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Erdrückende Vorwürfe Wirecard: Megaprozess hat begonnen – Braun das Opfer? Was weiß der Buchhalter?

Es geht um nicht weniger als einen der größten Wirtschaftsskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte: Der Auftakt zum Wirecard-Strafprozess.

Im Landgericht München I hat heute der Prozess gegen den ehemaligen Wirecard-Chef Markus Braun begonnen. Neben ihm auf der Anklagebank sitzen der ehemalige Geschäftsführer einer Tochterfirma in Dubai, Oliver Bellenhaus sowie der Ex-Chefbuchhalter des insolventen Zahlungsdienstleisters Stephan von Erffa. Die Vorwürfe sind erdrückend: Bildung einer kriminellen Bande, die Konzernbilanzen gefälscht und Geldgeber um 3,1 Milliarden Euro geprellt. Die Anklagepunkte lauten demnach: Gewerbsmäßiger Bandenbetrug, Bilanzfälschung, Marktmanipulation und Untreue. 

Braun und Bellenhaus sind in diesem Verfahren die zentralen Figuren und zugleich größten Gegenspieler. Bellenhaus, Kronzeuge der Staatsanwaltschaft, gab bei seiner Vernehmung zu Protokoll, dass wesentliche Teile des Wirecard-Geschäfts nie existiert hätten. Dabei geht es um das sogenannte Drittpartnergeschäft, bei dem Gelder für die Absicherung von Online-Kreditkartenzahlungen auf philippinischen Treuhandkonten verwahrt wurden – angeblich.

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Das zumindest behauptet Ex-Vorstandschef Braun, der dafür Belege haben will. Er sei hier selbst das Opfer, und zwar vom weiterhin flüchtigen Ex-Vorstand Jan Marsalek. Gemeinsam mit Komplizen soll der Österreicher dieses Geld über verschachtelte Firmenkonstruktionen veruntreut haben. Hier greift auch der Vorwurf der Marktmanipulation – ohne die angeblichen Gewinne aus dem Drittpartnergeschäft wäre der vormalige DAX-Konzern in die Verlustzone gerutscht, hat sich so aber als überaus erfolgreiches Unternehmen präsentiert.

Von Erffa ist hingegen die große Unbekannte zwischen Braun und Bellenhaus. Als ehemaliger Chefbuchhalter nimmt er in diesem Bilanzskandal eine bedeutende Rolle ein. Von Errfa bestritt in der Vergangenheit zunächst jegliche Beteiligung an den Machenschaften, legte dann aber ein Teilgeständnis ab. Nun scheinen seine Anwälte auf Unzurechnungsfähigkeit zu plädieren und Erffas Schuldfähigkeit infrage zu stellen – er hätte eine psychische Erkrankung. Laut Medienberichten hat die Strafkammer bereits zwei Ärzte damit beauftragt, von Erffa zu untersuchen.

Für Wirecard-Aktionäre besteht die Gefahr, beim Insolvenzverfahren leer auszugehen. Das Münchener Landesgericht hat bereits entschieden, dass Anleger ihren Verlust nicht als Forderung in die Insolvenztabelle eintragen lassen können. Ihre Ansprüche werden im Insolvenzverfahren also nachrangig bedient. Dann allerdings dürfte von der Insolvenzmasse nichts mehr übrig sein, so die Befürchtung.


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(tl) für die wallstreet:online Zentralredaktion




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8 Kommentare
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Kommentare

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19.01.23 22:09:11
Zitat von faultcode: Oliver Bellenhaus:

19.1.
Wirecard-Aktie: Kronzeuge im Wirecard-Prozess hat wohl Millionen für Beteiligung an Betrug bekommen
https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/wirecard-saga-wire…
...
Seine Beteiligung am mutmaßlichen Wirecard-Milliardenbetrug hat dem Kronzeugen der Anklage nach eigenen Worten 4,8 Millionen Euro eingebracht.
Diese Summe erhielt der von 2013 bis 2020 in Dubai tätige Manager Oliver Bellenhaus demnach als Einmalzahlung, aus Firmengeldern abgezweigt und an der Gehaltsbuchhaltung vorbei. Sein ursprüngliches Monatsgehalt bezifferte Bellenhaus am Donnerstag im Wirecard-Strafprozess auf 13.000 Euro.

