Noch 15 Prozent weiter runter?

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    Tiefer in den Crash: "Panik schon, aber noch nicht die finale Kapitulation"

    Thomas Böckelmann (Foto), Portfoliomanager bei Euroswitch, schreibt über eine "finale Kapitulation" und "eine Korrektur des Denkfehlers in der Energiepolitik". Anlass genug, um nachzufragen. Böckelmann antwortete prompt.

    Noch 15 Prozent weiter runter? - Tiefer in den Crash: "Panik schon, aber noch nicht die finale Kapitulation"

    "Bislang haben wir zwar schon Panik im Markt gesehen, aber noch nicht die finale Kapitulation, die oft nötig ist, um einen Boden zu finden. Danach könnte dann wieder eine sehr schnelle Gegenbewegung nach oben einsetzen, insbesondere wenn wieder mehr Zuversicht in Sachen Lieferketten und Energieversorgung einsetzen sollte. Letzteres setzt aber die Korrektur des Denkfehlers in der Energiepolitik voraus", so die Meinung von Thomas Böckelmann, leitender Portfoliomanager der Vermögensmanagement Euroswitch, in der aktuellen Pressemitteilung seines Arbeitgebers unter der Headline "Ruhe bewahren ist die erste Anlegerpflicht".

    Wir haben bei Böckelmann nachgefragt: 1. Wie sieht eine "finale Kapitulation" seiner Meinung nach aus? Und 2.: Was meint er genau mit "einer Korrektur des Denkfehlers in der Energiepolitik"?

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    Antworten des Euroswitch-Fondsmanagers:

    "Eine 'finale Kapitulation' entspricht einer pandemieähnlichen Situation, in der ohne große Differenzierung zwischen Regionen, Branchen oder Titeln Aktienquoten panikartig reduziert werden. Ein Auslöser könnten schlechte Quartalszahlen (Gewinnrezessionen) und -ausblicke der größten Indexunternehmen sein, aber auch ein völliger Gaslieferstopp nach Deutschland. Ein weiteres 'Durchrutschen' von zehn bis 15 Prozent wäre ohne Weiteres vorstellbar. Wie hoch die Gefahr tatsächlich ist, kann man vermutlich erst aus dem Marktverhalten während der Berichtssaison rauslesen bzw. wenn mehr zur Gas-Versorgungslage Europas bekannt wird", so Thomas Böckelmann.

    Und was meinen Sie genau mit "einer Korrektur des Denkfehlers in der Energiepolitik"?

    Thomas Böckelmann: "Grundsätzlicher Denkfehler war die Annahme, dass 'nachhaltige' Vorgaben für die Geldanlage keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit hätten. Reduzierte Kreditvergaben oder geringere Bereitstellung von Eigenkapital erhöhen zwar wie gewünscht den Anpassungsdruck in den Unternehmen, reduzieren dadurch aber faktisch die Bereitstellung erforderlicher und bezahlbarer Energie für den Transformationsprozess. Auch die in Deutschland unterstützte erhöhte Nachfrage nach Strom (E-Mobilität, Industriefertigung weg vom Gas) bei gleichzeitiger Verknappung des Angebotes an Strom (Abschaltung von Kohle- und Kernkraft) steht exemplarisch für politische Denkfehler.

    Jenseits der Ideologien

    Eine Korrektur ist nur möglich über Fokussierung auf pragmatische Lösungen jenseits der Ideologien. Dazu gehören z.B. ehrliche Debatten zur Verlängerung der Kernkraft, aber auch zunächst klimabelastende Maßnahmen, wenn diese zu einem schnelleren Ausbau ausreichender erneuerbaren Energien und technologischen Neuerungen führen. Letztere sind z.B. Absaug-Technologien von CO2, denn nur Netto-Null-Emissionen werden zur Klimarettung nicht ausreichend sein", antwortete Thomas Böckelmann auf unsere Frage nach den "Denkfehlern in der Energiepolitik".

    Text: Christoph Morisse, wallstreet:online Zentralredaktion  



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