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Real Estate goes Tech: Wie aus einer trägen Branche eine Spielwiese für Techies wird

Von Dominik Pederzani, COO und Christian Vollmann, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, LINUS Digital Finance

Digitalisierung, maschinelles Lernen, Blockchain - all jene Buzzwords und noch mehr wabern durch die Start-up-Szene, aber das tatsächliche Wissen um den Stand der Dinge in der jeweiligen Branche ist begrenzt. Zwei Profis geben Einblick in den (vermeintlich) verschlafenen Immobiliensektor.

Betrachtet man ein simples vermietetes Gebäude, ist wenig intuitiv dabei an digitale Themen zu denken - höchstens vielleicht bei Smart Home Applikationen wie einer intelligenten Heizungssteuerung. Einem aktuellen Report der US-Unternehmensberatung McKinsey zufolge ist die Immobilienwirtschaft eine der am schlechtesten digitalisierten Branchen überhaupt. Das Gebäude als solches ist offline: Blanker Beton, Stahl und Glas, wahlweise auch Holz oder andere innovative Verbundwerkstoffe. Sämtliche Prozesse in und um Gebäude aber ließen sich durchaus vom Papier auf die Datenautobahn hieven.

Real Estate und Digitalisierung: Eine unglückliche Beziehung?
Die Gründe hierfür sind vielfältig: Bisher ließ sich mit Wohngebäuden, Shopping-Centern, Lager- und Fabrikhallen und Logistikzentren auch fast ohne jeglichen Einsatz digitaler Helferlein gutes Geld verdienen. Nachdem die Finanzwirtschaft mit dem, was wir gemeinhin als Online-Banking kennen, bereits seit den frühen 2000ern vor sich hin digitalisiert und der Handel durch Giganten wie Amazon bereits ebenso lang unter Druck steht, richtet sich seit ein paar Jahren immer mehr Augenmerkt auf die Immobilienwirtschaft.

Die Suche nach einer neuen Wohnung oder einem Haus ist bereits erfolgreich mit Playern aus der Scout-Familie im Netz angekommen und das Smart Home ist gerade in den Bereichen Licht- und Wärmesteuerung sowie Zugangskontrolle in vielen Kontexten kaum mehr wegzudenken. Denken wir aber an Verträge, merken wir schnell, dass hierfür in Deutschland noch eine erhebliche Papierfreundlichkeit besteht. Bei einem Mehrfamilienhaus können das mal eben einige hundert Verträge sein.

Warum hier bisher wenig passiert ist, liegt sicher auch im Bereich des Datenschutzes begründet. Aber auch die über Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte, gewachsene Strukturen der Immobilienwirtschaft machen Digitalisierungsvorhaben nicht gerade einfach. Vor allem dann nicht, wenn durch den Schritt bestimmt Player aus dem Spiel genommen werden, wie beispielsweise bei der digitalen Vermittlung zwischen Mieter und Vermieter oder Käufer und Verkäufer einer Immobilie. Das Nachsehen haben die Maklerinnen und Makler, die von der relativen Intransparenz des Marktes profitierten.

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