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China Aktien im Blickpunkt Warum in die Ferne schweifen…

Mit einer steigenden Selbstversorgung (Reshoring) kann das Regime in China Wohlstand generieren. Notwendig dafür sind eigene Wertschöpfungsketten von der Finanzierung bis zum Konsum.

Abhängigkeiten reduzieren

Neben Shanghai und Shenzhen soll nach den Plänen von Staats- und Parteichef Xi Jinping eine weitere Börse in Peking entstehen, um innovativen Firmen die Finan­zierung zu ermöglichen. Das restriktive Auftreten im Zusammenhang mit den Börsengängen von DiDi und der Full Truck Alliance erscheint nun in einem ande­ren Licht, sollen künftig auf­stre­bende Unternehmen das heimische Parkett betre­ten, damit nicht nur die ­Kontrolle über sensible Daten im Inland verbleibt. Spannend dabei wird, wie man die Technologie­vorbilder wie Alibaba und Tencent „überzeugt“, ihre Aktien künftig nur in China zu listen. Mit der neuen Börse werden mehr Anreize für chinesi­sche Investoren geschaffen, ihr ­Kapital im Inland anzulegen, und für auslän­dische Investoren, die Börsen in ­China zu nutzen.

Transformation

China ist für immer mehr Länder der ­wichtigste Handelspartner. Dabei liegt es ­nahe, dass diese die chinesische Währung ­nutzen, wie zuletzt Gazprom Neft, die Öltochter von Gazprom. Künftig dürfte dies nicht nur Handelsgeschäfte betreffen, sondern auch Finanzierungsvorhaben, unterstützt durch die Digitalisierung des Yuan.

Der Übergang Chinas von der exportorien­tierten „verlängerten Werkbank“ der Welt zu einer konsumorientierten Volkswirtschaft ist in vollem Gange. Der politisch unterstützte Wohlstandszuwachs wird dazu führen, dass die Bevölkerungsschicht mit einem Jahresgehalt von 15.000 bis 75.000 USD von aktuell ca. 340 Millionen bis 2025 auf voraussichtlich 500 Millionen anwachsen und die Inlandsnachfrage immer wichtiger werden lässt. Um diesen neuen Wachstumspfad zu ebnen und resilient zu machen, ist es erklärtes Ziel, Wertschöpfungsketten im Inland auszubauen und bei strategisch wichtigen Technologien auf Eigenversorgung zu setzen. Welche Sektoren und Unternehmen ­davon beispielhaft profitieren, stellen wir Ihnen im Folgenden dar.

Niu Technologies (A) (A)

Spitzenreiter bei Mobilität

Ob mit dem Zweirad, dem Auto oder dem Zug – China setzt Maßstäbe bei Schnellig­keit und Innovation. Die erst 2014 gegründete und als ADR gehandelte NIU Technologies punktet mit intelligenten urbanen Mobilitätslösungen und adressiert die Fortbewegung mit Elektroscootern, Mo­tor- und Fahrrädern im städtischen ­Umfeld. Treiber sind neben der Urbanisierung auch die zielgruppenspezifische, emis­sionsfreie, kostengünstige und platz­sparende Fort­bewegung. Dass die Pro­dukte im Trend liegen, zeigen die Zahlen für das zweite Quartal. Der Umsatz legte im Jahres­vergleich um 46,5% auf umgerechnet ca. 146 Mio. USD zu, während der Netto­gewinn um über 61% haus­sierte. Mehr als 21% der Umsätze werden online er­wirtschaf­tet. Die diversifizierte Einkaufspolitik reduziert Konzentra­tionsrisiken. Bei Schlüs­selkomponenten und Rohmate­rialien hat Niu mindestens zwei ­Zulieferer.

Auch klimaschonend angetriebene Pkws wachsen kräftig. So wurden von Januar bis August dieses Jahres mit voraussichtlich 1,7 Mio. Einheiten drei Mal so viele ­Elektro-, Hybrid- oder Wasserstoffautos verkauft wie noch im Vorjahr, womit im weltweit größten Automarkt die ­Bemühung der Regierung um klimaschonende Mobi­lität Früchte trägt. Davon profitiert die 2015 gegründete Xpeng, die als ADR an der NYSE und auch in Hongkong gehandelt wird. Nach IHS ist Xpeng der ­einzige Autobauer in China, der eigens entwi­ckelte Software für autonomes Fahren für den chinesischen Markt serienmäßig verbaut. Die technologische Kompetenz be­wei­sen die Personalien. Gründer Xia Heng und He Tao bringen diese im ­Bereich der Automobiltechnologie und Forschung und Entwicklung ein; Vorsitzender He Xiaopeng war zuvor bei Alibaba. Unter­stützung fand das ­Unternehmen auch durch Lei Jun, den Gründer von Xiaomi. Im abgelaufenen Vierteljahr wurden mit 3,76 Mrd. CNY (ca. 490 Mio. EUR) ­Umsatz 530% mehr als im Vorjahres­­quartal erwirtschaftet. Der Erfolg im Heimatland soll nun exportiert werden. Das Spit­zenmodell P7 mit einer Reichweite von mehr als 700 Kilometern soll im e-mobil-­affinen Norwegen erstmals ange­bo­ten werden. Trotz der Streuung inlän­di­scher Produk­tionsstandorte und Be­schaf­fungs­quellen litt Xpeng wie auch die anderen E-Auto-Hersteller unter der Chipknappheit. Mit dem neuen Produktionsstandort in Wuhan soll das Beschaffungsmanagement verbessert werden.

