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ROUNDUP 5: Hurrikan 'Ian' bringt Florida Stromausfälle und Überschwemmungen
Foto: Arne Dedert - DPA

ROUNDUP 5 Hurrikan 'Ian' bringt Florida Stromausfälle und Überschwemmungen

(neu: durchgehend aktualisiert)

CAPE CORAL (dpa-AFX) - "Ian" ist als einer der stärksten Hurrikans in der Geschichte Floridas auf Land getroffen und hat dem US-Bundesstaat heftige Winde, Regen und Sturmfluten gebracht. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde erreichte der Sturm am Mittwochnachmittag (Ortszeit) die Westküste des Sonnenstaates und lag dabei nur knapp unterhalb der Schwelle zur höchsten Hurrikan-Kategorie, wie das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) mitteilte. Auf seinem Weg ins Landesinnere Floridas schwächte sich der Sturm dann ab.

Am frühen Donnerstagmorgen erreichte "Ian" Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde. Meteorologen stuften den Hurrikan damit zu einem Tropensturm herab. Die Experten warnten aber weiter vor katastrophalen, gar lebensbedrohlichen Überschwemmungen in Teilen Floridas. Auf einem mehr als hundert Kilometer breiten Landstreifen tobten in der Nacht heftige Unwetter. Als mächtiger Hurrikan war "Ian" zuvor in Kuba auf Land getroffen.

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"Ian" dürfte in die Liste der fünf schwersten Hurrikans in Florida kommen, sagte Floridas Gouverneur Ron DeSantis. Mehr als 2,5 Millionen Haushalte waren in der Nacht zeitweise ohne Strom, wie die Website Poweroutage zeigte. US-Medien gingen davon aus, dass diese Zahl zunächst weiter steigen werde.

Das Ausmaß der Zerstörung dürfte erst mit Sonnenaufgang am Donnerstag klarer werden. Das Zentrum des Sturms befand sich nach Angaben des Hurrikanzentrums in der Nacht rund 70 Kilometer südöstlich von Orlando und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von rund 13 Kilometern pro Stunde in nordöstlicher Richtung übers Land. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Regen durch Straßen peitschte, von Autos nur die Dächer aus den Fluten herausragten und Trümmer durch die Luft flogen. Teile der Innenstadt von Fort Myers und Naples standen unter Wasser, berichteten US-Medien.

Anrufe bei Rettungsdiensten von Hunderten Menschen in Florida, die ihre Häuser vor der Ankunft des Sturms nicht verlassen hatten, mussten zunächst unbeantwortet bleiben, wie die Zeitung "Miami Herald" schrieb. In besonders schwer betroffenen Gebieten sei es noch zu gefährlich für Rettungsaktionen, berichtete die "New York Times". Sturmfluten hätten zum Teil eine Höhe von rund 3,5 Metern erreicht, sagte DeSantis. Die Behörden rechneten mit schweren Schäden an Infrastruktur und Kommunikationsleitungen.

Für rund 2,5 Millionen Menschen galten Evakuierungsanweisungen. Einige entschlossen sich dennoch, in ihren Häusern zu bleiben. So auch der 42 Jahre alte John Renas, der mit seinen Kindern in Cape Coral ausharrte. Stundenlang habe rund um ihr Haus der Wind getobt, berichtete er dem Blatt "Tampa Bay Times". "Das Heulen, das werde ich nie vergessen." Es habe sich so angefühlt, als würde der Wind die Türen heraussaugen. Deshalb habe er eine Tür festgehalten, sein Sohn die andere. "Das nächste Mal, wenn sie uns auffordern, uns in Sicherheit zu bringen", sagte Renas dem Blatt, "werde ich gehen".

Einwohner der betroffenen Gebiete wurden eindringlich gewarnt, auch am Donnerstagmorgen nicht ihre Häuser zu verlassen, um etwa die Schäden zu begutachten. Auch wenn der Wirbelsturm abziehe, bestehe weiter Gefahr durch Trümmer, kaputte Stromleitungen und dergleichen. Unterdessen bereiteten sich die Menschen in der benachbarten Region auf die Ankunft des Sturms vor. Das Zentrum von "Ian" soll im Laufe des Donnerstags zunächst über die Ostküste Floridas abziehen und dann am Freitag auf die Küste des Bundesstaats South Carolina zusteuern.

In Florida, erklärte DeSantis, stünden die Behörden für Bergungs- und Reparaturarbeiten bereit, sobald das Wetter diese zulasse. Auf Twitter schrieb er, rund 7000 Soldaten der Nationalgarde und 179 Flugzeuge oder Hubschrauber könnten eingesetzt werden. Zudem hielten sich bereits mehr als 40 000 Monteure der Versorgungsunternehmen bereit, um Stromleitungen zu reparieren.

UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete "Ian" als "ein weiteres Beispiel dramatischer Klima-Aktivitäten", wie man sie auf der ganzen Welt mit zunehmender Häufigkeit und Zerstörung sehe.

Am Dienstag war "Ian" als Hurrikan der Kategorie drei von fünf in Kuba auf Land getroffen. In dem Staat mit gut elf Millionen Einwohnern fiel der Strom zeitweise landesweit aus. Zwei Menschen seien nach dem Einsturz ihrer Häuser gestorben, teilte die Regierung mit. Ein Boot mit Migranten aus Kuba sank unterdessen am Mittwoch vor der Küste Floridas. Die US-Küstenwache suchte zunächst nach 23 Menschen, wie sie auf Twitter mitteilte. Drei wurden dabei gerettet. Zuvor hatten vier Migranten von dem Boot schwimmend eine vorgelagerte US-Insel bei Key West in stürmischen Wetterverhältnissen erreicht./ddo/DP/nas




Nachrichtenagentur: dpa-AFX
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