"Das Gehalt, das ich bei Wirecard bezogen habe, war meiner Position lange nicht angemessen", sagte Bellenhaus am Donnerstag vor der vierten Strafkammer des Landgerichts München I. Der seit mehr als zweieinhalb Jahren in Untersuchungshaft sitzende Manager war bis zum Zusammenbruch des Skandalkonzerns im Sommer 2020 Geschäftsführer der Tochtergesellschaft Cardsystems Middle East in Dubai.

Bellenhaus verlangte nach eigener Aussage eine Gehaltserhöhung, ihm schwebten 900 000 bis 950 000 Euro Jahresgehalt vor. Der Vertriebsvorstand Jan Marsalek habe das abgelehnt - und stattdessen eine "einmalige Sonderzahlung" von 4,8 Millionen Euro vorgeschlagen. Das Geld legte Bellenhaus in einer Stiftung in Liechtenstein an.

...

Ich habe mich immer gewundert warum nach dem Krieg solche Länder überlebt haben Lichtenstein, Luxemburg, Monaco. Es ist auch gerade lustig das eine der 14 Vize Präsidenten des Europalaments ausgerechnet aus dem Korruptesten Land Malta sich jetzt gegen Bestechung einsetzt.
Der ist lustig der ist Kronzeuge, bekommt nur einige Monate u. das Geld ist in Lichtenstein sicher. ;)
Mich interessieren ja nur die drei Affen bei der BaFin oder der Staatsanwälte in Bayern die, die Menschen angeklagt haben die Beweise für den Betrug der Firma angezeigt haben.
Das sind eigentlich die Schuldigen, weil das es Betrug ist, war schon lange vielen klar u. wurde ja auch Jahrelang bewiesen.
Wie einige Dokus dargestellt haben.
Sie können das ja mal testen , legen Sie bei Ihrer Steuererklärung mal Verluste aus Singapore vor.
Und sagen dann es war ja nur ein Test. :laugh:.
Ich habe mal einen Finanzspezialist aus Luxemburg gekannt , da ist das was in Brüssel aufgedeckt wurde nur klein kram.
Nicht umsonst hatte Putin den Präsidenten von Luxemburg angerufen . Nicht er Ihn , da ist sein Geld sicher.
was tuen mir die Menschen leid die da auf ''Deutsche Gründlichkeit'' vertraut haben.
Das war ein Deutschland Skandal. Alles Gute Ihnen
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19.01.23 19:02:16
Oliver Bellenhaus:

19.1.
Wirecard-Aktie: Kronzeuge im Wirecard-Prozess hat wohl Millionen für Beteiligung an Betrug bekommen
https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/wirecard-saga-wire…
...
Seine Beteiligung am mutmaßlichen Wirecard-Milliardenbetrug hat dem Kronzeugen der Anklage nach eigenen Worten 4,8 Millionen Euro eingebracht.
Diese Summe erhielt der von 2013 bis 2020 in Dubai tätige Manager Oliver Bellenhaus demnach als Einmalzahlung, aus Firmengeldern abgezweigt und an der Gehaltsbuchhaltung vorbei. Sein ursprüngliches Monatsgehalt bezifferte Bellenhaus am Donnerstag im Wirecard-Strafprozess auf 13.000 Euro.

"Das Gehalt, das ich bei Wirecard bezogen habe, war meiner Position lange nicht angemessen", sagte Bellenhaus am Donnerstag vor der vierten Strafkammer des Landgerichts München I. Der seit mehr als zweieinhalb Jahren in Untersuchungshaft sitzende Manager war bis zum Zusammenbruch des Skandalkonzerns im Sommer 2020 Geschäftsführer der Tochtergesellschaft Cardsystems Middle East in Dubai.

