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Scholz betont Bedeutung von Geschlechter-Gleichstellung für G7

BERLIN (dpa-AFX) - Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die Gleichstellung von Mann und Frau als eines der langfristigen Kernziele der G7-Staaten hervorgehoben. Sie sei für den gemeinsamen Wertekompass der Staatengruppe "unerlässlich", sagte Scholz am Donnerstag nach einem Austausch mit dem G7-Gleichstellungsbeirat im Kanzleramt. Das beratende Gremium hatte dem Kanzler zuvor seine abschließenden Empfehlungen für das Jahr 2022 überreicht. Darin fordert der Beirat unter anderem eine größere Berücksichtigung von Gleichstellungsfragen bei öffentlichen Investitionen. Zu den G7-Staaten gehören neben Deutschland auch Frankreich, die USA, Italien, Japan, Kanada und das Vereinigte Königreich.

Scholz betonte, dass die derzeitigen Krisen bestehende Ungleichheiten verstärkt hätten. "Hart errungene und sicher geglaubte Fortschritte bei der Gleichstellung standen plötzlich in Frage oder wurden sogar zunichte gemacht", sagte der Kanzler mit Blick auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Aber auch der russische Krieg in der Ukraine habe viele Frauen schwer getroffen: Berichte über sexualisierte Gewalt seien "ziemlich verstörend und berühren uns alle zutiefst", sagte Scholz.

Während der deutschen G7-Präsidentschaft in diesem Jahr habe es Fortschritte bei der Erfassung von Geschlechterungleichheit gegeben, betonte Scholz mit Verweis auf das "G7 Dashboard on gender gaps", das die Staaten zusammen mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) etabliert hätten. Die deutsche Soziologin Jutta Allmendinger, aktuelle Beiratsvorsitzende, forderte bei ihrem Besuch im Kanzleramt, die Datengrundlage weiter auszubauen. Das sei auch ein zentraler Appell des Beirats an die G7.

Allmendinger betonte, dass das Thema Gleichstellung auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen werde. Große Fragen wie die Digitalisierung oder der demografische Wandel würden Frauen "viel mehr betreffen als Männer". Als Positiv-Beispiel nannte die Expertin Kanada. Das G7-Land habe es geschafft, eine hohe Frauenerwerbsquote mit geringen Geschlechterunterschieden bei der Rentenhöhe zu verbinden. Es sei also möglich, Unterschiede zu überwinden, sagte Allmendinger.

Der G7-Gleichstellungsbeirat war 2018 erstmals von der damaligen kanadischen Präsidentschaft einberufen worden und konstituiert sich, je nach Vorsitzland, immer wieder neu. Er setzt sich aus Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen zusammen. Ziel des Beirats ist es, die Gleichstellung der Geschlechter innerhalb der G7-Staaten voranzutreiben./faa/DP/men





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Nachrichtenagentur: dpa-AFX
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