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+160 Prozent in einem Jahr Ford-Aktie: Fünfmal so viel Rendite wie Tesla – Zocker-Aktie oder Substanzwert?

Ford-Chef Jim Farley macht mächtig Dampf bei der Elektrifizierung. Das kommt an der Börse sehr gut an. Die Ford-Aktie explodiert regelrecht. Alles nur ein Hype oder ist das wirklich gerechtfertigt? Analystenstimmen.

Innerhalb nur eines Jahres hat die Ford-Aktie rund 160 Prozent hinzugewonnen. Zum Vergleich: Die Tesla-Aktie stieg im selben Zeitraum nur um etwas mehr als 32 Prozent. Was sind die Gründe für den kometenhaften Aufstieg eines US-Autobauers, der in der Vergangenheit zeitweise fast schon abgeschrieben wurde?

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Center Automotive Research, findet, dass "Ford-Chef Jim Farley einen perfekten Job macht." Aus Märkten, die kaum Gewinne abwürfen, wie beispielsweise Brasilien, stieg er aus. Gleichzeitig setze Farley voll auf die Elektrifizierung der Ford-Modelle. Bestes Beispiel dafür sei der batterieelektrische Pickup-Truck Ford F-150 Lightning, der dieses Jahr auf den US-Markt komme. Aber auch der Mustang Mach-E, der sich in den USA sehr gut verkaufe und als direkter Konkurrent von Teslas Model Y gelte.

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Im Gespräch mit wallstreet:online zieht Dudenhöffer folgendes Fazit: "Farley packt beherzt die schwachen Punkte an und setzt bedingungslos auf Tech bei den Produkten – ein kleiner Elon Musk. Mal schauen, was er mit Europa vorhat. Das ist nach wie vor eine riesige Baustelle und vermisst bisher die ganz große Story. Wenn er Europa löst und da sollte man wie in Brasilien nichts ausschließen – geht die Aktie weiter in Richtung Aktienhimmel".

Tatsächlich stieg der Börsenwert von Ford vergangenen Donnerstag erstmals seit den 90er-Jahren über die Marke von 100 Milliarden US-Dollar, berichtet das Manager Magazin. Damit ist Ford mehr wert als sein direkter Konkurrent General Motors, der auf eine Marktkapitalisierung von rund 88 Milliarden US-Dollar kommt. Der Marktwert von Tesla liegt hingegen derzeit bei mehr als einer Billion US-Dollar.

Die aggressive Elektrifizierungsstrategie von Jim Farley – bekennender Elon Musk Fan – scheint die Fantasie der Anleger zu beflügeln. Seit Farley im Oktober 2020 die Konzernführung bei Ford übernahm, gewann die Aktie fast 250 Prozent hinzu. Die Tesla-Aktie gewann im selbem Zeitraum 'nur' rund 130 Prozent hinzu.

Farley scheint viele Marketing-Strategien von Elon Musk zu kopieren. Wie der Tesla-Boss ist Farley extrem aktiv auf Social-Media-Kanälen. Das Manager Magazin spricht gar von einem "Dauerfeuer auf Twitter".

Erst am Dienstag schrieb Farley auf Twitter: "Das ist ein großer Moment für die Autoindustrie. Die ersten E-Fahrzeuge waren gut für die Umwelt, aber es fehlte ihnen an Emotionen. Wie Haushaltsgeräte. Das ändert sich jetzt.
@Ford: geht einen anderen Weg. Wir nehmen ikonische Fahrzeuge – Mustang, F-150, E-Transit – und machen sie als E-Autos noch besser. Und weitere sind auf dem Weg."

Trotzdem können sich einige Analysten den Börsenerfolg von Ford nicht vollständig erklären. "Die Anziehungskraft von Fords Elektroauto-Story an der Börse überrascht uns weiterhin", schrieb Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas kürzlich in einer Notiz. Auch andere große Autobauer wie VW und Daimler setzten voll auf die Elektrifizierung.

"Aus meiner Sicht ist Ford eine klassische Trading-Aktie. Auf der einen Seite gibt es einige Autobauer mit günstigerer Aktienbewertung und höheren Umsatz- und Ertragswachstumsraten, auf der anderen Seite ist Ford mit seiner Beteiligung an Rivian an einem der aussichtsreichsten EV-Hersteller beteiligt", erklärte Peter-Thilo Hasler, Gründer und Analyst von Sphene Capital, gegenüber wallstreet:online.

Die Geschäftszahlen von Ford können sich allerdings durchaus sehen lassen: In den ersten neun Monaten des vergangen Jahres setzte Ford insgesamt 98,7 Milliarden US-Dollar um. Die EBIT-Marge lag bei neun Prozent.

Für das vierte Quartal 2021 rechnen Analysten bei Ford mit einem Umsatz von 41,23 Milliarden US-Dollar – endgültige Zahlen sollen am 03. Februar 2022 vorgestellt werden. Der Gesamtumsatz für das vergangene Jahr läge damit bei rund 140 Milliarden US-Dollar. 2020 waren es noch 127,14 Milliarden gewesen.

In den USA soll Ford zudem im vergangenen Jahr die bestverkaufende Automarke gewesen sein. Und: Ford verkaufte 2021 rund 27.000 Exemplare des batterieelektrischen Mustang Mach-E. Damit ist Ford, weit abgeschlagen nach Tesla, der zweitgrößte E-Autobauer im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Die Ford-Aktie schloss den gestrigen Handelstag an der New York Stock Exchange fast acht Prozent im Minus. Ein Anteilsschein kostete zuletzt 22,46 US-Dollar.

Autor: Ferdinand Hammer, wallstreet:online Zentralredaktion




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+160 Prozent in einem Jahr Ford-Aktie: Fünfmal so viel Rendite wie Tesla – Zocker-Aktie oder Substanzwert? Ford-Chef Jim Farley macht mächtig Dampf bei der Elektrifizierung. Das kommt an der Börse sehr gut an. Die Ford-Aktie explodiert regelrecht. Alles nur ein Hype oder ist das wirklich gerechtfertigt? Analystenstimmen.

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