Bellenhaus verlangte nach eigener Aussage eine Gehaltserhöhung, ihm schwebten 900 000 bis 950 000 Euro Jahresgehalt vor. Der Vertriebsvorstand Jan Marsalek habe das abgelehnt - und stattdessen eine "einmalige Sonderzahlung" von 4,8 Millionen Euro vorgeschlagen. Das Geld legte Bellenhaus in einer Stiftung in Liechtenstein an.

...
Avatar
11.01.23 16:57:58
Oliver Bellenhaus:
...
Nach seiner Einschätzung habe man bereits 2010 angefangen, dass erfundene Drittpartnergeschäft aufzubauen. Die vermeintlichen Partner hätten »alle keine Lizenz« und aufsichtsrechtliche Zulassung für die Zahlungsabwicklung gehabt. Wie da ein Zahlungsabwicklungsgeschäft von 100 Milliarden Euro binnen fünf Jahren hätte existieren sollen, sei »illusorisch«.

Schon 2013 habe Wirecard nicht mehr genug Geld verdient, um die explodierenden Kosten zu decken. »Da gingen Millionen raus, so schnell konnten Sie gar nicht nachzählen.«

...

»Die Dateien lagen in der Cloud. Wenn Sie die Cloud nicht mehr bezahlen, dann gehen die Daten unter, so ist das nun mal.« :laugh:
...

Kronzeuge im Strafprozess -- Wirecard soll Dokumente für Wirtschaftsprüfer »gebastelt« haben
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kronzeuge-im-w…
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11.01.23 13:13:21
Das Drittpartnergeschäft erfunden. Damit dürfte feststehen, dass der Insolvenzverwalter eine überschaubare Vermögensmasse in die Insolvenztabelle wird schreiben müssen. D.h. auch, dass die Gläubiger nur eine geringe Quote erhalten werden, und die Aktionäre nichts.

Die Aktie wäre hiermit dann endgültig wertlos. Die letzte Börse in Hamburg kann also in 2023 ebenfalls die Bücher zu machen.
Avatar
11.01.23 12:39:28
11.1.
Wirecard-Kronzeuge bestätigt Anklage: Geschäft erfunden
https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/wirecard-kronzeuge…
...
Im Münchner Wirecard-Prozess hat der Kronzeuge der Staatsanwaltschaft den zentralen Vorwurf der Anklage umfassend bestätigt: Die angeblichen Milliardenumsätze des 2020 kollabierten Dax (DAX 40)-Konzerns mit "Drittpartnern" im Mittleren Osten und Asien waren demnach frei erfunden. Der frühere Wirecard-Manager schilderte am Mittwoch ausführlich die Fälschung von Geschäftsverträgen und Umsätzen. "Das haben wir uns natürlich ausgedacht", sagte er am sechsten Prozesstag über die Milliardenbuchungen auf Treuhandkonten in Südostasien.

Auf die explizite Frage des Gerichts, ob es das Drittpartnergeschäft gab, sagte der Ex-Manager: "Ich antworte in aller Deutlichkeit: nein." Der Zahlungsdienstleister hatte im Sommer 2020 Insolvenz angemeldet, weil 1,9 Milliarden angeblich auf besagten Treuhandkonten verbuchte Euro nicht auffindbar waren. Die "Drittpartner" waren Firmen, die angeblich im Wirecard-Auftrag Kreditkartenzahlungen in Ländern abwickelten, in denen der bayerische Konzern selbst keine entsprechende Lizenz hatte.

Einziges Ziel sei gewesen, die Bilanzprüfer zu täuschen. "Der Wirtschaftsprüfer brauchte was, und dann entstand die Panik", sagte der Manager. "Es war ein Riesenchaos, es war alles Chaos." Vorstandschef Markus Braun habe nie nachgefragt, wenn er - gefälschte - Verträge unterschrieb.

...

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