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CEO Dirk Köster im Interview E-Stream: Neue Technologie sorgt für mehr Reichweite bei Elektrofahrzeugen

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Mit einem neuen System erhöht E-Stream die Lebensdauer von Batterien in E-Autos. Doch die Technologie kann noch viel mehr, wie Geschäftsführer Dirk Köster im Interview mit unserer Redaktion erläutert.

Dabei spielt das Thema „Second Life“ eine wichtige Rolle, die Batteriezellen können später anderweitig weitergenutzt werden. Gut für die Umwelt und für den Geldbeutel. Um die weitere Finanzierung des Projekts zu sichern, begibt E-Stream eine Wandelanleihe über 999.000 Euro. Verzinst ist das Papier mit 4,75 Prozent, das Papier läuft bis 2024. Doch nicht jeder kann die Wandelanleihe zeichnen, wie Köster im Gespräch deutlich macht.

E-Stream dürfte Investoren bisher wenig sagen. Womit beschäftigen Sie sich genau?

Köster: E-Stream Energy hat ein innovatives Packaging-System für Rundzellen entwickelt, das den Technologie-Markt revolutioniert. Im Wettbewerbsvergleich ermöglicht das System die höchste Energiedichte. Dafür wird eine leichte und kompakte Konstruktion verwandt, die die Rundzellen miteinander verbindet. Dadurch kann eine höhere Energiedichte erlangt werden, die mehr Reichweite für Elektrofahrzeuge und insgesamt eine bessere Performance schafft.

Hervorzuheben ist, dass die Batteriesysteme von E-Stream Energy über eine Hochvoltfähigkeit von bis zu 1.000 Volt verfügen und über eine Schnell-Lademöglichkeit - in unter 15 Minuten von 20 bis 80 Prozent SoC - verfügt. Das Packaging-System von E-Stream bietet darüber hinaus eine nahezu unbegrenzte Flexibilität bezüglich der elektrischen Parameter wie Kapazität, Energie, Spannung und Leistung. Die einfache Bauweise der Batteriemodule von E-Stream erlaubt eine schnelle und industriealisierbare Herstellung mit hohem Kosten- und Effizienzvorteil - eine zukunftsweisende Batterietechnologie für die unvermeidbare Umstellung auf alternative Energien.

Was unterscheidet Batteriespeicher auf Basis von Rundzellen von anderen Speichersystemen?

Köster: Wie der Elektroauto-Pionier Tesla setzt auch E-Stream Lithium-Ionen Rundzellen in ihren Batteriespeichern ein, da diese über eine Vielzahl von technischen Vorteilen verfügen. Neben den höchsten Energie- und Leistungsdichten im Vergleich mit anderen Zelltypen zeichnen sich die Rundzellen durch standardisierte Formfaktoren, eine gute Verfügbarkeit, kostentechnische Vorteile und eine exzellente mechanische Robustheit aus.

Die Rundzellen stellen des Weiteren eine jahrzehntelang bewährte Technologie dar und verfügen über ein ausgezeichnetes thermisches Verhalten und zahlreiche Sicherheitsmechanismen. Einer der Vorteile ist auch, dass E-Streams Speichersysteme eine prädestinierte Lösung für den Bereich der Elektrofahrzeuge sowie hochperformante Pufferspeicher für Schnellladesäulen darstellen.

Europäische Autobauer setzen bisher kaum auf die Rundzellen. Müssen Sie hier Überzeugungsarbeit leisten?

Köster: Man muss sich vor Augen führen, dass der größte Elektroautohersteller (Tesla) ausschließlich auf Rundzellen setzt. Und das ist kein Zufall. Die Vorteile der Rundzelle liegen auf der Hand. Doch warum haben die europäischen OEMs bisher fast ausschließlich auf Pouch- und prismatische Zellen gesetzt? Weil das Packaging der Zellen, das Zusammenfügen einzelner Zellen zu einem Gesamtsystem, maßgeblich die Leistungsfähigkeit des Batteriesystems beeinflusst.

Insbesondere bei Rundzellen ist das Packaging auf Grund der schieren Menge der Zellen und der thermischen Symmetrie eine anspruchsvolle Herausforderung. Daher hat man sich bei den europäischen Fahrzeugherstellern auf prismatische und Pouchzellen fokussiert, weil das reine Packaging schneller möglich war. Fahrzeug-Hersteller wie Rivian und Lucid und ab 2024 auch Porsche, die auf Rundzellen setzen oder in diese Technologie wechseln, geben uns recht.

Sie nutzen nun eine Platine, eine „Steckvorrichtung“, für diese Zellen. Was bringt das?

Köster: Tesla hat seine Batterie-Packages inhouse entwickelt, und diese beinhalten auch schon die entsprechend notwendige Kühlung der entstehenden Wärmeentwicklung. Das ist allerdings recht gewichtsträchtig. E-Stream geht demgegenüber noch einen Schritt weiter - bzw. wenn Sie so mögen - einen zurück in dieser Kette: Durch unsere Technologie versuchen wir die Abwärme gleich in ihrer Entstehung so gut es geht zu vermeiden.

