07  |  345   |   |   

(neu: 2. Absatz und 3. Absatz: Details, Johnson)

BERLIN (dpa-AFX) - Die Bundesregierung stuft Großbritannien trotz niedriger Infektionszahlen ab Sonntag wieder als Corona-Risikogebiet ein. Grund ist das "zumindest eingeschränkte Vorkommen" der zuerst in Indien festgestellten Virusvariante, wie das Robert Koch-Institut am Freitag im Internet bekanntgab. Die Variante B.1.617.2 hat in Indien zu dramatischen Infektionszahlen beigetragen. Die Nachbarländer Sri Lanka und Nepal werden von der Bundesregierung wegen der Ausbreitung am Sonntag ebenfalls hochgestuft: Sri Lanka zum Risikogebiet und Nepal zum Virusvariantengebiet, der höchsten Risikostufe, für die weitgehende Reisebeschränkungen gelten.

Großbritannien war bisher eines der wenigen europäischen Länder, das wegen stabil niedriger Infektionszahlen ganz von der Liste der Risikogebiete gestrichen wurde. Die Sieben-Tage-Inzidenz je 100 000 Einwohner betrug zuletzt 23. Als Risikogebiet werden normalerweise nur Länder eingestuft, die über 50 liegen. Das RKI verweist aber darauf, dass die indische Variante von der Weltgesundheitsorganisation WHO mittlerweile als besorgniserregend eingestuft wird. "Bei der Einstufung von Risikogebieten werden regelmäßig, neben den Inzidenzwerten, auch qualitative Kriterien berücksichtigt", schreibt das Institut.

BRITISCHE EXPERTEN GEHEN VON LEICHTERER ÜBERTRAGBARKEIT AUS

Nach Ansicht britischer Experten ist B.1.617.2 noch leichter übertragbar als die bisher in dem Land vorherrschende sogenannte britische Variante B.1.1.7. Das sagte der Premierminister Boris Johnson am Freitag in London. Noch sei nicht klar, um wie viel schneller sich die Variante verbreite, so der konservative Politiker weiter. Im schlimmsten Fall stünden dem Land schwere Entscheidungen bevor. Das Expertengremium SAGE, das die Regierung berät, geht davon aus, dass sich B.1.617.2 um bis zu 50 Prozent schneller ausbreiten könnte als B.1.1.7. Nach Zahlen der Gesundheitsbehörde Public Health England hat sich die Zahl der nachgewiesenen Fälle der mit der Variante Infizierten innerhalb einer Woche auf gut 1300 verdoppelt.

Großbritannien hat bereits erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen vorgenommen. Von Montag an sind weitere Öffnungsschritte geplant. Johnson sieht diesen Fahrplan bislang nicht in Gefahr, er warnte aber, die für Ende Juni geplante Aufhebung aller Corona-Maßnahmen könnte durch die indische Variante erschwert werden. Vorsorglich soll nun der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung für die Gruppe der über 50-Jährigen von zwölf auf acht Wochen verkürzt werden. "Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Impfstoffe weniger wirksam sind", so Johnson.


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