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Marktkommentar: Marius Daheim (Gothaer): Konjunktursorgen verdrängen Reflations-Narrativ
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Marktkommentar Marius Daheim (Gothaer): Konjunktursorgen verdrängen Reflations-Narrativ

Gastautor: Asset Standard
24.08.2021, 10:15  |  126   |   |   

Es mehren sich die Anzeichen dafür, dass der globale Boom zur Jahresmitte seinen Höhepunkt überschritten hat.

August 2021 - Die dynamische Erholung der Weltkonjunktur erhält zusätzlichen Schub durch die "Wiedereröffnung" der europäischen Volkswirtschaften; der Aufschwung im Euroraum dürfte im dritten Quartal im Zuge gelockerter Kontaktbeschränkungen sein höchstes Momentum entfalten. Dennoch mehren sich die Anzeichen dafür, dass der globale Boom zur Jahresmitte seinen Höhepunkt überschritten hat: Frühindikatoren für China und die USA signalisieren einen leichten Dynamikverlust gegenüber dem zweiten Quartal. In den USA überraschten die Konjunkturdaten zu Monatsbeginn erstmals seit einem Jahr wieder negativ.

Mit Blick auf das zweite Halbjahr schürt vor allem die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus die Furcht vor neuerlichen Lockdown-Maßnahmen bzw. einer Ausbremsung des Konjunkturaufschwungs. Entsprechend haben die Finanzmärkte seit kurzem das bisherige Narrativ "Reflationierung" durch das der "Konjunkturverlangsamung" ersetzt und sich entsprechend positioniert. Rückendeckung erhalten sie dabei auch von der Geldpolitik: Fed und EZB signalisieren derzeit (noch) keine Bereitschaft, über die Rückführung ihrer Pandemie-Maßnahmen nachzudenken. Im Gegenteil hat sich nach der Fed nun auch die EZB mit einer überarbeiteten geldpolitischen Strategie mehr Flexibilität eingeräumt, um ihre extrem expansive Politik weit in die Zukunft zu verlängern.

Währenddessen liefern die Inflationsindikatoren gemischte Signale. Die US Teuerung könnte im Juni ihren diesjährigen Höchstwert bei 5,4% erreicht haben und sich im zweiten Halbjahr leicht abschwächen. Allerdings sind erste Ansätze für einen beschleunigten Lohnauftrieb bzw. das leicht erhöhte Risiko einer Lohn-Preis-Spirale erkennbar. Anders die Lage im Euroraum, wo sich das Lohnwachstum noch im ersten Quartal verlangsamt hat. Hier werden die Teuerungsraten aber bis Jahresende weiter bis ca. 3% klettern. Erst 2022 wird sich erweisen, ob die befürchtete Verfestigung der Inflation eintritt. Bis dahin werden die Märkte wiederholt zwischen den beiden Narrativen hin und her schwanken.

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