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Rohstoffknappheit Aktien, Fonds, ETF: Steigende Holzpreise lassen die Kassen klingeln

Für die großen Forstbetriebe lief es in den vergangenen Monaten hervorragend: Der Rohstoff Holz ist knapp und entsprechend teuer. Auch Anleger können sich ein Stück Wald ins Depot holen.

Jetzt wird auch noch das Papier knapp: Wer derzeit ein Druckerzeugnis in Auftrag geben will, muss gut planen. Der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) spricht gar von einer "bislang unbekannten Papierknappheit, unvorhergesehenen Preisentwicklungen, unverbindlichen Lieferterminen und langen Lieferfristen." In einer Umfrage, die der Verband durchgeführt hat, gaben 80 Prozent der Druck- und Medienunternehmen an, deutlich von der Situation auf den Papiermärkten beeinträchtigt zu sein, für 21 Prozent sei die aktuelle Lage existenzgefährdend. 70 Prozent der Befragten erwarten Umsatzeinbußen, da immer mehr Auftraggeber auf digitale Alternativen ausweichen.

Grund für die Turbulenzen sind enorme Preissteigerungen auf dem Papiermarkt. Für März 2022 hält das Statistische Bundesamt fest, dass Papier und Pappe um 45,3 Prozent teurer waren als ein Jahr zuvor. "Hier stiegen insbesondere die Preise für Zeitungsdruckpapier (+95,4 %). Wellpapier und Wellpappe, die für die Verpackungsindustrie eine wichtige Rolle spielen, kosteten 40,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor", schreibt die Statistikbehörde.

Enorme Preissteigerungen im Holzmarkt

Überhaupt ist der Rohstoff Holz teuer geworden. Egal ob Bau- und Industrieholz, Brennholz oder Holzpellets – die aktuelle Gemengelage aus Energiekrise, Ukraine-Krieg mit Sanktionen russischer Holzexporte sowie zurückliegende Dürren und Waldschäden sorgen für starke Preisanstiege. Nach einer Schwächephase Ende vergangenen Jahres ging es Anfang 2022 wieder deutlich nach oben.

"Besonders stark stiegen die Preise für Stammholz und Stammholzabschnitte der Nadelbäume: Fichtenholz verteuerte sich binnen eines Jahres um 26,2 Prozent. Dies ist der stärkste Anstieg seit 1993. Im Vorjahr führten die anhaltende Trockenheit und damit verbundener Schädlingsbefall zu einer verminderten Qualität und damit zu vergleichsweise geringen Preisen", vermeldet das Statistische Bundesamt zu den Ergebnissen im Jahr 2021.

Die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise haben auch die Umsätze im Holzgewerbe getrieben, notiert der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) für Januar 2022. "Laut Statistischem Bundesamt stiegen die Umsätze um 43,9 Prozent. Dabei lagen die einzelnen Segmente alle im positiven Bereich. Bei den Holzverpackungen ging es um 63,2 Prozent, im Baunahen Bereich um 46,4 Prozente, bei den Holzwerkstoffen um 23,9 Prozent nach oben, die Umsätze der Sägewerke stiegen sogar um 63,4 Prozent", so der HDI in einer aktuellen Publikation. Die Inlandsumsätze stiegen demnach um 45 Prozent, die Auslandsumsätze um 41,5 Prozent. Der Gesamtwert liegt laut HDH damit um 43,9 Prozent über dem Wert von Januar 2021.

"2022 wird genug Holz vorhanden sein", beruhigt hingegen der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) im Rahmen einer Anfang dieses Jahres gestarteten "Holzbau-Offensive". Die Marktdynamik in den vergangenen zwei Jahren sei auch auf Vorratskäufe, Lageraufbau und Mehrfach-Bestellungen zurückzuführen. Der so forcierte Nachfrageanstieg habe zwar die Preise getrieben, die deutsche Säge- und Holzindustrie produzierte aber indessen auf Rekordniveau. Im vergangenen Sommer sei die Nachfrage dann abrupt abgerissen. Der Verband mahnt zur Besonnenheit, damit sich solche Extreme nicht wiederholen.

