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Jetzt profitieren Reedereien-Aktien: Hohe Frachtraten sorgen für Milliardengewinne

In der Reederei- und Logistiksparte streichen die großen Player derzeit Traumgewinne ein. Ein kurzer Überblick über eine Branche, die aktuell in Geld schwimmt.

Im Hamburger Hafen, schrieb das Branchenblatt Logistik vor ein paar Tagen, warten zwischen acht und zehn Containerschiffe vor der Einfahrt zur Elbe auf See – mehr als sonst, wie die Hamburger Hafen und Logistik Aktiengesellschaft (HHLA) gegenüber dem Magazin erklärte. Das erhöhte Containeraufkommen führe zu Verzögerungen in den Containerterminals.

Verbraucher bemerken den Stau in den großen Häfen in Form von leeren Regalen, denn die empfindlichen Lieferketten vertragen keine Störungen in den Abläufen. Neben Personalmangel oder regional durchgeführten Bauarbeiten seien auch der Ukraine-Krieg und immer noch die Coronapandemie schuld an der Entwicklung.

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"Die deutsche Exportwirtschaft arbeitet ja weiter, stellt die Ware bereit, auch wenn das betreffende Containerschiff erst mit deutlicher Verspätung ankommt", zitiert Logistik heute den HHLA-Unternehmenssprecher Hans-Jörg Heims zu den anhaltenden Kapazitätsengpässen. Ein weiterer Grund, warum sich Container in den Häfen stauen, sei demnach, dass die Reedereien die Schiffe überbuchen und die Transportboxen dann mitunter nicht mitgenommen werden und somit erstmal an den Terminals stehen bleiben.

Frachtraten auf Höchstniveau

Eine wichtige Kennzahl in der Containerschifffahrt ist der World Container Index (WCI). Darin sind die Frachtraten auf acht Hauptrouten von bzw. nach USA, Europa und Asien zusammengefasst. Der WCI gibt die Kosten für den Transport einer vollen 40-Fuß-Containerladung an, ohne Terminalumschlag im Ursprungshafen. Laut Drewry Shipping Consultants, die den WCI erstellen, lag der Wert am 26. Mai bei 7.635,28 US-Dollar. Dies sei im Wochenvergleich zwar ein minimaler Rückgang (-0,2 Prozent), aber immer noch 22 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, so die Gesellschaft auf ihrer Webseite.

Der Logistikdienstleister Flexport, empfiehlt seinen Kunden, rechtzeitig zu buchen und aufgrund von Hafenüberlastungen und Verspätungen bei der Planung flexibel zu bleiben. Etwa für Seefracht zwischen Europa und Nordamerika geht das Unternehmen in seinem Update davon aus, dass auf der Route Asien nach Europa die Raten aufgrund von geringem Frachtraum im Juni "voraussichtlich steigen" werden. Für Seefracht von Europa nach Nordamerika heißt es zum Beispiel:

Die Raten werden auch für Juni auf hohem Niveau erwartet.

Hohe Frachtraten bescheren Reedereien goldene Zeiten

Was den einen ärgert – etwa Kunden, deren Wunschartikel in einem Container auf die Verschiffung warten –, freut aber oft jemand anderen. Profiteure der Entwicklung sind die großen Reedereien: Ihnen spülen die hohen Transportkosten seit dem vergangenen Jahr ordentlich Gewinne in die Kassen. Die weltgrößte Reederei Maersk und zum Beispiel der deutsche Wettbewerber Hapag-Lloyd konnten schon Ende 2021 sensationelle Ergebnisse vermelden. In diesem Jahr scheinen die Geschäfte bislang kaum schlechter zu laufen.

Hapag-Lloyd: Ein dickes Plus freut auch die Aktionäre

Dank hoher Frachtraten hob etwa die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd ihre Jahresprognose an. Auf Basis des aktuellen Geschäftsverlaufs dürfte auch das zweite Quartal über den Erwartungen liegen, so das Unternehmen im aktuell vorliegenden Quartalsbericht. Erwartet wird ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 11,7 bis 13,6 Milliarden Euro – bislang war das Management von 8,9 bis 10,7 Milliarden Euro ausgegangen.

Zu den ersten drei Monaten dieses Jahr heißt es in dem Bericht: "Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022 sind die Umsatzerlöse des Hapag-Lloyd Konzerns um 3.909,2 Millionen Euro auf 7.976,6 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 4.067,4 Millionen Euro) gestiegen, was einem Anstieg um 96,1 Prozent entspricht. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen der Anstieg der durchschnittlichen Frachtrate um 83,9 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Die Stärkung des US-Dollars im Vergleich zum Euro wirkte sich ebenfalls erhöhend auf die Umsatzerlöse aus." Die Flotte von Hapag-Lloyd bestand laut eigenen Angaben zum 31. März 2022 aus 248 Containerschiffen.

Anleger hatten mit der Hapag-Lloyd-Aktie auch in diesem Jahr bislang viel Freude. Einem jüngsten Rücksetzer zum Trotz konnte der Titel in den vergangenen Monaten kräftig zulegen.

APM-Maersk: Containerriese baut Geschäft aus

Mit aktuell 729 Schiffen, davon 330 eigene und 399 gechartert, ist die dänische Unternehmensgruppe A. P. Møller-Maersk mit Maersk Line die größte Containerschiffreederei weltweit.

