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Geben die Bullen ihre Hörner ab?

Gastautor: Klaus Singer
30.03.2005, 11:59  |  2622   |   |   
So allmählich gerät das Geschehen an den amerikanischen Aktienbörsen ein wenig außer Kontrolle. Gestern versuchten die Bullen mehrfach, über die Zone von 1180 hinaus vorzudringen. Als das nicht gelang, ging es unter erhöhtem Volumen und schlechter Marktstruktur abwärts bis zur Ausbruchszone bei 1160, von wo aus im November 2004 der zweite Teil der Präsidentschafts-Rallye startete.

Der amerikanische Verbrauchervertrauens-Index ist im März auf 102,4 gefallen. Im Vormonat hatte er bei 104,4 gelegen. Volkswirte hatten mit 103,0 gerechnet. Der Sub-Index zur aktuellen Situation fiel von 116,8, dem höchsten Stand seit September 2001 auf nun 115,6. Der Teil-Index für die Erwartungen ging von 96,1 auf 93,7 zurück, dem tiefsten Wert in den vergangenen vier Monaten. Der Report zeigt eine weitere Verbesserung der Sicht der Verbraucher auf den Arbeitsmarkt. Das wird von manchen Beobachtern als gutes Omen für die am Freitag anstehenden Arbeitsmarktdaten gewertet.

Bereits am Donnerstag vor Ostern war gemeldet worden, dass die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter lediglich um 0,3 Prozent gestiegen sind. Erwartet wurde ein Zuwachs zwischen 0,8 und 2,0 Prozent nach zuvor minus 1,1 Prozent. Auch die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe war auf 324.000 gestiegen. Beobachter hatten mit 310.000 bis 315.000 neuen Anträgen nach zuvor 321.000 gerechnet.

Das Bild, das die Makrodaten liefern, zeigt damit weiter eine wackelige Situation an. Es fehlen Dynamik und Impulse, die einen optimistischen Blick rechtfertigen würden. Sehr gedämpfte kurzfristige Zuversicht – mehr ist gegenwärtig nicht drin. Und die Gefahr des mittelfristigen Abkippens der Konjunkturerholung steigt. Gestern erst hatten aktuelle enttäuschende Daten die Aufmerksamkeit wieder auf das „Dauer-Sorgenkind“ der Weltwirtschaft, die Konjunktur in Japan, gelenkt.

Der S&P 500 steht an einem bedeutenden Punkt. Er ist gestern wieder in die im November 2004 entstandene Ausbruchszone zwischen 1160 und 1163 eingetaucht, von wo aus die Bullen den Index bis auf über 1220 führen konnten. Zuletzt war dieser Bereich Ende Januar getestet worden. Anders als seinerzeit ist jetzt die EMA200 gefährlich nahe. Sie notiert bei 1159 und es wäre sehr ungewöhnlich, wenn dieser wichtigen Trendlinie nur ein flüchtiger Besuch abgestattet würde.
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