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Ausblick auf 2022 Börsenbulle Kaiser immer noch bullish: "Zinsen verringern Big Crash-Risiken"

Er bleibt dabei: Im Börsenjahr 2022 werde sich "die positive Entwicklung des vergangenen Jahres fortsetzen". Warum Patrice Kaiser von der Merkur Privatbank trotz angespannter Marktlage immer noch bullish ist. Meinung!

Schon in der ersten Börsenwoche im neuen Jahr schickte uns Portfoliomanager Patrice Kaiser seinen Ausblick auf 2022. Seitdem ist viel passiert. Die Börsen rausch(t)en ab. "Wollen Sie Ihren Gastbeitrag noch mal überarbeiten?", fragten wir Patrice Kaiser. Aber bis auf wenige, kleinere Änderungen blieb der Merkur-Mann bei seiner bullishen Haltung, die er ganz zum Anfang seines Gastbeitrages (voller Wortlaut) deutlich macht:

"Börsenjahr 2022 – Hürden und Hindernisse

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Um es vorweg zu nehmen: Wir starten trotz der Turbulenzen in den vergangenen Tagen optimistisch in das Börsenjahr 2022 und gehen grundsätzlich davon aus, dass sich die positive Entwicklung des vergangenen Jahres fortsetzen wird. Natürlich gibt es auf diesem Weg Hürden und Hindernisse, die der Markt zu nehmen hat. Sie sind in gewisser Weise gravierender einzuschätzen und schwerer vorherzusehen, als ein oberflächlicher Blick vermuten lässt.

Ende der Pandemie

Die offensichtliche Herausforderung ist sicherlich die Überwindung der Corona-Pandemie und deren wirtschaftlicher Folgen. Hier sehen wir jedoch eher die Chance auf positive Überraschungen. Mit dem Aufkommen der neuen Omikron-Variante, die zwar weitaus ansteckender ist, dafür aber nach ersten belastbaren Auswertungen weniger schwere Verläufe verursacht, kommt ein Ende der Pandemie in Sicht. Das Virus in dieser Form wäre endemisch. Die steigende Impfquote weltweit tut dann ein Übriges, um Gesundheitssysteme zu entlasten und die Wirtschaft vor nochmals schweren Einschränkungen zu schützen. Entsprechend positiv könnten dann Unternehmenszahlen und Marktstimmung in der zweiten Jahreshälfte ausfallen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine entspanntere Haltung im Umgang mit dem Virus. Eine Zero-Covid-Strategie wie in China wirkt in dieser Phase stark belastend für Konsum und globale Lieferketten. Es ist derzeit noch nicht absehbar, ob und wann hier der Strategiewechsel vollzogen wird.

Lieferengpässe und Brexit

Die durch Lieferausfälle und -engpässe verursachten Produktionsausfälle in der Industrie, vor allem in Deutschland, werden uns aber auch ohne Lockdowns längerfristig begleiten. Ehe der Warenkreislauf wieder in Gang kommt, wird noch einiges an Zeit vergehen. Gerade ein Ausbau der dringend gesuchten Transportkapazitäten, Container und Schiffe, ist nicht über Nacht möglich. Hinzu kommen hausgemachte Probleme und Handelshürden wie der nach wie vor in weiten Teilen ungelöste Handelskonflikt mit Großbritannien als Folge des Brexit.

Ukraine

Der Brexit zeigt dann auch den fließenden Übergang in das weite Feld der internationalen Politik. Hier sehe ich die größten Risiken im neuen Jahr. Territoriale Konflikte wie zwischen der Ukraine und Russland aber auch zwischen China und Taiwan könnten weiter eskalieren. Die von Russland verfolgten Ziele und die Bereitschaft dies mittels militärischer Macht zu erreichen sind unklar. Ein neuer Krieg im Stil des letzten Jahrhunderts ist in Europa zwar sehr schwer vorstellbar, aber nicht mehr auszuschließen. Wirtschaftliche Sanktionen als Antwort seitens EU und USA würden sicherlich das bisher Gesehene weit überschreiten.



China

Aber auch das weitere Vorgehen Chinas ist heute nicht sicher vorhersehbar. Die Position, dass Taiwan immer noch ein Teil von Festlandchina ist, ist aus chinesischer Sicht unverhandelbar. Da sich parallel die wirtschaftlichen Probleme im Inland verschärfen – als Beispiel sollen hier nur die Zahlungsschwierigkeiten im chinesischen Immobiliensektor genannt werden – könnte die Regierung versucht sein, nach außen hin härter und expansiver aufzutreten als bisher gewohnt. Wechselseitige Handelsbeschränkungen und Zölle mit den wichtigsten Handelspartnern USA und EU wären eine mögliche Folge. Auch dieser Handelskrieg im asiatischen Raum würde dann die Erholung der Weltwirtschaft nach Corona deutlich verzögern.

Zinsen

Auf der Zinsseite bleibt im neuen Jahr die Inflation wichtigster Gradmesser. Bleibt sie in den USA und in Europa auf dem aktuellen Niveau, kommen die Notenbanken nicht umhin, die Zinsen zu erhöhen bzw. bereits geplante Zinserhöhungen vorzuziehen.

Zinserhöhungen belasten vor allem den Kurs laufender Anleihen, was sich in rentenlastigen Portfolien im Hinblick auf die Jahresrendite negativ auswirken wird. Der Anstieg im Zehn-Jahresbereich der letzten Tage setzt hier ein deutliches Zeichen. Chancen im Zinsbereich bieten vor allem inflationsindexierte Anleihen und Floater. Überraschend deutliche Zinsanhebungen könnten sich aber auch negativ auf den Aktienmarkt auswirken. Schließlich haben gerade institutionelle Anleger seit Jahren darauf gewartet, wieder Zinspapiere mit positiver Rendite ins Depot zu nehmen. Die Alternativlosigkeit der Aktie als Renditebringer wird kleiner.

Chancen 2022

Bei allen genannten möglichen Fallstricken für das neue Börsenjahr ergeben sich dadurch aber immer auch Chancen. Gerade politische Börsen sind oft sehr kurzlebig. Zumindest solange eine realistische Chance zur friedlichen Lösung der zugrunde liegenden Probleme besteht. Kursrückgänge sollten deswegen entweder ausgesessen oder zum Einstieg genutzt werden.

Und auch der Übergang zu einer Normalisierung der Kapitalmarktzinsen ist längerfristig betrachtet nicht nur notwendig, sondern verringert die Risiken eines großen Crashs: Höhere Zinsen reduzieren die Blasenbildung, zum Beispiel am Immobilienmarkt. Die erhöhte Inflation sorgt dafür, dass langsam etwas Druck abgelassen wird.
                   
Für Anleger heißt es also 2022 einmal mehr, bei kurzen Kursrücksetzern Ruhe zu bewahren. Das fällt sicher leichter, wenn das Portfolio breit über alle Anlageklassen und diversifiziert aufgestellt ist. Aktien werden auch in diesem Jahr den größten Beitrag zur Performance leisten. Für die Zinsseite besteht zumindest zum Jahresende die Hoffnung auf wieder positive Renditen. Wer also jetzt noch nicht voll investiert ist, kann sich auf gute Chancen freuen."

Kurzvita des Autors Patrice Kaiser
Portfoliomanager/Vertriebs- und Produktmanager für Vermögensanlagen, 43 Jahre alt, Bankbetriebswirt und Wirtschaftspsychologe, verantwortet seit 2011 die fachliche Seite des Anlagegeschäfts in der Merkur Privatbank. Im Vordergrund seiner Arbeit steht, die Komplexität einer Vielzahl von Anlageformen und -strategien für den Kunden aufzulösen. Um die individuell beste Lösung bieten zu können, trifft er die Wertpapierauswahl anhand quantitativer und qualitativer Kriterien. Sein Ziel: die Anlagen zu finden, die langfristig überdurchschnittlich gut abschneiden.

Text: Patrice Kaiser und Christoph Morisse, wallsteet:online Zentralredaktion






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