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Hohe Nachfrage lässt Erzeugerpreise pflanzlicher Produkte im März 2021 kräftig steigen / Preise für tierische Erzeugnisse weiterhin rückläufig

Nachrichtenagentur: news aktuell
17.05.2021, 10:15  |  139   |   |   

WIESBADEN (ots) - Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte, März 2021

+0,2 % zum Vorjahresmonat

+4,6 % zum Vormonat

Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte waren im März 2021 um 0,2 %
höher als im März 2020. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter
mitteilt, wurde der Preisrückgang bei den tierischen Erzeugnissen durch die
Preissteigerung bei den pflanzlichen Erzeugnissen ausgeglichen. Gegenüber dem
Vormonat Februar 2021 stiegen die Preise insgesamt um 4,6 %.

Preise für pflanzliche Erzeugnisse um 13,9 % gestiegen, für Getreide und
Pflanzen sogar um mehr als 20 %

Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse erhöhten sich im März 2021 gegenüber dem
Vorjahresmonat um 13,9 %. Der Anstieg ist vor allem auf die um 25,2 % höheren
Preise beim Getreide zurückzuführen. Im Februar 2021 lag die Veränderung dort
bereits bei +20,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Ein Auslöser für den Anstieg
könnte die hohe Nachfrage durch Exportländer sein, da in diesen die Vorräte
knapp sind.

Bei den Erzeugnissen des Gemüse- und Gartenbaus betrug die Preissteigerung im
März 2021 gegenüber März des Vorjahres 17,3 %. Ausschlaggebend hierfür waren
unter anderem die gestiegenen Preise für Pflanzen und Blumen (+22,2 %). Diese
Entwicklung ist auf ein knappes Angebot und eine vermutlich durch Corona
bedingte hohe Nachfrage zurückzuführen. Beim Gemüse (+13,9 %) stiegen
insbesondere die Preise für Spargel (+30,9 %), dessen Saison in einzelnen
Regionen begonnen hat. Beim Salat führte das witterungsbedingt verknappte
Angebot ebenfalls zu steigenden Preisen (+30,9 %).

Handelsgewächse, wie Raps und Zuckerrüben verteuerten sich um 31,4 %. Dies ist
auf die um 40,9 % höheren Preise beim Raps zurückzuführen. Einen ähnlich starken
Anstieg hatte es zuletzt vor zehn Jahren gegeben. Hauptgrund hierfür dürften vor
allem die nahezu leergeräumten Rapslager bei Landwirten, Händlern und Ölmühlen
sein.

Beim Obst kam es erneut zu starken Preissteigerungen: Die Preise lagen im März
2021 um 28,9 % höher als noch vor einem Jahr, im Februar 2021 waren es +30,8 %
verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.

Für Speisekartoffeln hingegen sinken die Preise gegenüber dem Vorjahresmonat
bereits seit September 2019. Im März 2021 waren sie um 53,4 % und im Februar
2021 um 51,7 % niedriger als im Vorjahresmonat. Hierfür dürfte vor allem die
fehlende Nachfrage aus der Gastronomie und aus Großküchen verantwortlich sein.
Daneben könnte auch das umfangreiche Angebot aufgrund der höheren Erntemenge
gegenüber dem Vorjahr eine Rolle spielen.

Preise für tierische Erzeugnisse um 7,7 % gesunken, Schweinepreise weiter auf
niedrigem Niveau

Die Preise für tierische Erzeugnisse gingen im März 2021 im Vergleich zum
Vorjahresmonat um 7,7 % zurück. Damit setzt sich der Trend der vergangenen
Monate zwar fort, jedoch nicht mehr so stark wie zuletzt (-12,4 % im Februar
2021). Zurückzuführen ist dieser Trend vor allem auf die rückläufigen Preise für
Schlachtschweine. Im März 2021 lagen deren Preise noch um 24,9 % unter dem Stand
des Vorjahres (Februar 2021 gegenüber Februar 2020: -36,0 %).

Hier fehlen hauptsächlich Absatzmöglichkeiten infolge von abgesagten
Großereignissen wie Konzerten, Messen und Volksfesten sowie an die Gastronomie.
Zudem stockt aufgrund der Afrikanischen Schweinepest weiterhin der deutsche
Export in Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten). Gedämpft wird
der Rückgang jedoch dadurch, dass die Schlachtkapazitäten inzwischen mehr
genutzt werden und, wie im Frühjahr üblich, die Grillsaison anläuft.

Bei den Preisen für Schafe und Ziegen wurden - wie in den vergangenen Monaten -
steigende Preise beobachtet (März 2021 gegenüber März 2020: +18,6 %, Februar
2021 gegenüber Februar 2020: +26,7 %). Die Preissteigerung ist auf ein weiterhin
knappes Angebot und eine rege Nachfrage zurückzuführen.

Methodische Hinweise:

Der Index der Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte misst die Entwicklung
der Verkaufspreise der Landwirtschaft in Deutschland und zeigt damit die
Preisentwicklungen auf der ersten Wirtschaftsstufe.

Die vollständigen Jahres-, Wirtschaftsjahres- und Monatsergebnisse der
Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte können in der Datenbank
GENESIS-Online über die Tabellen 61211-0001 bis 61211-0003 abgerufen werden.

Die vollständige Pressemitteilung sowie weitere Informationen und Funktionen
sind im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter
https://www.destatis.de/pressemitteilungen zu finden.

Weitere Auskünfte:

Agrarpreise,

Telefon: +49 (0) 611 / 75 20 78

www.destatis.de/kontakt

Pressekontakt:

Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt

Pressestelle

Telefon: +49 611-75 34 44
www.destatis.de/kontakt

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/32102/4916272
OTS: Statistisches Bundesamt



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