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Explosives Crash-Gemisch Crash-Alarm! Omikron, Inflation und Geldflut: Und was jetzt? Verkaufen?

Das Gemisch aus Omikron, Inflation und Geldflut ist hochexplosiv. Die Märkte sind äußerst nervös. Patrice Kaiser, Kapitalmarktexperte bei der Merkur Privatbank, analysiert die Lage und gibt Anlegern einen Tipp.

Wir haben dem Merkur Privatbank-Experten folgende Frage gestellt: Inwiefern könnten wir "gegen die Wand fahren?" Oder inwieweit könnten wir ein angespanntes Szenario sehen, das sich mittel- bis langfristig wieder beruhigen wird, so dass die Kräfte des Marktes wieder einigermaßen ausgeglichen zusammen wirken?" Kaiser antwortete ausführlich:

„Blickt man auf die Notenbankpolitik hier und jenseits des Atlantiks, stellt man schnell fest, dass im vergangenen Jahrzehnt, eigentlich schon ab 2008, Zinsen senken und Gelddrucken die Medizin für jede Art von Krise zu sein scheint. Egal ob Lehman-Pleite, Euro-Krise oder Corona-Pandemie, um Banken und Wirtschaft zu stützen -beziehungsweise zu retten- wurden erst die Zinsen auf Null oder tiefer gesenkt und anschließend der Markt mittels Anleihekäufe mit Liquidität geflutet. Die Risiken und Nebenwirkungen dieser Therapie sieht man heute. Die Inflation in Europa und der USA erreicht lange nicht gesehene Werte und die Preise für Kapitalanlagen wie Aktien und Immobilien brechen alle Rekorde. Somit ist es eine berechtigte Frage, ob, beziehungsweise wann, diese Blasen platzen und der nächste große Crash vor der Tür steht. 

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Ich kann mich an diese Stelle vorbehaltlos der Meinung Carl Ican‘s anschließen, dass diese Politik die Kapitalmärkte langfristig gegen die Wand fährt. Allerdings hilft die sichere Prognose, dass es irgendwann später zu einem Crash kommen wird, Anlegern heute nur wenig. Denn tatsächlich kann bis zum Crash noch einiges an Zeit vergehen. Investoren, die in der Zwischenzeit nicht investiert sind, verlieren möglicherweise doppelt: Einerseits entgehen ihnen Gewinne am Aktienmarkt, andererseits sorgen hohe Inflation und Negativzins für kontinuierlichen Vermögensverlust. Es heißt also mehr denn je, Chancen und Risiken abzuwägen.

Richtig ist, die Märkte, besser das globale Finanzsystem, werden aktuell mit Liquidität überschüttet. Allein die Corona-Hilfen der EZB belaufen sich auf 1.850 Milliarden Euro. Das vor kurzem verabschiedete staatliche Infrastrukturprogramm in den USA beläuft sich in Summe auf ebenfalls etwas mehr als eine Billion US-Dollar. Diese Größenordnungen staatlicher Interventionen waren noch in den 2000er undenkbar. Seit der Finanzkrise sind sie dagegen fast normal. Tatsache ist aber auch, dass diese Finanzspritzen in den vergangenen zehn Jahren kaum für Probleme gesorgt haben. Im Gegenteil, sie trugen wesentlich dazu bei, dass die Krisen im Finanzsystem und im Euroraum nicht zu einer globalen Wirtschaftskrise wurden.

Auch die oft prophezeite Inflation war lange kein Problem, im Gegenteil. Überschüssiges Kapital wurde in Aktien oder Immobilien angelegt. Entsprechend stark stiegen Kurse und Preise – was Anleger oft erfreute. Zur steigenden Inflation heute hat deswegen nicht unbedingt zu viel Liquidität geführt. Ursächlich sind vielmehr Produktionsausfälle und Lieferengpässe auf der einen Seite und steigende Nachfrage vor allem nach Rohstoffen und Energie auf der anderen. Diese Situation erlaubt es Anbietern mit Marktmacht, Preise zu erhöhen, was zur Inflation führt.

Könnte die Inflation zum Börsencrash führen? Kurzfristig eher nicht. Außerhalb Deutschlands wird Inflation weniger als das existenzielle Problem schlechthin betrachtet. In Südeuropa wuchsen Generationen mit zweistelligen Inflationsraten auf. Auch in den USA gibt es mangels traumatischer Erfahrung die deutsche Angst vor Inflation nicht. Im Gegenteil; eine erhöhte -nicht galoppierende- Inflation löst manche Probleme: der Wert von Staatsschulden verringert sich, steigende Löhne und Gehälter erhöhen die Steuereinnahmen, gemessen an der Kaufkraft reduziert sich die Bewertung von Sachwerten wie Immobilien und Aktien. So gesehen lässt eine erhöhte Inflation auf sanfte Art Druck aus dem Kessel. Verlierer sind Sparer.

Zum Problem wird die gestiegene Inflation erst dann, wenn sie zu deutlichen Reaktionen der Notenbanken führt. Werden die Zinsen deutlich angehoben, könnte das zu einem Schock an den Aktienmärkten führen. Diese Entwicklung sehe ich aber kurzfristig nicht. Die US-Notenbank FED hat zwar angekündigt, den Ankauf von Anleihen zu reduzieren. Setzt sie den gefassten Plan um, monatlich zehn Milliarden US-Dollar weniger anzukaufen, ist das Ende des Kaufprogramms aber trotzdem erst im Oktober 2022 erreicht. Noch langsamer reagiert bisher die EZB. Sie kündigte an, im Dezember über Maßnahmen eines schrittweisen Ausstiegs nachzudenken. Selbst eine moderate Zinserhöhung ist somit kurzfristig nicht abzusehen.

Damit bleibt es vorerst bei dem sehr hohem Liquiditätsüberschuss im Markt. Liquidität die weiter angelegt werden muss. Kommt es zu keinem unvorhergesehenen Schockmoment, spricht nichts für den einen großen Crash. Das bedeutet nicht, dass kurzfristige Rücksetzer ausgeschlossen sind. Die deutliche Korrektur, vor allem der europäischen Aktienmärkte, vergangenen Freitag anlässlich der neuen Corona-Variante Omikron zeigt, wie schnell die Stimmung kippen kann. Diese hohe Volatilität wird, getrieben von Nachrichten über verschärfte Anti-Corona-Maßnahmen und eher schlechter zu erwartender Quartalszahlen, voraussichtlich bis ins Frühjahr anhalten. Anleger sollten deshalb jetzt Gewinne, die es besonders bei amerikanischen Aktien nach wie vor im großen Umfang gibt, realisieren, ohne ganz aus dem Markt auszusteigen. Rücksetzer wie letzten Freitag können dann für den Wiedereinstieg genutzt werden."

Text: Patrice Kaiser, Merkur Privatbank und Christoph Morisse, wallstreet:online Zentralredaktion




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30.11.2021, 14:59  |  40151   |   |   

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