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Vorstand Sinner im Interview Traumhaus AG: „Wir sind schnell, flexibel und anpassungsfähig”

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Die Traumhaus AG kann sich dem schlechter werdenden Umfeld am Immobilienmarkt nicht entziehen. Im Interview spricht Vorstand Otfried Sinner über die aktuellen Belastungen und ihre Auswirkungen auf den Eigenheim-Bauer.

Aber es gibt Lichtblicke: So könnte sich die Lage 2023 wieder verbessern, zudem habe man die „Kostensteigerung im Verhältnis zu unseren Mitbewerbern moderat gestalten können”, so Sinner.

Steigende Zinsen, höhere Inflation, Probleme bei den Lieferketten… die Probleme am Bau sind vielfältig. Wie geht es Traumhaus derzeit?

Sinner: In der Tat ist es ein herausforderndes Marktumfeld 2022 und wir werden voraussichtlich ein ausgeglichenes bis leicht negatives Jahresergebnis erzielen. Die Umsatzprognose für 2022 liegt in einer Bandbreite von 68 bis 90 Millionen Euro und wird nicht um die im Geschäftsbericht 2021 prognostizierten durchschnittlichen 15 Prozent steigen. Dementsprechend bewegt sich das EBITDA voraussichtlich im niedrigen einstelligen Millionenbereich und nicht wie im Geschäftsbericht 2021 erwartet zwischen 10 und 15 Prozent von der Gesamtleistung.

In der zweiten Jahreshälfte ist es zu Unterbrechungen der globalen Lieferketten gekommen. Bei den Ausbaugewerken, hier insbesondere bei elektrischen Bauteilen, treten in der Fertigstellung Zeitverzögerungen auf. Die Grundbuchämter und Bauämter sind nach wie vor unterbesetzt. Fehlende Baugenehmigungen und Grundbucheintragungen führen dazu, dass Projekte sich ins Jahr 2023 verschieben. Auch der Vertrieb hat ein herausforderndes Jahr 2022 zu bewältigen.

Wie sehr haben sich die Handwerkerrechnungen in den vergangenen Monaten verändert. Ist hier eine Trendumkehr in Sicht?

Sinner: Vorneweg: Wir gehen davon aus, dass wir den Höhepunkt bei den Baukosten erreicht haben. Eine richtige Trendumkehr können wir zwar noch nicht feststellen, aber es macht sich bemerkbar, dass insgesamt weniger gebaut wird. Dementsprechend sind die Lager voll und auch Handwerker sind nicht komplett ausgelastet.

Können Sie in dieser Situation die Preise für ihre Häuser stabil halten?

Sinner: Wir gehören auch weiterhin zu den günstigen Anbietern, die qualitativ hochwertigen Wohnraum schaffen. Selbstverständlich muss auch Traumhaus die gestiegenen Beschaffungskosten an die Käufer weitergeben. Aufgrund unseres sehr guten Beschaffungsmanagements haben wir aber die Kostensteigerung im Verhältnis zu unseren Mitbewerbern moderat gestalten können. Die Preise unserer Objekte haben sich im Schnitt um 15 Prozent erhöht.

Werden Sie in der momentanen Lage Innovationen auf den Weg bringen können?

Sinner: Innovationen sind unser ständiger Begleiter. Herausfordernde Zeiten bringen Unternehmen wie uns einen Wettbewerbsvorteil. Die Traumhaus hatte in diesem Sommer das nachhaltige E-Haus als Antwort auf den Energiemangel schon entwickelt, denn wir betreiben Innovationen agil und nicht krisengetrieben. Mittlerweile sind unsere E-Häuser mit PV-Anlagen, Wärmepumpen und Infrarot-Heizungen an sechs Standorten im Vertrieb und machen nachhaltiges Wohnen leistbar. Wir entwickeln ständig, damit wir den Erfordernissen des Marktes einen Schritt voraus bleiben.

Der Verkauf von Immobilien an Einzelkäufer ist bisher ihr Hauptvertriebsweg. Schon 2020 haben Sie aber einen Blockverkauf getätigt. Ist das ein Weg für die Zukunft?

Sinner: Ja, wir sehen uns generell auch im Segment der Kapitalanlage. In der Vergangenheit haben wir schon mehrere Block- und Globalverkäufe mit institutionellen und privaten Investoren abgeschlossen. Nichtsdestotrotz stellen wir fest, dass sich unsere Kunden verändern. Beim Einzelkäufer bemerken wir einen Wandel des Kundenprofils hin zum kaufkräftigeren, nicht mehr ganz so jungen Traumhaus-Käufer. Zudem unterstützen wir projektabhängig mit einem Finanzdienstleister unsere Kunden, denen so durch wettbewerbsfähige Zinsen und Sondertilgungen ein Kauf ermöglicht wird.

