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Marktkommentar: Marius Daheim (Gothaer): US Geldpolitik probt Spagat
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Marktkommentar Marius Daheim (Gothaer): US Geldpolitik probt Spagat

Gastautor: Asset Standard
02.07.2021, 14:15  |  139   |   |   

US Geldpolitik probt den Spagat zwischen Inflations- und Konjunkturrisiken

Juni 2021 -

Die Weltwirtschaft ist dabei, mit China und den USA als Impulsgebern die Pandemie zu überwinden. Im Euroraum ist eine vollständige Normalisierung erst im 2. Halbjahr zu erwarten, wobei der EU Wiederaufbaufonds für Südeuropa wichtige Impulse liefern wird. Für 2021 erwartet der Konsens hier ein reales BIP-Wachstum von 4,3% ggü. Vorjahr.

Das Hauptaugenmerk der Finanzmärkte ist nach wie vor auf Inflationsrisiken gerichtet. Die dynamische Nachfrage vor allem aus China und den USA hat die Preise vieler Rohstoffe, Vorprodukte und Transportleistungen in die Höhe getrieben. Dies hat - zusätzlich zu den vorhersehbaren pandemiebedingten Basiseffekten auf die Verbraucherpreise - den Preisauftrieb auch auf den vorgelagerten Preisstufen spürbar beflügelt. Nach ihrem Sprung im Mai auf 5,0% dürfte die US Inflation nahe ihrem Jahreshoch liegen. Sofern eine Lohn-Preis-Spirale vermieden werden kann, sollte der Teuerungsdruck im 2. Halbjahr bereits leicht nachlassen. Im Euroraum bzw. Deutschland ist noch bis zum Jahresende mit einer weiteren Inflationsbeschleunigung zu rechnen.

Neben diesen - voraussichtlich temporären - Preiseffekten sind aber auch Angebotsengpässe bei wichtigen Vorprodukten wie z. B. Halbleitern eingetreten mit der Folge von Produktionsengpässen in nachgelagerten Industrien. Angesichts der hiervon ausgehenden Abwärtsrisiken für die wirtschaftliche Erholung dürften die Notenbanken an ihrem bewährten Risikomanagement festhalten und eine verfrühte Straffung der Geldpolitik zu vermeiden suchen. Die EZB hat dies bei ihrer letzten Sitzung am 08. Juni bekräftigt. Auch die US Notenbank hält an der Einschätzung fest, dass die derzeitige Inflationsbeschleunigung vorwiegend pandemiebedingt ist und sich im kommenden Jahr umkehren wird. Um jedoch der veränderten Risikolage Rechnung zu tragen, hat das FOMC am 16. Juni einen steileren Leitzinspfad projiziert, der für 2023 erstmals zwei Zinserhöhungsschritte impliziert. Längerfristig bleibt der Spielraum für geldpolitische Straffungen eng begrenzt.

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