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FOREX-Report „Furcht“ – Vermögen mit Rekord – USA/China, ein Hauch Entspannung

Gastautor: Folker Hellmeyer
10.06.2021, 09:10  |  339   |   |   

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,2168 (06:08 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,2164 im fernöstlichen Geschäft markiert wurde.

Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 109,56. In der Folge notiert EUR-JPY bei 133,31. EUR-CHF oszilliert bei 1,0902.

An den Finanzmärkten kam es gestern zu mehr Risikoaversion. In der Folge kamen Aktienmärkte unter milden Druck. Man „fürchtete“ sich vor der EZB-Ratssitzung und der Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisdaten.

Ja, die US-Verbraucherpreise werden weiter zulegen. Das ist unumgänglich, denn die Energiepreise und auch andere Rohstoffpreise sind im Berichtszeitraum nicht gesunken, sondern sie sind tendenziell höher oder auf erhöhten Niveaus stabil. Das ist Ausdruck ökonomischer Stärke. Ergo sind Anleger voller Furcht vor konjunktureller Stärke. Ich nehme das zur Kenntnis. Waren diese Anleger letztes Jahr nicht furchtvoll wegen ökonomischer Schwäche? Atmen die Bilanzsummen der Unternehmen nicht mit der Inflation (impliziter Inflationsschutz). Nun gut …

Ja, die westlichen Zentralbanken werden perspektivisch Zinsen erhöhen, weil die Wirtschaft läuft. Sie liefern aber einen Vollkaskoansatz. Nichts anderes war aus den Äußerungen der Eliten der Federal Reserve und der EZB abzulesen. Ich sehe keinen Grund, daran zu zweifeln. Es ist auch gut, dass perspektivisch zumindest nominal Zinsen wieder zulegen, denn dieses aktuelle Zinsniveau schafft Stress für Versicherungen, Banken, Stiftungen und Pensionskassen. Mit real positiven Zinsen ist absehbar jedoch kaum zu rechnen (Realzins: Zins abzüglich der Preisinflation). Im historischen Kontext bedeutet das, dass ein Niedrigzinsregime verankert bleibt.

Die EZB wird heute nicht an der Zinsschraube drehen. Verbalakrobatisch wird der Markt auf eine zögerliche Diskussion über einen perspektivisch anstehenden Rückzug aus den quantitativen Maßnahmen geben, viel Gleichschritt mit der Fed.

Die Prognosen zweier bedeutender deutscher Branchenverbände wurden gestern erneut positiv angepasst. Das bekommt auch die EZB mit.

Die deutsche Chemiebranche rechnet per 2021 laut VCI mit einem Zuwachs der Chemie- und Pharmaproduktion von 4,5% und einem Preisanstieg von 3,5%. Daraus ergibt sich ein erwarteter Umsatzanstieg um 8%. Im März hatte der VCI die Ziele für dieses Jahr zuletzt auf ein Umsatzwachstum von 5,0% erhöht.

Die Produktion des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus wird laut VDMA in diesem Jahr um 10% zulegen. Zuletzt wurde vor zwei Monaten die Prognose auf von 4% auf 7% revidiert. Wesentlicher Hintergrund sei die Nachfrage aus China. Diese Statements nicht nur des VDMA sagen, wo das Tempo der Weltkonjunktur gemacht wird. Das Epizentrum der selbsttragenden Wachstumskräfte liegt im asiatischen Raum.

Das wird nicht das Ende der positiven Erwartungsanpassungen sein. Es läuft runder und runder. Die „Old Economy“ ist zurück und kommt in den „full swing“. Sie wird dabei übrigens grüner, ganz ohne grüne Regierungsbeteiligung.

Privatvermögen auf historischem Hoch

Trotz der Pandemie sind die Privatvermögen weltweit laut Global Wealth Report der Boston Consulting Group auf einen neuen Rekordwert von 250 Billionen USD gestiegen (Jahresvergleich +8,3%). Hintergrund sei die Performance der Aktienmärkte als auch die Erhöhung der Ersparnisse. Auch das entgeht weder Fed noch EZB.

Hier zeichnet sich hinsichtlich der finanziellen Ressourcen Potential für den privaten Konsum ab. Das gilt umso mehr, als dass die Arbeitsmärkte anspringen und damit wiederkehrende Einkommen solide Basis potenziell erhöhter diskretionärer Privatausgaben sein werden.

