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Grüne Anleihe ACTAQUA: Auf dem deutschen Markt gibt es nichts Vergleichbares

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Eine grüne Anleihe soll bei ACTAQUA für weiteres Wachstum sorgen. Das Unternehmen ist mit PAUL im Immobilienbereich in Sachen Klimaschutz unterwegs. Viele große Konzerne zählen zu den Kunden.

Im Gespräch mit unserer Redaktion spricht Mitgründer Sascha Müller über das Geschäftsmodell von ACTAQUA. Er berichtet davon, wie man den Großen der Immobilienbranche hilft und dafür sorgt, dass diese Einsparungen vornehmen können. Dabei sorgt auch das Osterpaket der Bundesregierung für eine gehörige Unterstützung. Den Markt in Deutschland wertet Müller als immens, das Potenzial für die Dienste von ACTAQUA ist entsprechend groß - und man hat noch mehr in der Pipeline.

Die neue Anleihe von ACTAQUA hat ein Volumen von 15 Millionen Euro. Bei einer Laufzeit von fünf Jahren wird das Papier jährlich mit 7,0 Prozent verzinst. Gezeichnet werden kann die Anleihe ab dem 23. Mai.

ACTAQUA Unternehmensanleihe 7,00 % bis 12/25

Was macht ACTAQUA?

Müller: ACTAQUA verfügt mit PAUL über eine Smart Building-Plattform für vernetzte und digital gesteuerte Gebäudetechnik. Dabei setzen wir auf fortschrittliche Technologien wie Cloud-Anbindung oder Künstliche Intelligenz und sehen uns daher als Innovationsführer im Bereich der Gebäudetechnik. Wir ermöglichen mit PAUL die Steigerung der Energieeffizienz bei wasserführenden Systemen und damit die Reduzierung von CO2-Emissionen in Bestandsimmobilien sowie die Sicherung der Trinkwasserqualität.

Die Lage an den Märkten ist derzeit eher unruhig. Warum kommen Sie jetzt mit einer Emission heraus?

Müller: Klimaschutz ist aus meiner Sicht die größte Herausforderung der Menschheit. Die Bedeutung von PAUL für die Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden ist so signifikant, dass PAUL als ein wichtiger Baustein für die Erreichung der Klimaziele in der Immobilienwirtschaft und damit der Klimaneutralität in Deutschland anzusehen ist. So fordert der Klimaschutzplan der Bundesregierung bis 2030 eine CO2-Reduktion im Gebäudesektor von mindestens 67 Prozent gegenüber 1990.

Entsprechend verzeichnen wir ein sehr hohes Interesse an PAUL. Denn mit unserer Lösung könnten Energiekosten um bis zu 25 Prozent reduziert und jährlich 24 Millionen m3 Wasser und über drei Millionen Tonnen CO2 im Gebäudesektor eingespart werden. Nach unserem Kenntnisstand gibt es derzeit auf dem deutschen Markt nichts Vergleichbares zu PAUL. Daher sind wir von den ausgezeichneten Wachstumsmöglichkeiten für unser Unternehmen überzeugt, die wir finanzieren wollen. Gleichzeitig kommt unser Geschäftsmodell mit einer hohen Planbarkeit der Cashflows den Bedürfnissen von Anleihegläubigern entgegen. Bei einem Kupon von 7 Prozent p.a. ist dies in meinen Augen ein attraktives Gesamtpaket.

Sie begeben einen „Green Bond“. Was macht Ihre Anleihe grün?

Müller: Mit den Erlösen aus der Anleiheemission werden wir ausschließlich Projekte im Bereich Energieeffizienz finanzieren und leisten damit einen positiven Nachhaltigkeitsbeitrag, der auf SDG 7 und SDG 9 der Vereinten Nationen einzahlt. So ermöglicht PAUL Energie- und CO2-Einsparung in Bestandsimmobilien, indem wir die Temperatur absenken ohne Verlust an Hygiene oder Komfort. Wir tragen somit zur Abschwächung des Klimawandels bei. Der nachhaltige Ansatz unserer Anleihe ist durch die unabhängige Second Party Opinion von imug-Rating bestätigt. Das heißt, unsere grüne Anleihe steht im Einklang mit den von der International Capital Market Association herausgegebenen Green Bond Principles 2021.

