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Die Herren dieser Welt

Die Vorweihnachtszeit ist ja eine besinnliche Zeit. Und ich habe mir sagen lassen, das gelte sogar für Menschen, die mit Geld zu tun haben. Wie schön. Also los

Doch wie bin ich dabei eigentlich auf Hildegard Knef gekommen? Ach so, ja, durch den großen Zapfenstreich für Angela Merkel, da hatte sie ja auch ein wundervolles Lied der Knef ausgesucht.

 

Und plötzlich dachte ich da, als Mensch ist die Merkel sicherlich toll. Sie hat zwar die zweitfatalsten politischen Entscheidungen aller Kanzler*innen der deutschen Geschichte getroffen, doch als Mensch ist sie bestimmt liebenswürdig und eine Wucht. Da fange ich jetzt sogar an, sie zu mögen.

 

Ich habe dann auch gleich alle meine Knef-Platten herausgeholt, denn so jemanden wie die Knef gibt es sicherlich nie wieder. Bei einem Lied stocke ich jedoch, das ist mir früher irgendwie durchgerutscht. Es heißt „Die Herren dieser Welt“.

 

Der Text ist auch so extrem in sich versteckt, dass ich ihn nicht verstehe. Ich versuche, im Internet eine Interpretation dieses Liedes zu finden oder wenigstens ein paar Gedanken dazu, doch das Internet ist schlichtweg dumm. Es kann zwar gut verkaufen und banale Dinge erklären, doch wenn es schwieriger wird, ist finito.

 

Ich kann mir jedoch rein subjektiv aus meiner Sicht heraus etwas über „Die Herren dieser Welt“ zusammenreimen. Das ist allerdings wirklich schockierend. Doch ich kann nichts dafür, alle Spuren führen mich dorthin.

 

Und das hat damit zu tun, dass sich vor einiger Zeit einer Person meines absoluten Vertrauens, die ich schon seit Jahrzehnten kenne und die für mich über jeden Zweifel erhaben ist, mir gegenüber ihre Unzufriedenheit geäußert hat, was man mit uns Deutschen gemacht hat.

 

Denn sie fragte: Warum sind denn die heute lebenden Deutschen noch schuldig für die Verbrechen der Nazis? Schließlich sei das doch Sippenhaft und eine Verfolgung bis ins vierte Glied hinein und mittlerweile sogar noch weiter. In anderen Ländern wären doch noch weit schlimmere Verbrechen begangen worden, da hätte es jedoch nicht einmal eine Anklage gegen die Schuldigen gegeben. Und warum sei es uns Deutschen auch bei Strafe verboten, diese Schuld, mit der wir heute Lebenden nichts zu tun haben, von uns zu weisen?

 

Zuerst einmal war ich enorm schockiert. Findet sich hier nicht die Wurzel zum Antisemitismus? Doch nein, nach gründlichem Nachdenken bin ich mir sicher, dem ist nicht so. Ich halte diese Gedanken durchaus für legitim. Wird es nicht sogar langsam Zeit für sie? Und hat die Knef etwa ...?

 

Da ich keine Ahnung von Sippenhaft und Verfolgung habe, suche ich etwas herum. Im 2. Buch Mose des Alten Testaments steht: „Söhne werden für Sünden der Väter verfolgt bis ins vierte Glied.“

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1 Kommentare
Gastautor: Bernd Niquet
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Kommentare

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11.01.22 14:01:29
schöne Zeilen, die Nachdenklichkeit wird allerdings durch blöde Gendersternchen etwas irritiert..

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Die Herren dieser Welt Schulden für die Ewigkeit