BYD Company Registered (H)

Von null auf 100 in 3,9 Sekunden für 33.000 EUR

Anders sieht die Lage bei BYD aus. Der nicht nur auf Pkws fokussierte E-Mobilitäts-­Spezialist ist durch seine ­strombetriebenen Busse und Nutzfahrzeuge bekannt. Seine autarke Aufstellung – er produziert neben Autos auch Batterien und Chips – macht BYD effizienter und unabhängiger von externen Zulieferern. Mit der neuen E-Sport­limousine BYD Han bietet man Teslas Model S die Stirn – mit ähnlicher Reichweite, nur zum halben Preis.

CRRC Ltd (H)

Alternativ im Kollektiv

Die China Railway Rolling Stock Corporation (CRRC) (IK) ist der größte Schienenfahrzeughersteller weltweit und Marktführer in China. Der in Peking beheimatete Konzern entstand 2015 durch den Zusam­menschluss der staatseigenen Betriebe China CNR Corporation Limited (CNR) sowie der CSR Corporation Limi­ted (CSR) und adressiert mit seinem Angebot den Zeitgeist des kollektiven und CO2-­armen Reisens. Die Volksrepublik verfügt bereits über das zweitgrößte Schienennetz der Welt. Bis 2035 soll es nochmals um ein Drittel auf 200.000 Kilometer wachsen und alle Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern verbinden.

China Petroleum & Chemical (H)

Ohne Energie geht nichts

Das hohe Wirtschaftswachstum in ­China lässt die Energienachfrage steigen. Sonder­faktoren wie die E-Mobilität treiben den Bedarf zusätzlich. Kohle nimmt die domi­nante Stellung ein, da auf sie knapp 70% der Stromerzeugung entfällt. Vor allem energieintensive Branchen sind auf eine kostengünstige, wettbewerbsstärkende und stabile Versorgung angewiesen. Der ­jüngste Fünfjahresplan betont die Bedeutung heimischer Energieträger. Da Öl und Gas nur knapp ein Fünftel bzw. einen einstelligen Beitrag liefern, dürfte sich an der Rolle der Kohle vorerst nichts ändern, auch wenn sich der Gasverbrauch mit einem Plus von 13,3% in diesem Jahr überdurchschnitt­lich entwickelt. Zu den führenden Kohle­produzenten in China zählt neben dem Marktführer China Shenhua Energy auch Yanzhou Coal Mining.

CNOOC

Chinas führender Offshore-Öl- und Gasproduzent ist CNOOC (IK). Nicht nur in der Öl- und Gas­produktion, sondern auch in der Weiter­verarbeitung und dem Verkauf tätig ist China Petroleum & Chemical (Sinopec). Sinopec ist größter Anbieter von Benzin, Diesel und Kerosin sowie von Petrochemi­kalien. Fantasie liegt in dem Plan, bis 2025 der größte Produzent grünen Wasserstoffs des Landes zu werden. Führender Betreiber von Atomkraftwerken der Volksrepublik, aber auch global größter Konstrukteur ebendieser ist CGN Power. CGN baut auch Uran ab und produziert Strom aus erneuerbaren Energien.

China Molybdenum (H)

Kritisch: Versorgung mit Rohstoffen

Die Nachfrage nach Kupfer, Silber und Kobalt wird strukturell getrieben durch den Klimaschutz, insbesondere den Ausbau erneue­rbarer Energien, der E-Mobilität ­sowie der Infrastruktur. Jiangxi Copper ist führender Kupferkathodenproduzent in China. Daneben sind Edelmetalle, vor allem Silber, strategische Rohstoffe, für die Zijin Mining ein weiterer wichtiger Anbieter ist. China Molybdenum, auch Kupferproduzent, ist der wichtigste chi­ne­sische Hersteller von Molybdän, Wolf­ram und Kobalt. Letzteres ist für Lithium-Ionen-Batterien zum Betrieb von E-Autos wichtig und ein Nebenprodukt aus der Kupfer- und Nickelgewinnung. Neben langfristigen Lieferverträgen mit Berg­bauunternehmen wie Glencore sind es Direkt­investments in der Demokratischen Republik Kongo, die die Beschaffung und Wettbewerbsposition sichern.

Aufholjagd begonnen

Für die Elektronikindustrie sind Metalle und seltene Erden essenziell.

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Nachrichtenquelle: Smart Investor
22.10.2021, 16:49  |  614   |   |   

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