Was dann noch übrig bleibt, wird möglichst effizient abgeführt. Unsere Packaging-Systeme können aber noch viel mehr. Im Gegensatz zu Tesla sind unsere Zellen und die Platinen nicht miteinander verschweißt, sondern gesteckt. Somit ist es uns möglich, einzelne nicht mehr so leistungsfähige Rundzellen im System zu lokalisieren und diese auszutauschen. Damit erhöht sich die Lebensdauer der gesamten Systeme. Die mit speziellen Federkontakten bestückten High-Tech-Platinen sind das Herzstück der von E-Stream entwickelten e.quikk-Technologie.

Aus welchem Material besteht eine solche Platine?

Köster: Wir haben ein innovatives, kluges und kostengünstiges Konzept geschaffen, um eine solche Platine zu bauen, das durch entsprechende Patente geschützt ist. Bei den als Zellverbinder verwendeten Platinen handelt es sich um sogenannte Metallkern-Leiterplatten, die über einen speziellen mehrlagigen Aufbau verfügen. Der Vorteil ist auch eine erhebliche Reduktion der Brandgefahr gerade auch im Automobilbereich, die mit der Zunahme an Elektromobilität in Deutschland leider immer deutlicher an Relevanz gewinnt.

Diese Rundzellen können dank der Platinen danach noch anderweitig eingesetzt werden und müssen nicht sofort entsorgt werden?

Köster: Second Life ist ein ganz entscheidender Vorteil unserer High-Tech-Platinen. Wir arbeiten mit einer sehr fortschrittlichen Energiespeicher-Technologie, die aufgrund der Verwendung von Lithium-Ionen-Rundzellen und durch unsere Zellverbindungen untereinander sogar den Vorteil einer vollständigen Recyclebarkeit unserer Module und einer Wiederverwendung der genutzten Zellen ermöglicht. Im Dauerbetrieb ohne Spitzen ist ein System mit 80 Prozent effizient nutzbar. Das bedeutet, dass die Zellen, die zwar im Automotive-Bereich nicht mehr verwendet werden können, ohne weiteres in einem Heim- oder Industriespeicher verbaut werden können. Das ist durch unsere einmalige Stecktechnologie machbar und ermöglicht also ein 100-prozentiges Recycling unserer Systeme.

Wie aufwändig ist es, solche Platinen zu produzieren und über welche Fertigungskapazitäten verfügen Sie derzeit?

Köster: Bei der Herstellung unserer mehrlagigen Platinen greifen wir auf bereits vorhandene, bewährte und massentaugliche Fertigungsprozesse aus der Leiterplattenindustrie zurück. Dadurch sind wir in der Lage, unsere Zellverbindungstechnik in Klein- und Großserienprodukten einzusetzen. Bei den verwendeten Aluminium- und Kupferlegierungen zur Herstellung der Zellverbinder lassen wir die Kosten und Verfügbarkeit nie aus dem Blick. Wir sind in der Lage, unsere Fertigungskapazitäten jederzeit an die Nachfrage anzupassen.

Sind ihre Platinen nur in der Autoindustrie nutzbar?

Köster: Die Platinen sind universal nutzbar. Das ist einer ihrer großen Vorteile. Denken wir auch an Lastenfahrräder, die immer stärker auch in den Fokus von privaten Nutzern gerade in Städten kommen. Dadurch dass wir in der Lage sind, die Packages völlig flexibel zu gestalten und unser System egal bei welcher Größe und Anordnung keine übermäßige Hitzeentwicklung zulässt und somit auch keine kurzfristigen signifikanten Leistungsverluste, können wir im Industrie- oder Heimspeicherbereich punkten.


Abbildung: E-Stream-Platine

Schauen Sie sich die Autobahnraststätten in Deutschland an. Es gibt viel zu wenige Ladesäulen. Aber selbst, wenn mehr an einem Ort wären, könnten nicht alle Fahrzeuge heute zeitgleich schnell geladen werden. Das liegt an den Durchmessern der kommunalen Leitungen, die auch nicht einfach mal schnell erweitert werden können. Hier wäre die Lösung durch Speicher, um zu Zeiten mit einer niedrigen Last Strom zwischenspeichern zu können, optimal.

Derzeit begeben Sie eine Wandelanleihe. Was soll mit dem frischen Geld geschehen?

Köster: E-Stream hat im vergangenen Jahr die High-Tech-Platine auf verschiedenen Fachmessen vorgestellt. Das Interesse an dieser innovativen Lösung war durchgehend sehr hoch. Gleichzeitig entwickelt sich der Markt der Elektrospeicher überproportional. Getrieben wird dies alles durch die weltweit mittlerweile anerkannte Klimakatastrophe, auf die die Menschheit zurennt, wenn nicht auf die ausschließliche Nutzung fossiler Brennstoffe verzichtet wird. Um alternative Energien nutzen zu können, sind zukunftssichere Speichermöglichkeiten nötig. Es handelt sich also um einen lupenreinen Wachstumsmarkt. Genau für dieses Wachstum benötigt E-Stream die Mittel aus dieser Wandelanleihe.

