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Mit Pricing Power der Inflation ein Schnippchen schlagen

Klar gibt es derzeit Lieferengpässe. Es fehlt vielen Unternehmen an Rohstoffen, Chips und anderen notwenigen Fabrikationsprodukten. Doch über allen Sorgen lastet die Inflationsangst! Was kann man da machen?

Zunächst einmal die Ruhe bewahren! Denn die Weltwirtschaft wächst trotz aller Material-Engpässe weiter relativ stabil. So hat die Welthandelsorganisation (WTO) ihre Wachstumsprognose für das globale Handelsvolumen 2021 jüngst von 8 auf 10,8 Prozent angehoben. Im Jahr 2022 sollte sich laut WTO der weltweite Warenhandel dann mit einem Wachstum von 4,7 Prozent seinem langfristigen Trend von vor der Pandemie nähern. Angebotsseitige Probleme, wie die Halbleiterknappheit und lange Verladezeiten in wichtigen Handelshäfen, könnten Lieferketten und den Handel zwar teilweise belasten, es sei aber unwahrscheinlich, dass sie langfristige Auswirkungen auf den Welthandel insgesamt hätten. Laut WTO dürfte Asien seinen Anteil am Welthandel bis Ende 2022 deutlich ausbauen. Dazu passen die neuesten Exportzahlen Chinas, die im September mit einem Plus von 28 Prozent im Jahresvergleich die Erwartungen von 21 Prozent deutlich übertrafen. Zukünftig steigende Umsätze asiatischer Exportunternehmen dürften sich positiv auf deren Gewinnentwicklung auswirken und somit für Kurspotenzial bei deren Aktien sorgen. So weit, so gut.

Ein „Burggraben“ ermöglicht Preissetzungsmacht

Doch hilft das gegen die Inflation? Immerhin 3,4 Prozent in der EU, 4,1 Prozent in Deutschland, gar 5,4 Prozent in den USA. Das Zauberwort heißt hier „Pricing Power“, also die Möglichkeit Preiserhöhungen am Markt durchzusetzen und damit das Wachstum der Unternehmen zu sichern. Dies passt genau in unsere Anforderungen an ein „Beautiful Business“, das unsere Portfoliounternehmen im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen oder auch im Frankfurter - Value Focus Fund aufweisen müssen. Preissetzungsmacht ist für die Geschäftsentwicklung allgemein hilfreich, in Zeiten hoher Inflationsraten aber besonders wichtig. Unternehmen, die diese Stärke besitzen, sind in der Regel nur einem überschaubaren Konkurrenzdruck ausgesetzt. Sie haben einen „Burggraben“ um ihre Geschäftsmodelle errichtet. Das sind etwa Patente oder eine herausragende Marktstellung. Dieser Schutz durch den Burggraben wiederum erhöht die Chancen auf satte Gewinne. Es stärkt auch die Fähigkeit, wirtschaftliche Krisen zu überleben.

Die Charakteristika der Konzerne variieren stark – je nachdem in welcher Branche sie konkret tätig sind. Mal basiert die Preissetzungsmacht auf einer starken Marke, mal auf hohen Eintrittshürden in den Markt, mal auf einer guten Verhandlungsbasis gegenüber Kunden oder Händlern. Was die besagten Unternehmen aber eint ist die geringe Preiselastizität der Nachfrage. Wenn sie ihre Preise anheben, verlieren sie ihre Kunden nicht direkt an die Konkurrenz.

Apple, Charter, Novo Nordisk & Co.

Ein Beispiel ist Apple. Die Nachfrage nach Produkten mit dem angebissenen Apfel ist ungebrochen. Da stören die Konsumenten auch die steigenden Preise nicht. iPhones und Co. werden dem Unternehmen aus den Händen gerissen. Und das wird wohl auch noch eine ganze Zeit so bleiben. Ein anderer Konzern mit Preissetzungsmacht ist unser weniger bekanntes Portfoliounternehmen Charter Communications, ein Anbieter von Kabeldiensten und Pay-TV. Die Nummer zwei auf dem US-Kabelnetzmarkt hat aktuell rund 53 Millionen Verträge im Bereich der Privat- und Geschäftskunden. In diesem stabilen Markt gewinnt Charter Communications stetig neue Marktanteile hinzu. Durch die straff organisierte Struktur kann das Unternehmen günstigere Preise als die Konkurrenz anbieten und so die Marktanteile ausbauen.

Auch Novo Nordisk gehört zu den Unternehmen mit Pricing Power. Die Dänen sind weltweit führend auf dem Markt zur Bekämpfung von Diabetes. Und der jüngste Blockbuster, ein Mittel gegen Fettleibigkeit, hat erst vor Kurzem die Zulassung in den USA erhalten. Ein Riesenmarkt mit hohen Wachstumsraten. Da das Mittel hochwirksam ist, werden die Patienten nicht auf Cent und Dollar schauen, wenn sie dadurch Pfunde verlieren können. Preissetzungsmacht auf dänische Art.

Dies sind nur ein paar Beispiele, aber sie zeigen, wie wirksam ein „Burggraben“ um das eigene Geschäftsmodell sein kann, wenn es darum geht, der Inflation ein Schnippchen zu schlagen.

 

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Gastautor: Frank Fischer
25.10.2021, 06:58  |  7000   |   |   

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