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Vorstellung der Sparda-Studie "Wohnen in Deutschland 2021"

Nachrichtenagentur: news aktuell
24.05.2021, 11:15  |  192   |   |   

Frankfurt (ots) -

- Trotz Corona-Pandemie, Wirtschaftslage und Preissteigerungen lohnt es sich, in
Wohneigentum zu investieren - Einbruch oder Preisblase nicht in Sicht
- Immobilienpreise im Umland steigen stärker als in den Metropolen selbst
- Folge der Pandemie: Wohnqualität wichtiger als Nähe zum Arbeitsplatz
- Bau- und Nebenkosten hindern Normalverdiener am Immobilienerwerb
- Die Ergebnisse der Studie sind unter www.sparda-wohnen2021.de
(https://sparda-wohnen2021.de/) zum Download verfügbar oder in einem
interaktiven Online-Tool abrufbar (auch nach Städten und Regionen zu gliedern)

Die Gruppe der Sparda-Banken hat die diesjährige Ausgabe der Studie "Wohnen in
Deutschland" veröffentlicht. Schwerpunkte der umfassenden Untersuchung des
Wohnimmobilienmarktes, die erneut in Kooperation mit dem Institut der deutschen
Wirtschaft (IW), seiner Beratungstochter (IW Consult) sowie dem Institut für
Demoskopie Allensbach (IfD) erstellt wurde, sind unter anderem die
Preisentwicklungen in Deutschland, die Erschwinglichkeit von Immobilien in den
einzelnen Regionen sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den
Wohnimmobilienmarkt.

"Die zentrale Erkenntnis der Studie ist: Investitionen in Wohneigentum auf dem
Land und in den Städten zahlen sich weiterhin wirtschaftlich aus. Trotz Krise
ist ein Einbruch des Immobilienmarktes nicht zu erwarten. Allerdings lässt sich
auch ein eindringlicher Appell an die Politik ableiten: Wir brauchen mehr
bezahlbaren Wohnraum. Investitionshemmnisse müssen beseitigt werden, damit sich
auch Normalverdiener noch Wohneigentum leisten können. Auch die Debatten über
das Verbot von Einfamilienhäusern und Mietendeckeln müssen beendet werden.
Deutschland braucht eine Politik für mehr Wohneigentum, nicht noch mehr
staatsdirigistische Maßnahmen aus der ideologischen Mottenkiste. Hierzu sollte
in der nächsten Legislaturperiode das Baurecht ernsthaft entbürokratisiert und
Investoren das Vertrauen wiedergegeben werden, dass marktwirtschaftliche
Mechanismen auch in Zukunft funktionieren.", so der Vorstandsvorsitzende des
Verbandes der Sparda-Banken, Florian RENTSCH.

Preisanstieg bei Wohnimmobilien hält an

Die Kombination aus niedrigen Zinsen, einer ungebrochen hohen Nachfrage und dem
vor allem in Ballungsräumen geringen Angebot führt zu Preissteigerungen. Dennoch
sind die Immobilienpreise in Deutschland im europäischen Vergleich noch immer
eher moderat: Der Quadratmeterpreis beträgt im Durchschnitt knapp 2.700 Euro.
Selbst in Metropolen wie Köln oder Berlin liegt der durchschnittliche Preis pro
Quadratmeter noch unter 4.000 Euro. Einzelne Premiumlagen in München, Hamburg
oder Frankfurt haben in den vergangenen Jahren zwar starke Wertzuwächse
erfahren, liegen aber noch immer unter internationalen Vergleichsmärkten wie
Zürich, Paris oder London. Die durchschnittliche Investitionssumme für den Kauf
einer Immobilie in Deutschland ist von 264.000 Euro im Jahr 2019 auf rund
354.000 Euro im vergangenen Jahr angestiegen.

Attraktivität des Umlands von Metropolen steigt - dementsprechend auch Nachfrage
und Preise

Metropolen sind immer noch begehrte Wohnlagen, insbesondere für jüngere Menschen
aus ganz Deutschland: Alle Metropolen verzeichnen starke Wanderungsgewinne bei
Jüngeren bis 30. Auf Frankfurt folgen beim Wanderungssaldo München (79,7) und
Düsseldorf (61,5). Familien hingegen ziehen vermehrt ins direkte Umland und
pendeln zu ihren Arbeitsplätzen.

Diese Entwicklung hatte in den letzten drei Jahren unmittelbare Folgen für die
Immobilienpreise im Umland der Metropolen: Die Preise erhöhten sich mit Ausnahme
von Düsseldorf durchschnittlich stärker als in den Metropolen selbst. Im Umland
von Frankfurt am Main sind die Preise seit 2017 um 26,2 Prozent gestiegen. Die
größten Unterschiede gibt es in München (Preissteigerung von 16,8 Prozent im
Umland versus 4,3 Prozent in der Metropole) und Stuttgart (25,4 Prozent versus
11,4 Prozent).

