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Vermögende denken an Auswanderung – aber das hilft meistens nicht

Viele Vermögende fürchten gravierende Steueränderungen, besonders bei einer Grün-Rot-Roten Regierung. Was tun? Dr. Dr. Rainer Zitelmann sprach mit Prof. Dr. Dr. Olaf Gierhake:

Frage: Sie beraten viele vermögende Kunden. Beobachten Sie eine größere Sorge im Zusammenhang mit dem Ausgang der Wahl vom 26. September? Was befürchten die Vermögenden?

Prof. Gierhake: Sie befürchten, dass es mit Deutschland bergab geht. Die Tatsache, dass die aktuelle Bundesregierung mit dem Infektionsschutzgesetz gegen den Rat führender Rechtswissenschaftler offenkundig verfassungswidrige Regelungen verabschiedet hat und auch mit aller Härte exekutiv umsetzt, die fast alle Grundrechte deutscher Bürger ohne hinreichende evidenzbasierte Grundlagen mit Füssen tritt, empfinden viele als Dammbruch. Sie fragen sich, wie weit sich damit eine mögliche grün-rot-rote Regierung ermutigt sehen könnte, in der Zukunft weiterhin typische Freiheitsrechte, wie z.B. Reiserechte, die europarechtlich garantierte Niederlassungsfreiheit und auch Eigentumsrechte zu missachten oder „sozial neu zu interpretieren“, ohne das ein wirksamer Rechtsschutz hiergegen möglich sein wird.

Frage: Manche denken über Auswanderung nach, manche sogar über eine andere Staatsbürgerschaft. Welche steuerlichen Probleme könnten dadurch gelöst werden und welche nicht?

Prof. Gierhake: Kaum welche könnten gelöst werden. Die meisten Vermögenden machen ja – sorry – den Fehler, ihr Eigentum in Deutschland zu konzentrieren. Sie haben häufig fast nur deutsche Immobilien und deutsche Unternehmen. Mit diesen Vermögenswerten können sie umziehen, wohin sie wollen, die auf deutsche Vermögenswerte beschränkte Einkommen-, Erbschaft- und künftig auch Vermögenssteuerpflicht werden sie damit nie los. Auch nicht, wenn sie sich auf Nauru oder den Pitcairn Inseln verstecken. Loswerden tun sie, vielleicht, die deutsche Einkommensteuerpflicht auf liquide Anlagen, allerdings wird diese dann in der Regel durch die Besteuerung im Quellen- und Zuzugsland ersetzt.

Frage: Was sind die am meisten verbreiteten Irrtümer über Handlungsoptionen für Vermögende bei Steueränderungen?

Prof. Gierhake: Nun, viele denken noch an diskrete Auslandskonten, Auslandsgesellschaften und Auslandsstiftungen, die vielleicht vor 20 Jahren, wenn auch nur rechtsmissbräuchlich, möglich waren, heute aber längst nicht mehr. In der Schweiz und in Liechtenstein etwa werden deutsche Steuergesetze längst deutlich ernster genommen als in Deutschland selbst und als eigene Steuergesetze: Alle Erträge, die auch nur die theoretische Möglichkeit in sich bergen, in Deutschland steuerpflichtig sein zu können, werden längst durch automatisierte Kontrollmitteilungen direkt aus der Schweiz, Liechtenstein und fast allen anderen Staaten automatisch jährlich an die Wohnsitzfinanzämter aller deutschen Bürger gemeldet. Wer heute noch versucht, irgendetwas zu verstecken, kann nur als naiv bezeichnet werden.

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Nachrichtenquelle: Rainer Zitelmann
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