Rohstoffmarkt ist volatil

Dieser kurze Rückblick zeigt, dass man mit Holzinvestments immer auch ein Stück Volatilität in Kauf nehmen muss. Langfristige Sparpläne, mit denen man Schritt für Schritt in einen Fonds-, ETF- oder Aktiensparplan einzahlt, können Ausreißer glätten. Zudem sollte auch die Assetklasse Holz immer nur als Ergänzung in einem breit gestreuten Depot verstanden werden. Der Naturstoff Holz ist Risiken wie Wetter- und Klimaeinflüssen oder potenziellem Schädlingsbefall unterworfen und bedarf einer je nach Holzart mehr oder weniger langen Wachstumszeit bis zur Ernte. Behält man diese Besonderheiten im Blick, kann Holz als natürlicher Bau- und Brennstoff zugleich für mehr Nachhaltigkeit im Depot sorgen.

Zugangsmöglichkeiten für Privatanleger

Anstatt sich eine Parzelle Wald zu kaufen und dieses zu bewirtschaften, kann man sich ein Stück vom Holzmarkt auch über Aktien, Fonds oder ETFs ins eigene Portfolio holen.

Einer der größten internationalen Forstwirtschaftskonzerne ist Weyerhaeuser aus den USA. Rund 9,9 Millionen Hektar Wald, vor allem in den USA und Kanada, werden von dem im Jahr 1900 gegründeten Unternehmen bewirtschaftet. Kurz vor Veröffentlichung der Zahlen gehen Analystenschätzungen von einem zweistelligen Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal aus. Auch an der Börse ging es zuletzt wieder nach oben – die Aktie ist seit Jahresbeginn im Plus und lieferte in den vergangenen Jahren stabile Renditebeiträge.

Im waldreichen Kanada ist die West Fraser Timber Co. Ltd. beheimatet. Das 1955 gegründete Unternehmen hat sich auf die Herstellung von Holzprodukten spezialisiert und zählt heute zu den größten Holzproduzenten der Welt. Die Palette reicht von Bauholz über Holzfasern bis hin zu Zeitungspapier. Analysten erwarten in ihren Schätzungen für das abgelaufene Quartal eine deutliche Umsatzsteigerung.

Wiederum in den USA bewirtschaftet Rayonier den Hauptteil seiner Forstflächen. Das 1926 gegründete Unternehmen betreibt als weiteres Standbein Immobiliengeschäfte. In ersten Schätzungen zum abgelaufenen Quartal bis Ende März 2022 gehen Analysten von einem deutlich zweistelligen Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahresquartal aus. An der Börse konnten Anleger dieses Jahr ebenfalls mitverdienen.

In Helsinki sitzt das weltweit zweitgrößte Forstunternehmen: Stora Enso ist ein führender Anbieter von Verpackungen, Biomaterialien, Holzbau und Papier. Laut vorliegendem Zwischenbericht zur wirtschaftlichen Entwicklung von Januar bis März 2022 stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 2.798 Millionen Euro. Der Aktienkurs konnte die vergangenen Monate ebenfalls vom steigenden Holzpreis profitieren.

Wem Einzelinvestments zu aufwendig sind, kann alternativ auch auf eine Fondslösung zurückgreifen: Seit 2008 bietet der Pictet- Timber (ISIN: LU0340559805). Zugang zu den genannten Unternehmen und darüber hinaus zu weiteren aussichtsreichen Playern in der globalen Forstwirtschaft. Der Fonds ist in verschiedenen Tranchen erhältlich und kann auch als Sparplan genutzt werden.

Für Anleger, die lieber ETFs für den Vermögensaufbau nutzen, gibt es etwa den iShares Global Timber & Forestry UCITS ETF (ISIN: IE00B27YCF74). Der USA-lastige Index bildet die Wertentwicklung wichtiger holzverarbeitender Unternehmen ab.

Autorin: KS, Redaktion smartbroker.de




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