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Zulassung erst im August? Vom Hoffnungsträger zum Sorgenkind: Curevac nicht mehr Teil der Impfkampagne – Anleger brauchen „gute Nerven"

11.06.2021, 16:24  |  15131   |   |   

Die dünne Datenlage bei der klinischen Studie sorgt für weitere Verzögerungen beim lang erwarteten Curevac-Impfstoff. Die Aktie reagiert mit starken Kursverlusten. Eine Turnaround-Chance für mutige Anleger?

Mit dem Ende der Impfpriorisierung in Deutschland hat spätestens seit dieser Woche der Run auf die Termine in den Arztpraxen und Impfzentren begonnen. Die vier bislang zugelassenen Impfstoffe von Biontech, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson sind knapp und heiß begehrt. Lange Zeit hatten Behörden, Ärzte und Patienten gehofft, dass mit Curevac bald auch der fünfte Impfstoff im Bunde auf den Markt kommt.

Doch die Tübinger lassen weiter auf sich warten. Die ursprünglich für Mai und später für Juni angestrebte Zulassung könnte nach Informationen aus Regierungskreisen erst im August kommen. Inzwischen hat das Gesundheitsministerium Berichten zufolge Curevac für die aktuelle Impfkampagne sogar ganz aus dem Programm gestrichen.

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Für Curevac-Anleger ist das ein herber Rückschlag. Die Aktie, die beim Online-Broker Smartbroker regelmäßig zu den Meistgehandelten gehört, liegt seit Anfang dieser Woche schon 20 Prozent im Minus. "Nichts hasst der Kapitalmarkt mehr als enttäuschte Erwartungen", so Klaus Brune, Leiter des Börsenressorts beim PLATOW Verlag, im Gespräch mit wallstreet:online. Brune glaubt dennoch, dass das Curevac-Vakzin eine wichtige Rolle spielen wird.

Dass Curevac etwas langsamer vorankomme als Biontech sei nicht neu, so Brune weiter: "Curevac hat seine Verzögerungen immer wieder mit umfangreicheren Tests begründet, mit denen jetzt zum Beispiel auch die Mutationen stärker in den Fokus genommen werden sollen. Daher könnte der Wirkstoff die Tübinger in der Auffrischungskampagne eine sehr wichtige Rolle spielen, zumal er einfacher in der Handhabung sein soll."

Ende Mai hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass in der derzeit laufenden klinischen Phase des Impfstoff-Tests erst 59 positive Covid-Fälle aufgetreten sind. Um die Wirksamkeit statistisch zu belegen, sind weitere Testdaten notwendig. "Derzeit gehen wir noch davon aus, dass die Verzögerungen "normal" sind und nicht darauf hindeuten, dass es Probleme mit dem Wirkstoff gibt", sagt Brune. „Die jüngsten Nachrichten des European Data Monitoring Boards deuten jedenfalls nicht auf irgendwelche Sicherheitsbedenken hin."

Ähnlich wie Biontech und Moderna hat Curevac einen Impfstoff auf mRNA-Basis entwickelt – mit einem entscheidenden Vorteil: Das Mittel der Tübinger lässt sich auch bei Kühlschranktemperaturen lagern, während der Biontech-Impfstoff eine Temperatur von minus 70 Grad für Lagerung und Transport benötigt. Bis zu 405 Millionen Curevac-Dosen hat die EU-Kommission schon bestellt. 20 Millionen weitere Dosen sind für Deutschland vorreserviert.

Für Anleger gleiche Curevac aktuell einer "Achterbahnfahrt", so Analyst Klaus Brune. "Aber dafür hat man sich ja auch einen Impfstoffentwickler ausgesucht, und Wirkstoffentwickler im Allgemeinen sind extrem volatil und abhängig vom letzten Stand der Zulassungsnews." Börsianern, die weiter an Curevac glauben, biete "der jüngste Rückschlag eine gute Kaufgelegenheit", so Brune, der aktuell ein KGV von 25 schätzt. Im Vergleich zu Biontech (KGV: 7) klinge das zwar recht hoch. Doch: "Kommen die Umsätze und Gewinne dann aber 2022 umso stärker rein, verringert sich das KGV von Curevac eben auch auf 7. Wer daran glaubt, muss jetzt einsteigen."

Autor: Julian Schick, wallstreet:online Zentralredaktion

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