Auch hier spricht der vorliegende Zwischenbericht zum ersten Quartal 2022 für eine sehr erfreuliche Geschäftsentwicklung: Über alle operativen Bereiche hinweg habe man sich gegenüber dem Vorjahresquartal verbessert. Die Jahresprognose für den bereinigten Betriebsgewinn (EBITDA) wurde von 24 Milliarden US-Dollar auf 30 Milliarden US-Dollar angehoben. Anleger zeigten daraufhin vermehrt Interesse an der Reederei-Aktie und der Kurs schoss kurzzeitig nach oben.

Die Containerreederei will ihr Portfolio künftig erweitern und kündigte zuletzt die Übernahme der US-Luftfrachtspedition Pilot Freight Services an. Ende letzten Jahres wurde vermeldet, A. P. Møller-Maersk wolle die Logistiksparte der Einkaufsorganisation Li & Fung aus Hongkong übernehmen.

Cosco Shipping Ltd.: Volkseigener Betrieb made in China

Wer etwas risikofreudiger ist, könnte beispielsweise auch die in Peking ansässige Cosco Shipping Ltd. auf den Radar nehmen. Die Containerreederei ist mit 475 Schiffen nicht gerade unbedeutend und belegt aktuell den vierten Platz nach Flottengröße. Der chinesische Staatskonzern erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von über 198 Millionen Singapur-Dollar. Die Aktie ist vergleichsweise günstig zu haben und bewegte sich in den vergangenen Monaten im Plus.

Mit Reederei-Aktien zum rettenden Ufer?

Immer größere Schiffe mit immer mehr Transportkapazitäten und extrem teure Frachtraten wecken auch bei Anlegern große Hoffnungen. Doch auch wenn die Zahlen der Containerschifffahrt derzeit sehr positiv ausfallen, ist das Segment an sich zyklisch und damit eben auch schwankungsanfällig. Sollte etwa der Welthandel deutlich einbrechen, wäre dies in den Auftragsbüchern der Reedereien deutlich zu spüren. Daher: Aktien und Geschäftsaussichten immer langfristig betrachten und möglichst viele verschiedene Titel und Branchen im Depot mischen.

Smartbroker-Kunden können übrigens sparen: Über gettex erhältliche Titel sind ab 0 Euro handelbar, bei Lang & Schwarz kostet ein Trade ein Euro (jeweils ab 500 Euro Ordervolumen pro Trade). Die große Auswahl an Handelsplätzen gibt Ihnen zudem die Möglichkeit, auch internationale Titel zu kaufen und den regionalen Anlagehorizont noch stärker zu erweitern.

Autorin: KS, Redaktion smartbroker.de




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Kommentare

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09.06.22 20:27:24
ein kräftiger Schluck aus der Pulle für die Docker ? Reicht die Fischtreppe nicht mehr ?
also ehrlich...😴
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09.06.22 19:31:42
Hier wird noch ne Menge Druck auf den Kurs kommen, rumlabbern über Reedereien hilft da nicht!

HHLA, macht Sonder- und Hauptschüler zu Besserverdienener
Aus die Mopo:
Verdi fordert Inflationsausgleich für die Hafenarbeiter

Verdi weist darauf hin, dass die Hafenarbeiter während der Corona-Zeit an ihre Belastungsgrenzen und mit vielen Überstunden sogar noch darüber hinaus gegangen seien. Dass die Arbeitgeber nun weniger als den Preisanstieg anbiete, ist für die Gewerkschaft nicht akzeptabel.

Ein Hafenarbeiter der Lohngruppe 6, in der ein Großteil beschäftigt ist und an der sämtliche Berechnungen bei der jährlichen Lohnrunde festgemacht werden, hat ein Jahresgehalt zwischen 54.000 und 57.000 Euro. Für Überstunden, besondere Schichten, Sonn- und Feiertage gibt es Zuschläge.

Der aktuelle Tarifvertrag läuft zum 31. Mai aus. Dann endet auch die Friedenspflicht.
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03.06.22 15:46:44
Js, Containerschiffe und deren Reedereien sind nicht schlecht. Ich bin jedoch noch stärker in die sog. Bulker-Reedereien investiert. Bulker transportieren Massengut, wie z. B. Kohle, Getreide oder Erze.
Ich finde, dass hier durch den WEgfall der Routen Russland <-> Europa und der Blockade der schwarzen Meer-Häfen langfristig die Mietpreise für die Schiffe oben bleiben.
Bezeichnend ein Zitat aus der letzte Pressemeldung (24.05.22) der Gesellschaft Star Bulkers Ldt :

"Dry bulk market prospects are favorable, notwithstanding the challenging global economic conditions.
Main driver remains the limited supply growth with the historically low vessel orderbook and the
upcoming environmental regulations further suppressing orders and speeds. Demand is still robust with
continued strong commodity flows over longer distances due to infrastructure investments and trade
dislocations.”
Mit der gleichen Argumentation bin ich übrigens auch für Tankeraktien bullish, wobei ich den Wert Nordic american tankers (NAT) besonders spannend finde, wo gestern Insider stark gekauft haben. Die großen Gesellschaften wie Scorpio und Frontline haben bislang noch nicht so stark profitieren können.

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