Diese Anleihe ist nicht für jeden zeichenbar, der Privatinvestor ist nicht ihre Zielgruppe. Wie sind ihre Anforderungen?

Köster: Wir haben zwei Zielgruppen, die wir mit unserer Wandelanleihe ansprechen wollen. Institutionelle Investoren, die die Chance in unserem Produkt erkennen, aber eben auch semi-professionelle Anleger, die durchaus auch nachweislich qualifizierte Privatkunden sein können. Ich denke, wir sollten nicht per se semi-professionellen Investoren die Möglichkeit nehmen, in ein innovatives zukunftsträchtiges Produkt frühzeitig investieren zu können.

Wenn man die Anleihe als ein mit Chancen aber auch vielen Risiken behaftetes Produkt beschreiben würde, würden Sie mir dann widersprechen?

Köster: Wie bei jedem Early-Bird Investment gibt es Risiken. Wir sind uns aber sicher, dass die Chancen deutlich überwiegen. Wir verfügen über ein Produkt, das ein prosperierender Markt notwendig braucht. Es handelt sich bewusst um eine Wandelanleihe, die dann später eben auch die Chance bietet, das Investment in Eigenkapital zu wandeln. Wir halten diese Anleihe trotz aller sicherlich vorhandenen Risiken für ein attraktives Finanzprodukt.

Wie sieht ihre Kundenbasis aus?

Köster: Wir sind breit aufgestellt. Wir haben ein Kundenspektrum, das vom normalen Hausbesitzer bis hin zum industriellen Großunternehmen reicht. Selbstverständlich sind wir auch im Bereich der Elektromobilität gut aufgestellt. Des Weiteren sind wir in engem Kontakt mit Kommunen und Landkreisen, die letztendlich für die ausreichende Stromversorgung der zunehmenden und auch klimapolitisch gewünschten Elektrofahrzeuge sorgen müssen. Da sehen wir unsere gesellschaftspolitische Verantwortung.

Wie weit sind Sie bisher mit ihren Vertriebsaktivitäten fortgeschritten?

Köster: Wir haben uns im Vertrieb in den letzten zwei Jahren innovativ neu aufgestellt. Wir sprechen unsere definierten Zielgruppen im Markt systematisch an. Wir sind aktiv im Vertrieb von Heimspeicheranlagen mit Wohnimmobilien-Bauträgern. Des Weiteren sind wir in konkreten Verhandlungen mit verschiedenen kommunalen Behörden, um auch dort unsere innovativen Lösungen zu platzieren. Um so mehr deutsche Automobilhersteller erkennen, dass die Rundzellentechnologie effizienter und preisgünstiger ist, werden diese auch automatisch auf unsere Hightech-Platinen zugreifen wollen. Auch hier sind wir aktiv in guten Gesprächen.

Oft hört man aktuell von Liefer- und Logistikschwierigkeiten in der Industrie. Ist E-Stream davon ebenfalls betroffen?

Köster: Auch wir merken die Auswirkungen der aktuellen Situation, obwohl wir mit unserem Konzept die Lieferantenabhängigkeit minimiert haben und Schlüssellieferanten vertraglich gesichert haben. Wir haben uns über einen Rahmenvertrag die Lieferung von Batteriezellen aus Asien gesichert.

Ist die aktuelle Wandelanleihe eine Vorstufe zu einem möglichen Börsengang?

Köster: E-Stream möchte die Wandelanleihe nicht als Vorstufe für einen Börsengang bezeichnen. Aber sicherlich ist es so, dass wir uns den Markt im letzten Jahr genau angesehen und einen Börsengang aktiv vorbereitet haben. Ende letzten Jahres sind die Märkte aufgrund von Corona wieder fast zum Erliegen gekommen. Gerade gibt es in Europa einen Krieg, der die Börsen nervös macht. In einem solchen Moment wäre es nicht zu erwarten, dass ein IPO erfolgreich wäre. Ich würde es so formulieren wollen: Durch die Begebung der Wandelanleihe möchte E-Stream in einen noch intensiveren Dialog mit dem Kapitalmarkt eintreten.

Dieses Interview ist eine Kooperation von wallstreet:online mit der Redaktion von www.4investors.de.




Nachrichtenquelle: 4investors
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Disclaimer

CEO Dirk Köster im Interview E-Stream: Neue Technologie sorgt für mehr Reichweite bei Elektrofahrzeugen Mit einem neuen System erhöht E-Stream die Lebensdauer von Batterien in E-Autos. Doch die Technologie kann noch viel mehr, wie Geschäftsführer Dirk Köster im Interview mit unserer Redaktion erläutert.

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