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Marktmeinungen Bärenstimmung am Aktienmarkt: Wann endet der Verkaufsdruck?

Der Wirtschaftswissenschaftler Dennis Gartman spricht von einem "letzten Tag mit starkem Verkaufsdruck", der das Ende des Bärenmarktes einläuten wird. Aber wie wahrscheinlich ist das? Wir haben uns umgehört.

Dennis Gartman, Wirtschaftswissenschaftler und Investor seit den 70er Jahren, sagte am Montag gegenüber Bloomberg, dass sich US-Aktien in einem Bärenmarkt befinden und dort so lange bleiben werden, bis eine "heftige Abwärtsbewegung" an einem Tag signalisiert, dass die Preise den Boden erreicht haben.

"Es wird einen Tag geben, an dem wir um fünf oder sechs Prozent fallen, und das wird der letzte Verkaufsdruck sein. Das wird den Bärenmarkt beenden." Die Anleger sollten "weniger long sein. Sie sollten versuchen, so konservativ wie möglich zu sein", sagte Gartman. "Derjenige, der am wenigsten verliert, wird der Gewinner sein."

Wir haben bei Konstantin Oldenburger, Marktanalyst von CMC Markets, nachgefragt, wie er zu dieser Aussage steht: "Wenn man hundert Anlegern die Frage stellt, ob es sich um einen Bullenmarkt oder einen Bärenmarkt handelt, wird sich die Gruppe aller Voraussicht nach in etwa 50:50 aufteilen. Niemand ist in der Lage, das konkrete Ende einer Aufwärts- oder Abwärtsbewegung vorherzusagen. An der Börse geht es seit jeher für Investoren darum, den Haupttrend des Aktienmarktes zu erkennen."

Zwar sei an der Aussage von Dennis Gartman etwas dran und eine vollständige Kapitulation der letzten Optimisten wäre eine wünschenswerte Beobachtung, um antizyklisch von einem Boden zu sprechen. "Ob es aber fünf, sechs oder vielleicht noch 20 Prozent sind, die der Markt noch fallen muss, kann keiner sagen", so Oldenburger im Gespräch mit wallstreet:online.

"In fast allen Perioden eines signifikanten Marktrückgangs in den letzten 90 Jahren wurden mindestens ein Tag oder mehrere Tage mit Panikverkäufen festgestellt, an dem das Abwärtsvolumen 90 Prozent des gesamten Volumens ausmachte. Dies lässt sich über die Formel UVOL/(UVOL+DVOL) bestimmen und ist von L. M. Lowry ursprünglich definiert."

Diese 90 Prozent-Volumen-Abwärtstage seien laut Oldenburger ein wichtiger Bestandteil eines möglichen Markttiefs: "Sie zeigen, dass die Preise stark abgewertet werden, vielleicht weit über rationale Bewertungen hinaus, und dass der Wunsch zu verkaufen sich langsam erschöpft."

Oldenburgers Bärenmarktprognose

Im letzten großen Abverkauf vom 20. Februar bis 19. März 2020 (Corona-Tief) habe es insgesamt acht solcher 90 Prozent-Volumen-Abwärtstage gegeben. Der Abverkauf dauert laut Oldenburger in der Regel so lange an, bis die Anleger einen 90 Prozent-Aufwärtstag produzieren oder zwei hintereinander folgende 80 Prozent-Anstiege.

Am Dienstag, den 09. Mai, konnte nach dieser Logik tatsächlich ein 90 Prozent-Volumen-Abwärtstag festgestellt werden: "Es waren 94 Prozent, um exakt zu sein. Es war der zweite 90 Prozent-Abwärtstag in den letzten drei Handelstagen. Nach dieser Methode fehlen jetzt also noch zur Bestätigung eines möglichen Tiefpunktes die tatsächlichen positiven Tage mit dem benötigten Kaufinteresse."

Sollte dies in den nächsten Tagen und Wochen ausbleiben, würden aller Voraussicht nach weitere Tiefpunkte folgen. Wie tief das dann sein wird, lasse sich laut Oldenburger nicht in einer Prozentzahl ausdrücken. 

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Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion

 





2 Kommentare
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Kommentare

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11.05.22 14:45:46
DIE ERBIN
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11.05.22 14:43:25
Hier mal ein paar Gründe für weiter steigende Zinsen in der westlichen Welt.
China's annual inflation rate accelerated to 2.1% in April 2022 from 1.5% in March, above market forecasts of 1.8%. This was the highest reading since last November, amid logistic disruptions caused by strict COVID-19 measures. Prices of food rose for the first time in five months, with the rate of inflation (1.9%) being the highest since October 2020.

Wohlgemerkt: Staatliche Kontrolle gegen marktwirtschaftliche Kräfte.

Tendenz weiter stark steigend ....

DIE ERBIN

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