Neben einer Steigerung der Energieeffizienz sorgen Sie mit Ihrem System Paul auch für eine gute Wasserqualität. Was kann da schiefgehen? Wasser gehört doch zu den sichersten Lebensmitteln in Deutschland.

Müller: Hier geht es um die Vermeidung einer Legionellenvermehrung in der Trinkwasseranlage. Dazu muss man wissen, dass Legionellen in geringer Menge in jedem Leitungssystem vorhanden sind. Wichtig ist es, eine Vermehrung und somit eine gesundheitsgefährdende Situation zu vermeiden. Es muss sichergestellt werden, dass das Wasser immer die richtige Temperatur hat – mehr als 55° C – und kontinuierlich bewegt wird.

Denn bei stehendem Wasser in Leitungen bilden sich Ablagerungen, die als Nährboden ein Legionellenwachstum begünstigen. Legionellen bergen vor allem beim Duschen ein Risiko, da die verunreinigten Aerosole über die Lunge aufgenommen werden. Das Trinken an sich ist gar nicht so problematisch. Die bisher einfachste Lösung schien, die Vorlauftemperatur im Warmwasserspeicher hochzusetzen, um das Abtöten von Keimen und Bakterien zu gewährleisten. Hier liegt das zweite Problem: ein unnötig hoher Energiebedarf. PAUL regelt mittels KI die Temperatur fortlaufend, so dass sie immer im optimalen Bereich liegt und sorgt für einen permanenten hydraulischen Abgleich – also für bewegtes Wasser. So arbeiten die wasserführenden Systeme energieeffizient und sicher.

Wie werden Sie das frische Geld aus der Emission konkret einsetzen?

Müller: PAUL misst bereits heute in mehr als 150.000 Wohneinheiten in Deutschland über digitale Sensoren kontinuierlich die Wassertemperatur und den Volumenstrom der wasserführenden Systeme. Diese Daten werden von unserer künstlichen Intelligenz ausgewertet und die Parameter über intelligente, motorisierte Ventile optimiert. Mit unseren Kunden vereinbaren wir dann standardmäßig Service- und Wartungsverträge von 10 Jahren. Das ermöglicht eine dauerhafte Kundenbindung und langfristig planbare Cashflows mit wiederkehrenden Erträgen über die gesamte Vertragslaufzeit.

Die Projektkosten hingegen für bspw. Material, Montage oder Einbau fallen innerhalb der ersten drei Monate an, anschließend haben wir nur noch geringe projektbezogene Aufwendungen. Für diese Vorfinanzierung werden wir die Erlöse verwenden, um so die Anzahl der mit PAUL ausgestatteten Gebäude weiter auszubauen.

Sie wollen mit dem Geld aus der Anleihe also neue Projekte vorfinanzieren. Wie sieht die Pipeline hier aus?

Müller: Zu unseren größten Kunden zählen derzeit Immobilienunternehmen, die wiederum zu den größten Bestandshaltern von Wohnimmobilien in Deutschland zählen und über erhebliche Immobilienstände in dem für ACTAQUA besonders relevanten Marktsegment Wohngebäude mit mehr als 13 Wohneinheiten verfügen.

Daher sehen wir ein wesentliches Marktpotenzial, das wir heben wollen, indem wir die Zusammenarbeit mit den beiden derzeit wichtigsten Kundengruppen, Wohnungseigentümergemeinschaften und private Wohnungsunternehmen, weiter strukturiert ausbauen. Zu Mitte März 2022 war bereits insgesamt ein Auftragsbestand von rund 4 Millionen Euro vertraglich fixiert. Wir rechnen derzeit für 2022 mit einem Auftragseingang von insgesamt rund 19 Millionen Euro bis 21 Millionen Euro.

