checkAd

Der Markt hört auf die Fed. Aber hört er auch richtig hin?

Es gibt erste Zahlen vom langen Thanksgiving-Einkaufswochenende in den USA. Die Frage ist nur, ob sie gut oder schlecht für die Aktienmärkte sind. Und ob die Fed sich davon beeindrucken lässt.

Der Markt hört auf die Fed. Aber hört er auch richtig hin?
von Torsten Ewert

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

es gibt erste Zahlen vom langen Thanksgiving-Einkaufswochenende in den USA. Die Frage ist nur, ob sie gut oder schlecht für die Aktienmärkte sind. Und ob die Fed sich davon beeindrucken lässt.

Was sind die Umsatzdaten von Thanksgiving wert?

Der Softwarekonzern Adobe, der die Webseiten von Online-Händlern trackt, meldet für Thanksgiving – also den Feiertag selbst – einen Rekord-Einkaufswert von 5,29 Mrd. US-Dollar. Das ist gegenüber einem durchschnittlichen Tag, an dem online 2-3 Mrd. Dollar umgesetzt werden zwar ein Aufschlag um bis zu 164 %, aber gegenüber dem Umsatz an Thanksgiving 2021 beträgt der Zuwachs nur 2,9 %. „Nur“ deshalb, weil der Umsatzanstieg in den Vorjahren stets im zweistelligen Prozentbereich lag (bis zu +14 %).

Handeln Sie Ihre Einschätzung zu DAX Performance!
Long
Basispreis 14.190,69€
Hebel 14,88
Ask 9,91
Short
Basispreis 16.200,00€
Hebel 14,82
Ask 10,50

Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf das Disclaimer Dokument. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

Man kann diese Zahl also positiv sehen: Einerseits stieg der Umsatz, also können Händler und Hersteller relativ zufrieden sein. Andererseits ist auch eine gewisse Kaufzurückhaltung spürbar, wie sie aufgrund der miesen Verbraucherstimmung (siehe Börse-Intern vom 21.11.2022) auch zu erwarten war. Und das könnte ein Zeichen für die Fed sein, dass sie ihre Geldpolitik weniger stark strafft.

Aber diese Hoffnung könnte verfrüht sein. Aus meiner Sicht sind die Anleger immer noch zu optimistisch, was das Vorgehen der Fed betrifft. Dafür gab es in der Vorwoche erst wieder ein passendes Beispiel: Am Mittwoch wurde um 20 Uhr das Protokoll des Fed-Meetings von November veröffentlicht. Darin war zu lesen, dass die Zentralbanker erwägen, „bald“ zu kleineren Zinsschritten zurückzukehren. Einige zeigten sich bereits im November-Meeting besorgt, dass die schnellen Zinserhöhungen negative Effekte für Konjunktur und Finanzmarktstabilität haben können.

Kursfeuerwerk nach Fed-Protokoll

Das feierten die Börsen mit einem kleinen Kursfeuerwerk, das z.B. den S&P 500 auf ein neues Zwischenhoch trug (siehe Pfeil im folgenden Chart):

Aber wie Sie sehen hielt diese Freude nicht lange an. Der Kurs dümpelte danach nur auf dem erreichten Niveau dahin. Inzwischen deutet sich sogar schon wieder eine leichte Abwärtstendenz an.

Das ist eigentlich auch logisch. Denn seit der Fed-Sitzung haben Fed-Offizielle immer wieder die restriktive Geldpolitik verteidigt bzw. ihre Fortsetzung gefordert. Das Fed-Protokoll ist demgegenüber ein alter Hut und wird nur verzögert veröffentlicht. Die Fed-Mitglieder, die sich zuletzt dafür ausgesprochen haben, die Zinsen weiter zu erhöhen, kannten es natürlich. Und sie wussten auch, wie die Märkte darauf reagieren würden. Also haben sie in der Zwischenzeit dafür gesorgt, dass die Märkte nach der Veröffentlichung nicht übermütig werden. Die jüngsten Aussagen der Zentralbanker sind also die relevanten Nachrichten für die Märkte, nicht die alten Informationen aus dem Fed-Protokoll.

Seite 1 von 3




ANZEIGE

Broker-Tipp*

Über Smartbroker, ein Partnerunternehmen der wallstreet:online AG, können Anleger ab null Euro pro Order Wertpapiere erwerben: Aktien, Anleihen, 18.000 Fonds ohne Ausgabeaufschlag, ETFs, Zertifikate und Optionsscheine. Beim Smartbroker fallen keine Depotgebühren an. Der Anmeldeprozess für ein Smartbroker-Depot dauert nur fünf Minuten.

Lesen Sie das Buch von Sven Weisenhaus*:

* Wir möchten unsere Leser ehrlich informieren und aufklären sowie zu mehr finanzieller Freiheit beitragen: Wenn Sie über unseren Smartbroker handeln oder auf einen Werbe-Link klicken, wird uns das vergütet.


ANZEIGE

Wertpapier



0 Kommentare
Gastautor: Sven Weisenhaus
 |  1108   |   |   

Schreibe Deinen Kommentar

Disclaimer

Der Markt hört auf die Fed. Aber hört er auch richtig hin? Es gibt erste Zahlen vom langen Thanksgiving-Einkaufswochenende in den USA. Die Frage ist nur, ob sie gut oder schlecht für die Aktienmärkte sind. Und ob die Fed sich davon beeindrucken lässt.