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Digital Markets Act Käufer und nicht Besucher maßgeblich in Marktplatz-Diskussion

Berlin (ots) - Mit dem Digital Markets Act (DMA) möchte die EU alle Unternehmen
in die Pflicht nehmen, die den Zugang 'zu' und die Regeln 'auf' digitalen
Märkten bestimmen könnten ("Gatekeeper") und damit einen offenen und fairen
Wettbewerb sicherstellen. Das neue Gesetz soll zudem einen einheitlichen
Rechtsrahmen für Unternehmen unterschiedlichster Geschäftsmodelle und gleiche
Bedingungen für alle Marktteilnehmer herstellen.

"Dieser Ansatz ist zwar grundsätzlich lobenswert, im Detail jedoch noch
fehlerhaft. Anders als der One-Size-Fits-All-Ansatz der EU suggeriert, betreiben
die Unternehmen auf digitalen Märkten sehr unterschiedliche Geschäftsmodelle.
Eine Einheitslösung verbietet sich hier daher. Dies gilt insbesondere für die
Definition der aktiven Endnutzer, die mitausschlaggebend dafür ist, welche
Unternehmen laut DMA künftig als Gatekeeper gelten", sagt Alien Mulyk,
Europa-Expertin beim bevh.

Dreh- und Angelpunkt für die Definition der "aktiven Endnutzer" ist der Begriff
des "unique user", allerdings wird hier kein Unterschied zwischen
transaktionsbasierten und nicht-transaktionsbasierten Geschäftsmodellen gemacht.
Neben Nutzern, die tatsächlich einen Kauf tätigen, werden auch diejenigen dazu
gezählt, die sich auf der Seite lediglich umschauen, recherchieren, oder sich
"durchklicken" - kurz: einen digitalen Schaufensterbummel im E-Commerce machen.

"Die Zahl der "unique user" ist im E-Commerce naturgemäß sehr viel höher als die
der aktiv Einkaufenden. Dadurch fallen auf einen Schlag künftig auch viele
europäische Wettbewerber unter die Gatekeeper-Definition. Diese digitalen
Wachstumsunternehmen könnten aufgrund der vergleichsweise höheren
regulatorischen Last ausgebremst werden. Das Ergebnis wäre weniger
Wettbewerbsdynamik und das genaue Gegenteil dessen, was sich der DMA vorgenommen
hat", so Mulyk weiter und führt fort:

"Deswegen begrüßen wir die Stellungnahme der Bundesregierung, die sich in den
Trilogverhandlungen aus Kommission, Mitgliedstaaten und EU-Parlament für eine
Ausdifferenzierung der Nutzer-Definition ausgesprochen hat. Sie hat richtig
erkannt, dass es sich im Gegensatz zum Beispiel zu Social-Media-Plattformen bei
den bekannten Online-Marktplätzen um transaktionsbasierte Plattformen handelt.
Das heißt, dass sie ihren Umsatz durch den Verkauf von Waren generieren - also
durch Nutzer, die den Service auch aktiv in Anspruch nehmen. "Unique users"
tragen vor allem bei solchen Plattformen zum Umsatz bei, deren Geschäftsmodell
nicht transaktionsbasiert ist, und die ihre Einnahmen z.B. durch Werbung
generieren. Marktplätze und Plattformen im E-Commerce nutzen solche Services
zwar. Sie selbst verkaufen aber Produkte. Einnahmen durch andere
Dienstleistungen wie durch Werbung oder Fulfillment-Services sind, wenn
überhaupt, nur marginal vorhanden. Es kann hier also keine Einheitslösung geben,
da bei E-Commerce-Plattformen eine Berechnung der aktiven Endnutzer nur auf
Basis der Transaktionen sinnvoll ist."

Pressekontakt:

Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh)
Frank Düssler
Friedrichstraße 60 (Atrium)
10117 Berlin
Mobil: 0162 2525268
mailto:frank.duessler@bevh.org

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/52922/5084689
OTS: Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (
bevh)



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Nachrichtenagentur: news aktuell
28.11.2021, 12:35  |  101   |   |   

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