Wie läuft der Vertrieb von PAUL aktuell und künftig ab?

Müller: Unser Key Account Management konzentriert sich auf den planvollen Ausbau von bestehenden Schlüsselkunden sowie auf die Neukundenakquise im besonders relevanten Marktsegment der mittleren bis großen Wohngebäude in Deutschland. Zu diesen Key Accounts gehören beispielsweise die größten deutschen Immobilienkonzerne und Wohnungsgesellschaften, die Immobilien für die großen Investmentgesellschaften betreuen.

Die strukturierte Bearbeitung der Key Accounts soll auch zukünftig weiter sukzessive ausgebaut werden. Ein weiterer Schwerpunkt des Vertriebs und der Neukundenakquise liegt derzeit im wohnwirtschaftlichen Umfeld bei mittleren Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften mit bis zu 5.000 Wohneinheiten, WEGs und kleineren Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften mit bis zu 200 Wohneinheiten.

Die Kosten für Paul sind umlagefähig und da es sich um eine klimafreundliche Maßnahme handelt, wird PAUL auch staatlich gefördert. Wie sieht diese Förderung aus?

Müller: Generell besteht die Möglichkeit für Eigentümer, die mit dem Einbau und dem Betrieb von PAUL verbundenen Kosten als Service- und Wartungskosten über die Betriebskostenabrechnung an die Mieter weiterzugeben. Zudem wurde PAUL im vergangenen Jahr vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle als förderfähige Einzelmaßnahme zur Verbesserung der Energieeffizienz im Gebäudesektor anerkannt. Damit wird jede installierte PAUL-Lösung bezuschusst. Die Förderung beläuft sich auf mindestens 20 Prozent des vollen Vertragswerts. Da das verbaute System auch nach Vertragsabschluss im Eigentum von ACTAQUA verbleibt, fließen die Zuschüsse der Gesellschaft als Antragstellerin zu.

Wie sehr profitieren sie vom Osterpaket der Bundesregierung?

Müller: Durch die Pläne der Bundesregierung zur neuen Bepreisung von CO2-Emissionen im Immobiliensektor wird ein weiterer Anreiz zum energetischen Sanieren geschaffen. PAUL erfährt damit zusätzlichen Rückenwind. Das neue Stufenmodell sieht steigende Vermieteranteile für die Umweltabgabe vor, je höher die CO2-Emission der Immobilien ausfallen.

Im schlechtesten Fall müssen Eigentümer dann 90 Prozent der CO2-Steuer übernehmen. Entspricht die Immobilie hingegen dem höchsten Energiestandard, zahlt der Vermieter keine CO2-Kosten mehr. Das ist jedoch die Ausnahme: Der ganz überwiegende Teil der Gebäude in Deutschland hat aktuell einen geringen oder sehr geringen Energiestandard. Und hier kann PAUL helfen, den Energiestandard zu verbessern und somit Kosten zu reduzieren.

Bisher ist PAUL fokussiert auf wasserführende Systeme, Sie blicken aber auch auf andere Bereiche. Was ist dort möglich?

Müller: Wir beabsichtigen in den kommenden Jahren PAUL für den Betrieb weiterer technischer Gebäudeanlagen zur Verfügung zu stellen: Etwa als Produktlösung für Monitoring, Wartungsplanung und Energiemanagement für Aufzugsanlagen und Klimaanlagen. In einem weiteren Schritt soll die Plattform zudem für die Gebäudetechnik von Drittanbietern geöffnet sowie eine White-Label-Version von PAUL für Trinkwasser- und Heizungsanlagen angeboten werden, so dass PAUL auch über andere Hersteller und Händler vertrieben werden kann.

