checkAd

Schadensersatz für Anleger? Ein Jahr Wirecard-Pleite: eine Zwischenbilanz

Am 25. Juni 2020 stellte Wirecard als erstes DAX-Unternehmen der Geschichte einen Insolvenzantrag. Was wissen wir inzwischen über den Fall?

Pleiten hat der deutsche Aktienmarkt viele gesehen. Doch nur ein einziges Mal musste ein Unternehmen, das aktuelles Mitglied des Deutschen Aktienindex ist, Insolvenz beantragen. Der Fall Wirecard hat den Finanzplatz Deutschland erschüttert. Nicht zuletzt deswegen, weil neben etlichen institutionellen Anlegern auch eine große Zahl von Privatanlegern geschädigt ist. Anleger, die nun auf Schadensersatz hoffen.

Kostenlose Prüfung auf Schadensersatz im Fall Wirecard: Wir sagen Ihnen, welche Möglichkeiten Sie haben!

Was lässt sich bisher über den Fall Wirecard sagen? Zunächst einmal, dass wir vieles noch nicht wissen und möglicherweise auch nicht erfahren werden. Was wir jedoch wissen: Wir haben einen CEO, der seit fast einem Jahr in Untersuchungshaft sitzt. Wir haben einen flüchtigen Vorstand, der vermutlich der Hauptschuldige in den Betrugsfall ist. Im Fall Wirecard war gibt es eine Menge an krimineller Energie, aber auch eine ganze Zahl von Mitarbeitern, die einfach nur ihren Job auf anständige Art erledigt hat.

Gelitten hat auf jeden Fall die Hoffnung, einen Fintech-Weltmarktführer aus Deutschland etablieren zu können. Mindestens genauso gelitten hat allerdings auch der Glaube an korrekte Wirtschaftsprüfung und an Finanzmarktregulierung.

Wer sind die Schuldigen? Neben den kriminellen Machern in der Wirecard Unternehmensführung (deren konkrete Verantwortung noch vor Gericht zu klären sein wird) hat sich vor allem der Wirtschaftsprüfer EY schuldig gemacht. Auch wenn das Unternehmen in den vergangenen Tagen durch eine PR-Offensive versucht hat, seine Fehler klein zu reden, so lässt sich doch festhalten: Der Wirtschaftsprüfer hat sich über mehr als ein Jahrzehnt von Wirecard an der Nase herumführen lassen, hat auffällige Signale des Betrugs missachtet, ignoriert oder sogar aktiv vertuscht. Hier dürfte an Schadensersatz für Anleger kaum ein Weg vorbeiführen.

Auch die Finanzaufsicht hat Fehler begangen. Das Verbot des Leerverkaufs in Wirecard-Aktien im Jahr 2019 ist rückblickend skandalös. Zum einen wurden dadurch die wahren Täter geschützt und die Aufklärer bestraft. Zum anderen setzte die Bafin damit verheerend falsche Signale in Richtung Finanzmarkt. Hätte der Markt weiter funktioniert, so wäre der Fall Wirecard sehr wahrscheinlich frühzeitiger und mit geringerem Schaden aufgedeckt worden.

Was bleibt? Zunächst einmal die vollständige strafrechtliche Aufarbeitung des Betrugsfalls. Dies wird noch mehrere Jahre dauern. Zum anderen die Hoffnung der geschädigten Anleger auf Schadensersatz. Hier sehen wir gute Chancen. Zum einen im Rahmen der Schadensersatzklage gegen den Wirtschaftsprüfer EY und zum anderen bei der Geltendmachung von Ansprüchen im Zuge des Insolvenzverfahrens der Wirecard AG. Besonders brisant dürfte zudem das Verfahren auf Staatshaftung werden. Hier betritt die deutsche Justiz weitestgehend Neuland. Ob und inwieweit hier den Anlegern Schadensersatz zugesprochen wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Der Fall Wirecard ist noch lange nicht beendet und bleibt spannend.

Informieren Sie sich hier kostenlos und unverbindlich über ihre Möglichkeiten auf Schadensersatz im Fall Wirecard.


Wertpapier



0 Kommentare
Gastautor: Roland Klaus
25.06.2021, 09:20  |  8369   |   |   

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Schadensersatz für Anleger? Ein Jahr Wirecard-Pleite: eine Zwischenbilanz Am 25. Juni 2020 stellte Wirecard als erstes DAX-Unternehmen der Geschichte einen Insolvenzantrag. Was wissen wir inzwischen über den Fall?

Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel