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Finanzmärkte 2005 - am Dollar hängt es

Gastautor: Klaus Singer
30.12.2004, 13:18  |  2078   |   |   
Die Zeit „zwischen den Jahren“: Die institutionellen Akteure haben längst ihre Leichen aus dem Keller geholt und sich in den Weihnachtsurlaub verabschiedet. Das Feld wird jetzt gewöhnlich den kleinen Marktteilnehmern überlassen, die sich auf das hin positionieren, was sie in der ersten Zeit des neuen Jahres erwarten. Häufig werden hier die Werte zurückgekauft, die in den vergangenen acht bis zehn Wochen überdurchschnittlich Federn lassen mussten.

Unter anderem zählen in den vergangenen Tagen Halbleiter zu den gesuchten Sektoren. Aber so richtig überzeugend ist die Vorstellung nicht, die die Aktienbullen in den vergangenen Tagen gegeben haben. Dabei sprachen die jüngsten Makrodaten durchweg für sie. Das Verbrauchervertrauen ist im Dezember unerwartet stark von 92,6 im November auf 102,3 gestiegen. Das ist der höchste Wert seit Juli. Die Umsätze im Einzelhandel stiegen im Wochenvergleich um 2,7 Prozent, im Jahresvergleich betrug der Zuwachs 4,3 Prozent. Der Endspurt im ansonsten etwas zögerlichen US-Weihnachtsgeschäft brachte das beste Ergebnis seit Juli.

Zuvor war schon gemeldet worden, dass die US-Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter um 1,6 Prozent gestiegen sind. Erwartet wurde ein Anstieg um 0,6 bis 1,0 nach zuvor minus 0,9 Prozent. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind auf 333.000 angewachsen. Erwartet wurden 330.000 bis 335.000 neue Anträge nach zuvor 316.000. Die persönlichen Auslagen sind um 0,2 Prozent gestiegen. Die persönlichen Einkommen haben im Monatsvergleich um 0,3 Prozent zugelegt.

Es ist nach wie vor interessant zu sehen, wie lebendig der Zusammenhang zwischen dem Außenwert des Dollar und der Entwicklung der Aktienkurse auf den verschiedenen Zeitebenen ist. Jedes Mal, wenn die Leitwährung des internationalen Finanzkapitals einen neuen Schwächeanfall erleidet, inflationiert das die Kurse. Und umgekehrt. Die Finanzmärkte scheinen auf ihrem Feld das zu spielen, was man in einem hohen Reifestadium eines Konjunkturzyklus der Realwirtschaft eigentlich bei den Güterpreisen erwartet.

Die (absolut nicht unbeabsichtigte) Wirkung: Amerikaner profitieren von Anlagen außerhalb ihres Währungsraums überproportional, Ausländer haben mit US-Assets in den vergangenen Jahren hingegen kaum verdient.

Die Korrelation „schwacher Dollar – steigende Aktien“ besteht seit dem Frühjahr 2003 und hat die gesamte Aufwärtsbewegung der Aktienkurse seitdem begleitet. Es gibt aktuell keine Anzeichen für ein unmittelbar bevorstehendes Ende dieser Korrelation.
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