Anders ausgedrückt werden perspektivisch der Produktionssektor als auch der Dienstleistungssektor und der Konsumsektor erhöhte Dynamiken entwickeln.

USA/China: Eine kleine Portion US-Entspannung

Biden hob am Mittwoch in einer Serie von Erlassen Verbote gegen chinesische Apps (u.a. Alipay, WeChat, Wallet) auf. Gleichzeitig gab Biden dem US-Handelsministerium eine Frist von 180 Tagen, um einen Bericht zu Maßnahmen vorzulegen, um den Risiken von ausländischen Apps zu begegnen. Ich freue mich sehr über diese zarte Entspannung. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es jedoch verfrüht, aus dieser zarten Entwicklung Trendfähigkeit abzuleiten. Ich sehe diese US-Politik im Kontext der Erkenntnis, dass die USA und G-7 auf Kooperation mit China angewiesen sind, ob beispielsweise bei den Themen Klima oder globaler Steuerreform. China mit 20% Anteil am Welt-BIP (KKP) und 19% der Weltbevölkerung hat viel zu viel Bedeutung

Zudem waren die Begründungen dieser Maßnahmen seitens Trumps regelmäßig nicht faktenbasiert, sondern generierten sich aus Verdachtsmomenten im Kontext mit dem rechtlich nicht definierten Begriff der „nationalen Sicherheit“ (Beliebigkeit, Unterlaufen der Rechtssystemstrukturen national und international).

Bei viel gutem Willen darf man hoffen, dass die USA zukünftig regelbasierter und berechenbarer agieren könnten. Das Vertrauen wieder zu gewinnen, wird schwierig.

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:

Eurozone: Deutsche Handelsbilanz solide

Deutschlands Handelsbilanz reüssierte per April mit einem Handelsbilanzüberschuss in Höhe von 15,9 Mrd. EUR (Prognose 16,3 Mrd.) nach zuvor 14,0 Mrd. EUR (revidiert von 14.3 Mrd.). Exporte nahmen im Monatsvergleich um 0,3% (Prognose 0,5%) nach zuvor 1,3% (revidiert von 1,2%) zu, während Importe im Monatsvergleich um 1,7% (Prognose -1,1%) nach zuvor +7,1% (revidiert von 6,5%) sanken.

In den Niederlanden legte die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes per April im Monatsvergleich um 0,2% nach zuvor 2,9% (revidiert von 3,1%) zu.

UK: „Housing Market“ recht heiß!

Der von RICS ermittelte Housing Survey Index stieg per Berichtsmonat Mai von zuvor 76 (revidiert von 75) auf 83 Punkte (Prognose 77) und markierte den höchsten Indexstand seit Juli 1988.

USA: Rendite fällt

Die Rendite bei der Auktion 10-jähriger Staatsanleihen sank gegenüber der vorherigen Auktion von 1,684% auf 1,497% (paradoxe Asymmetrie zu Aktienmarkt gestern).

Der MBA Hypothekenmarktindex fiel in der Berichtswoche per 4. Juni 2021 um 3,1% nach zuvor -4,0% auf 645,4 Zähler und markierte den tiefsten Indexwert seit Januar 2020.

Die US-Großhandelslagerbestände nahmen per April im Monatsvergleich um 0,8% (Prognose 0,8%) nach zuvor 0,8% zu. Der Absatz im Großhandel verzeichnete per April einen Anstieg um 0,8% nach zuvor 4,3% (revidiert von 4,6%).

Kanada: Politik der ruhigen Hand

Die kanadische Zentralbank hat den Leitzins auf der gestrigen Sitzung erwartungsgemäß bei 0,25% belassen.

Japan: Erzeugerpreise „sportlich“

Die Erzeugerpreise nahmen per Mai im Monatsvergleich um 0,7% (Prognose 0,5%) nach zuvor 0,9% (revidiert von 0,7%) zu. Im Jahresvergleich ergab sich ein Anstieg um 4,9% (Prognose 4,5%) nach zuvor 3,8% (revidiert von 3,6%). Das war der höchste Anstieg seit 2008. Energie- und Rohstoffpreise als auch Basiseffekte spielen eine hervorgehobene Rolle.

Es ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützungszone im Währungspaar EUR/USD bei 1.2020 – 1.2050 negiert den positiven Bias des EUR.

Viel Erfolg!


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