Sie haben 2021 die Gesamtleistung um mehr als 150 Prozent gesteigert und eine EBITDA-Marge von 55 Prozent geschafft. Setzt sich dieser Trend fort?

Müller: ACTAQUA schreibt seit Gründung schwarze Zahlen und befindet sich seither in einer wachsenden und profitablen Geschäftsentwicklung. Dieser Trend hat sich auch 2021 fortgesetzt mit einer Gesamtleistung von 12,3 Millionen Euro. Das EBITDA lag 2021 bei 6,9 Millionen Euro nach 2,1 Millionen Euro im Vorjahr. Angesichts der enormen Potenziale für PAUL sehen wir gute Möglichkeiten, um unseren profitablen Wachstumskurs auch in Zukunft weiter fortführen zu können.

Bisher hat ACTAQUA 150.000 Wohneinheiten von 80 Kunden mit PAUL ausgestattet. Wie groß ist der Markt insgesamt?

Müller: Alleine in Deutschland ist der Markt immens. Unsere potenziellen Kundensegmente und der sehr hohe Bestand an älteren Gebäuden bei Wohnimmobilien, Büro- und Verwaltungsgebäuden sowie Einrichtungen des Gesundheitssektors, adressieren einen Milliardenmarkt mit ca. 19,2 Millionen Wohneinheiten allein in Deutschland.

Interessiert sie auch der Markt außerhalb Deutschlands?

Müller: Natürlich, denn die Notwendigkeit und Potenziale zur Einsparung von Energie und der Reduzierung von CO2 besteht angesichts des globalen Klimawandels auch außerhalb Deutschlands. Daher ist es unser Ziel, die Bekanntheit der Marke PAUL zunächst im Inland, in einem nächsten Schritt in der gesamten D-A-CH-Region und in einem weiteren nachgelagerten Schritt europaweit zu erhöhen.

In der Immobilienbranche läuft es derzeit nicht überall ganz rund. Könnten ihre Dienste möglichen Kosteneinsparungen zum Opfer fallen?

Müller: Das Geniale an PAUL ist ja gerade, dass keine Investitionskosten anfallen. Zudem ermöglichen wir eine relevante Energiekosteneinsparung. Insofern spielt uns diese Entwicklung eher in die Karten.

Im vergangenen Jahr gab es auf der Website der BaFin eine inzwischen wieder gelöschte Meldung wegen einer früheren Anleihe von ACTAQUA. Wie kam es dazu, was war passiert?

Müller: Die BaFin vermutete für uns völlig überraschend, dass wir die erste Anleihe, die sich allerdings nur an qualifizierte Anleger richtete, ohne einen erforderlichen Prospekt angeboten hätten, was jedoch nur bei einem – in unserem Fall nicht vorliegenden – öffentlichen Angebot notwendig gewesen wäre. Diese Vermutung hatte sich entsprechend nicht bestätigt, sodass die ursprüngliche Meldung der BaFin Ende 2021 von deren Website entfernt wurde.

Seit März firmieren sie als AG. Ist diese Emission eine Vorbereitung für einen Börsengang?

Müller: (lacht) Bislang haben wir sehr gute Erfahrungen mit dem Kapitalmarkt gemacht, wollen jetzt aber nichts überstürzen. Aktuell konzentrieren wir uns daher voll und ganz auf das operative Geschäft und die Anleiheemission.

Dieses Interview ist eine Kooperation von wallstreet:online mit der Redaktion von www.4investors.de.




Nachrichtenquelle: 4investors
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Grüne Anleihe ACTAQUA: Auf dem deutschen Markt gibt es nichts Vergleichbares Eine grüne Anleihe soll bei ACTAQUA für weiteres Wachstum sorgen. Das Unternehmen ist mit PAUL im Immobilienbereich in Sachen Klimaschutz unterwegs. Viele große Konzerne zählen zu den Kunden.

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