RENTSCH: "Diese Entwicklungen verdeutlichen die Entlastungsfunktion des Umlands
und die Notwendigkeit dieses Wohnraums in Wirtschaftsregionen. Die Planung von
Wohn- und Gewerbegebieten, insbesondere aber die Verkehrsinfrastruktur muss
künftig noch stärker vernetzt gedacht werden. Wenn immer mehr Arbeitnehmer
künftig im Home-Office arbeiten, braucht es eine flächendeckende, stabile und
sichere digitale Infrastruktur. Der Breitbandausbau und die Digitalisierung
müssen daher ganz oben auf die Agenda der nächsten Bundesregierung."

Corona-Pandemie verstärkt Wunsch nach mehr Platz - Nähe zum Arbeitsplatz nicht
mehr entscheidend

Die Corona-Pandemie hat die Sicht auf die eigene Wohnsituation und Präferenzen
erheblich verändert. Immer mehr Mieter - beinahe jede/r Fünfte - haben über
einen Umzug nachgedacht, fast jede/r Zehnte hat sich konkret nach einem neuen
Zuhause umgeschaut. Die genannten Gründe sind der Wunsch nach mehr Platz (42
Prozent), einer schöneren Wohnumgebung (55 Prozent), einem (größeren) Garten
oder Balkon oder schnellerem Internet (44 Prozent). Durch den Ausbau von mobilem
Arbeiten verliert zudem die Wegstrecke zum Arbeitsplatz zunehmend an Bedeutung.

Bereitschaft, sich für eigene Immobilie finanziell stark einzuschränken, steigt
- Eigentümer sind glücklicher als Mieter

Trotz aller finanzieller Unsicherheiten, die mit der Corona-Pandemie
einhergehen, bleibt der Wunsch nach Wohneigentum groß. Jeder vierte Mieter bis
50 Jahre plant in den nächsten zwei bis drei Jahren oder zu einem späteren
Zeitpunkt einen Immobilienkauf. Dies zeigt sich auch in der Bereitschaft von 49
Prozent der Befragten, sich für den Erwerb stark oder sogar sehr stark
einschränken zu wollen (2019: 40 Prozent). Offenbar nicht ohne Grund: Der Anteil
der Befragten, die mit ihrer Wohnsituation sehr zufrieden sind, ist unter
Wohneigentümern mit 62 Prozent mehr als dreimal so hoch wie unter Mietern und
ist gegenüber 2019 nochmals gestiegen.

RENTSCH: "Heute entscheiden eher persönliche Kriterien wie ein angenehmes
Lebensumfeld und Platz für die Familie beim Kauf einer Immobilie und nicht mehr
wie früher zuerst die Nähe zum Arbeitsplatz. Die digitale Transformation wird
diesen Trend mit Blick auf 5G und das autonome Fahren vermutlich weiter
verstärken."

Baukosten und Nebenkosten hindern Normalverdiener am Erwerb

Der stetige Anstieg der Immobilienpreise in den letzten Jahren führt zu einem
Vermögenszuwachs der Immobilieneigentümer und bei fortgesetzter Entwicklung zu
einer hohen Attraktivität für Mieter, ihrerseits eine Immobilie zu erwerben.
Insbesondere spielen auch die weiterhin niedrigen Zinsen potenziellen Käufern in
die Karten: Im Vergleich zu 2008 liegt die Ersparnis bei einem
Durchschnittsinvestment in Höhe von rund 350.000 Euro bei über 130.000 Euro.
Gleichzeitig steigen aber die Kaufnebenkosten, weil diese relativ zu den
Immobilienpreisen mitsteigen, obwohl die damit einhergehenden Leistungen nicht
komplexer werden: Grunderwerbssteuer, Makler- und Notarkosten liegen
mittlerweile bei rund 44.000 Euro für eine durchschnittliche Immobilie, 2010
waren das nur gut 25.000 Euro. Das bedeutet einen Anstieg um 72 Prozent. Zudem
steigen die Baukosten weiter aufgrund hoher Anforderungen an Sicherheit und
andere Aspekte wie bspw. in den Brandschutz und die Energieeffizienz.

Die befürchtete finanzielle Belastung sowie ein hoher Kaufpreis sind auch die
Hauptgründe der Befragten, auf einen Immobilienerwerb zu verzichten (jeweils 60
Prozent). Zum Vergleich: Einen Wertverlust der Immobilie fürchten nur 25
Prozent, finanzielle Schwierigkeiten auf Grund der Corona-Pandemie nur 17
Prozent der Kaufinteressenten.