Ist Traumhaus auch als Bestandshalter denkbar? Sinner: Möglicherweise werden wir uns auch teilweise zum Bestandshalter entwickeln. Die Traumhaus verändert im Interesse ihrer Kunden ihr Geschäftsmodell stetig. Diese Denkweise gehört zur DNA des Unternehmens. Aber zum jetzigen Zeitpunkt verstehen wir uns nicht als Bestandshalter.

Von der Bundesregierung ist immer wieder zu hören, dass man beim Bau weniger Fläche verbrauchen soll. Gibt es hier bei Traumhaus neue Ideen?

Sinner: Wir brauchen dafür keine neuen Ideen, denn wir haben ja die Lösung schon in unserem Angebot: Geschossbauten sind die Lösung, um weniger Flächen zu versiegeln, was – wie wir alle wissen – auch klimapolitisch wichtig ist. Hier sind wir mit unserer standardisierten und automatisierten Produktion sehr gut aufgestellt.

Werden Sie ihr Häuser-Portfolio erweitern, z.B. in Richtung Villa oder sozialer Wohnungsbau?

Sinner: Unsere Wandfertigungsanlage könnte auch den sozialen Wohnungsbau voranbringen. Denn Traumhaus ist in der Lage, günstige und hochwertige Wohneinheiten für kommunale Wohnungsgesellschaften zu schaffen. Dass die Traumhaus zukünftig Villen baut, kann ich ausschließen. Villen sind immer strikt individuell und nicht standardisiert.

Solaranlagen auf dem Dach werden immer mehr zum Thema. Auch bei Traumhaus?

Sinner: Definitiv ja. Unser E-Haus sieht Photovoltaik-Anlagen vor. An sechs Standorten haben wir Projekte mit Solaranlagen schon im Vertrieb. Unsere Vorstellung geht aber noch darüber hinaus.

Wie stellt sich die Situation beim Kauf neuer Grundstücke dar?

Sinner: Erst im Oktober hat sich Traumhaus einen Wachstumskredit zu guten Konditionen über 15 Millionen Euro gesichert. Mit dem Corporate Loan, der zur freien Verwendung gewährt wurde und bis 2026 läuft, wollen wir insbesondere in den Bereichen Grundstückskauf und bauvorbereitende Arbeiten Projekte beschleunigen. Die Grundstückspreise sind bisher zwar generell noch nicht gesunken, aber das Angebot wird größer und wir können noch selektiver gute Areale sichern. Ich glaube, auf lange Sicht gesehen werden die Grundstückspreise aufgrund des entstehenden Überhangs langsam wieder sinken.

Aufgrund der Pandemie haben Sie mit teils langsamen Behörden zusammengearbeitet. Hat sich diese Situation verbessert?

Sinner: Leider hat sich in diesem Bereich die Situation noch nicht gebessert. Die Bau- und Grundbuchämter sind immer noch mit zu wenig Personal ausgestattet. Bei den Grundbuchämtern kommt noch dazu, dass das Personal, was im Home-Office ist, die Akten aufgrund der rechtlichen Gegebenheiten nicht außerhalb des Büros bearbeiten darf. All das führt zu Zeitverzögerungen.

Ist es überhaupt schon möglich, einen Ausblick auf 2023 zu geben?

Sinner: Es ist sehr schwierig, einen seriösen Ausblick auf 2023 zu geben. Die Materialkosten sind volatil – zeigen momentan aber eher eine Tendenz nach unten. Sollte der Ukrainekrieg 2023 andauern, wird eine gewisse Gewöhnung in der Bevölkerung eintreten. Aktuell soll ab Anfang des Jahres 2023 wieder ein KfW-Förderprogramm aufgelegt werden. Beide Entwicklungen werden unserem Geschäft Auftrieb verschaffen. Wir sind schnell, flexibel und anpassungsfähig. Wir denken, planen und entwickeln unsere Projekte weiter vorausschauend.

Dieses Interview ist eine Kooperation von wallstreet:online mit der Redaktion von www.4investors.de.


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Nachrichtenquelle: 4investors
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Vorstand Sinner im Interview Traumhaus AG: „Wir sind schnell, flexibel und anpassungsfähig” Die Traumhaus AG kann sich dem schlechter werdenden Umfeld am Immobilienmarkt nicht entziehen. Im Interview spricht Vorstand Otfried Sinner über die aktuellen Belastungen und ihre Auswirkungen auf den Eigenheim-Bauer.

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