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Geld zurück bei Immobilienkauf Immobilienmakler Homeday erstattet Provision wegen falscher Widerrufsbelehrung

Immobilienmakler müssen Privatkunden über ihr Widerrufsrecht belehren. Machen sie dabei Fehler, können sie die Provision verlieren. Das ist nun Homeday passiert.

Das Verbraucherrecht setzt Immobilienmaklern strenge Regeln, wenn sie ihre Dienstleistung gegenüber privaten Verbrauchern im Fernabsatz (Internet, Telefon, etc.) erbringen. Sie müssen die Kunden klar und verständlich über ihr Recht auf Widerruf informieren, ansonsten verlieren sie den Anspruch auf Provision.

So geschehen ist dies nun bei dem bundesweit tätigen Immobilienmakler Homeday, der unter anderem durch sein Trikotsponsoring des Fußall-Bundesligisten Hertha BSC Berlin an Bekanntheit gewonnen hat. Ein Nutzer der Interessengemeinschaft Widerruf hatte Homeday auf Rückzahlung der Maklerprovision verklagt, weil er nicht korrekt über sein Widerrufsrecht belehrt wurde.

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Homeday wollte offenbar ein Gerichtsurteil vermeiden und zahlte die Provision in voller Höhe zurück. Denn Homeday hatte eine Widerrufsbelehrung verwendet, die das Internetportal Immobilienscout 24 zur Verfügung gestellt und verschickt hat. Diese wird auch von zahlreichen anderen Immobilienmaklern verwendet, die ihre Objekte auf Immoscout24 bewerben.

Dieses Vorgehen wirft nach Ansicht von Verbraucheranwälten gleich mehrere Probleme auf. So ist es unklar, ob eine Widerrufsbelehrung überhaupt wirksam ist, wenn sie nicht direkt vom Makler verschickt wird, sondern von einem Dritten, hier also dem Internetportal Immoscout 24. Zumindest muss aber erkennbar sein, dass die Widerrufsinformation im Namen des Maklers abgegeben wurde, so urteilte das OLG Sachsen-Anhalt (Az. 7 U 13/18). Auch dies war hier nicht der Fall.

Zudem ist eine Widerrufsbelehrung dann wirksam, wenn der Makler den vom Gesetzgeber vorgegebenen Mustertext verwendet. Dies ist hier jedoch nicht geschehen. Schon in der Überschrift heißt es – abweichend vom gesetzlichen Mustertext: „Widerrufsrecht für Verbraucher“. Auch im weiteren Text finden sich mehrere Veränderungen.

Solche Fehler können dazu führen, dass Kunden eines Immobilienmaklers ihren Vertrag widerrufen können – unabhängig davon, ob sie die Provision schon gezahlt haben oder nicht. Statt der üblichen Widerrufsfrist von 14 Tagen gilt dann eine verlängerte Frist von 12 Monaten und 14 Tagen. Das bedeutet aber: Auch, wenn der Makler unzureichend über das Widerrufsrecht informiert hat, ist ein Widerruf nur innerhalb eines Jahres möglich. Länger zurückliegende Fälle können nicht mehr angegriffen werden.

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Gastautor: Roland Klaus
19.08.2021, 11:10  |  8443   |   |   

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