RENTSCH: "Neben der mangelnden Bautätigkeit und fehlender Ausweisung von
Baugebieten hindern vor allem Bau- und Nebenkosten Normalverdiener am
Immobilienerwerb. Insbesondere für junge potenzielle Immobilienerwerber sind die
Erwerbsnebenkosten zu einer großen Hürde geworden. Der Gesetzgeber ist dringend
aufgerufen, Maßnahmen zu ergreifen, die Eigentumsbildung erleichtern, statt
immer neue Investitionshemmnisse zu schaffen. Bau- und Erwerbskosten müssen
sinken: Gerade junge Familien könnten mit Freibeträgen auf die Grunderwerbsteuer
bei Ersterwerb der selbstbewohnten Immobilie unterstützt werden. Eine weitere
Gefahr am Horizont besteht durch Knappheit von Rohstoffen, insbesondere Holz und
Stahl. Die daraus erwachsenden erheblichen Preissteigerungen von bis zu 50
Prozent stellen bereits immense Hindernisse dar. Die Politik muss rasch
gegensteuern."

Bildung von Wohneigentum lohnt sich auch weiterhin - insbesondere in den
Wachstumsregionen

In den Ballungsräumen besteht auch weiterhin hoher Bedarf an Neubauten. Der in
der Studie für die Regionen ausgewiesene Zukunftsindex stellt dar, wie gut diese
auf die zukünftigen Herausforderungen wie Digitalisierung und
Nachhaltigkeitsbedingungen vorbereitet sind. Neben einer hohen Akademiker- und
Ingenieursquote sowie ausgeprägten Forschungsaktivitäten trägt auch eine hohe
Beschäftigung in "Industrie 4.0"-affinen Branchen und in der Kultur- und
Kreativwirtschaft (KuK) zur erfolgreichen Standortentwicklung in Sachen
Wohneigentum bei.

RENTSCH: "Wer sich in Wachstumsregionen zu einem Kauf entschließt oder bereits
eine Immobilie besitzt, kann auch im laufenden Jahrzehnt mit weiterem
Wertzuwachs rechnen. Aber auch in den Regionen, in denen die Preise schon jetzt
hoch sind, bestehen fast überall sehr gute bis hervorragende
Zukunftsaussichten."

Online-Tool

Das Online-Tool zur Studie ist unter www.sparda-wohnen2021.de
(https://sparda-wohnen2021.de/) verfügbar. Hier können Sie detaillierte
Informationen zur gewünschten Region interaktiv abrufen und vergleichen.
Selbstverständlich steht Ihnen die vollständige Sparda-Studie "Wohnen in
Deutschland 2021" dort auch zum Download bereit.

Über die Studie

"Wohnen in Deutschland 2021" ist eine Studie des Verbandes der Sparda-Banken
e.V., die mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und seiner
Beratungsgesellschaft (IW Consult) sowie dem Institut für Demoskopie Allensbach
(IfD) durchgeführt wurde. Sie stellt die mittlerweile fünfte Neuauflage der
Sparda-Studienreihe "Wohnen in Deutschland" dar und betrachtet insbesondere die
langfristige Preisentwicklung in den Regionen Deutschlands sowie die Effekte der
Corona-Pandemie auf den Immobilienmarkt.

Über den Verband der Sparda-Banken

Der Verband der Sparda-Banken e.V. mit Sitz in Frankfurt am Main ist
Prüfungsverband im Sinne des Genossenschaftsgesetzes. Neben der Prüfung der
Verbandsmitglieder obliegen dem Verband die Beratung und Betreuung der rechtlich
und wirtschaftlich eigenständigen Sparda-Banken in genossenschaftlichen,
rechtlichen, steuerlichen, betriebswirtschaftlichen, organisatorischen und
personellen Angelegenheiten. Darüber hinaus übernimmt er die Aufgaben der
Interessenvertretung, ist Sprachrohr der Sparda-Gruppe nach außen und fördert
die politische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und
finanzwirtschaftlichen Themen.

Über die Sparda-Gruppe

Die Gruppe der Sparda-Banken besteht aus elf wirtschaftlich und rechtlich
selbständigen Sparda-Banken in Deutschland. Mit insgesamt mehr als dreieinhalb
Millionen Mitgliedern und mehr als vier Millionen Kunden gehören die Institute
zu den bedeutendsten Retailbanken in Deutschland. Die Sparda-Banken sind
genossenschaftliches Mitglied im Bundesverband der Deutschen Volks- und
Raiffeisenbanken (BVR) und Teil der GenossenschaftlichenFinanzGruppe

Pressekontakt:

Jascha Hausmann
Bereichsleiter Vorstand & Öffentlichkeitsarbeit

Verband der Sparda-Banken e.V.
Tower 185 - 17. Etage
Friedrich-Ebert-Anlage 35-37
60327 Frankfurt am Main

Tel.: +49 (0) 69 / 79 20 94 - 160
Fax: +49 (0) 69 / 79 20 94 - 190
Mobil: +49 (0) 151 / 725 08 418
EMail: mailto:jascha.hausmann@sparda-verband.de



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