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Emerging Markets BICS statt BRICS – Goodbye Russland

Nach dem Angriff der Russischen Föderation am 24. Februar gegen seinen Nachbarstaat Ukraine ist die Welt eine andere. Vor allem in Europa sind die Auswirkungen zu spüren.

Die Sanktionen des Westens treffen Russland mit einer nie dagewesenen Wucht. Seit dem Angriff steht der russische Aktienmarkt still. Aktien sind nicht mehr handelbar. Am 21. März wurde zumindest der Handel mit russischen Staatsanleihen an der Moskauer Börse eingeschränkt wieder aufgenommen. Glücklicherweise stehen russische Aktien nur für einen kleinen Prozentsatz des europäischen Fondsvermögens. Am stärksten betroffen sind Schwellenländer bzw. Emerging Markets Fonds. Vor allem Schwellenländer ETFs mussten reagieren, da Russland im MSCI und im FTSE Emerging Markets Index vertreten war. Anfang März reagierten die großen Indexanbieter und schmissen russische Aktien und Anleihen aus ihren Indizes.

Was sind Emerging Markets?

„Emerging Markets“ ist die allgemein gültige Bezeichnung für die Finanzmärkte in sogenannten Schwellenländern. Darunter fallen die Länder, deren Volkswirtschaften noch nicht den Stand eines entwickelten Industriestaates erreicht haben. Allerdings befinden sich die Industrien schon in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium. Ein Schwellenland weist nicht mehr die typischen Merkmale eines Entwicklungslandes auf. Es steht bereits an der Schwelle dazu, ein Industriestaat zu werden. Häufig findet sich in diesen Staaten ein Nebeneinander von sehr modernen und sehr armen und unterentwickelten Regionen. Entsprechend groß sind häufig die sozialen Unterschiede.

Die BRICS-Staaten

Die meisten Schwellenländer liegen im südlichen und östlichen Asien, in Latein-Amerika und teilweise in Osteuropa. Wie viele Staaten zu den Schwellenländern gezählt werden unterliegt einem stetigen Wandel. Meistens sind es durchschnittlich zwischen 20 bis 30 Staaten, welche dieser Rubrik zuzuordnen sind. Zu den wichtigsten Emerging Markets zählen die BRICS-Staaten. Das Akronym wurde Anfang des Jahrtausends von Jim O‘Neill, Chefvolkswirt der Großbank Goldman Sachs, geprägt. Es setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der fünf zugehörigen Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika zusammen. In Zukunft wird man vermutlich nur noch von den BICS-Staaten sprechen. Russland hat sich erfolgreich selbst aus dem Spiel genommen.

Warum bieten Emerging Markets so große Chancen?

Viele Emerging Markets überzeugten in den letzten Jahren durch eine starke wirtschaftliche Dynamik. Vor allem China erfreute Investoren mit zeitweise zweistelligen jährlichen Wachstumsraten. Im Jahr 2021 wuchs die chinesische Wirtschaft um 8,1 Prozent. Viele Emerging Markets sind wichtige Lieferanten von Smartphones, Unterhaltungselektronik und High-Tech-Komponenten wie Computer-Chips und Kameras. Vor allem diese Wachstumsbranchen bieten Investoren große Chancen. Die Bevölkerung in vielen Emerging Markets ist jung und die sich gerade erst bildende breite Mittelschicht will die Früchte des eigenen Erfolgs genießen und werden zumindest einen Teil ihres wachsenden Wohlstands in den Konsum investieren. Ein starker Konsum stärkt eine Volkswirtschaft, sorgt für Wachstum und macht sie weniger vom Weltmarkt abhängig. Vor allem die asiatischen Emerging Markets sind dabei von Bedeutung. Dabei ist vor allem China ein wichtiger Anker für den Wirtschaftsraum Asien. Neben dem globalen und regionalen Schwergewicht China stehen für Anleger vor allem Schwellenländer wie Taiwan, Südkorea und Indien im Fokus.

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Gastautor: Markus Richert
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Emerging Markets BICS statt BRICS – Goodbye Russland Nach dem Angriff der Russischen Föderation am 24. Februar gegen seinen Nachbarstaat Ukraine ist die Welt eine andere. Vor allem in Europa sind die Auswirkungen zu spüren. Unabhängig davon wie lange der Konflikt noch andauern wird, die Nachwirkungen werden uns noch lange beschäftigen. Nicht nur die Politik muss sich neu sortieren, auch in der Finanzwelt musste schnell reagiert werden.