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     225  0 Kommentare Augenhöhe verzweifelt gesucht / Neue softgarden-Studie zum Bewerbermarkt 2023 (FOTO)

    Berlin (ots) - Zwei Drittel der Bewerber (66,9 %) sind aktuell auf dem
    Arbeitsmarkt aktiv, weil sie sich beruflich verbessern möchte, nicht aus purer
    Not. Dennoch setzen Arbeitgeber mehrheitlich in ihren Recruitingprozessen auf
    Auswahl, nicht auf Überzeugung. Das belegt eine aktuelle softgarden-Umfrage
    unter 3.575 Bewerbern.

    Der Anteil derjenigen, denen gekündigt wurde und die sich danach bewerben
    müssen, ist trotz Krise und Inflation von Mitte 2022 bis zur Jahreswende
    2022/2023 nur um 1,4 % auf 8,6 % gestiegen.

    Bewerber sind Kunden

    62,2 % der Befragten stimmen aktuell dem Statement zu, Bewerber seien Kunden und
    Arbeitgeber müssten sich um sie bemühen. Im Vergleich zu Menschen mit Haupt-
    oder Realschulabschluss sehen sich Akademiker in ihrer Bewerberrolle mit 65,8 %
    häufiger als Kunden. Aber auch die Mehrheit der Nichtakademiker identifiziert
    sich mit der Kundenrolle (58,6 %). Dass Bewerber begehrt sind, ist
    offensichtlich mittlerweile auch bei einer Mehrheit der Bewerber ohne
    Hochschulabschluss angekommen, auch wenn der "War for Talent" bei akademischen
    Zielgruppen begonnen hat.

    Jobsuche auf Augenhöhe

    81,5 % der Bewerber begegnen eigenen Angaben zufolge Arbeitgebern im
    Bewerbungsprozess "auf Augenhöhe". Für das Statement "Bei der Bewerbung sitze
    ich am längeren Hebel und versuche möglichst viel für mich herauszuholen"
    votieren dagegen nur 22,10 % der Befragten. Der Anteil unter den Jüngeren (unter
    25 Jahren), die glauben, bei der Bewerbung am "längeren Hebel" zu sitzen, ist
    mit 29.3 % deutlich höher als bei den Älteren (über 45 Jahre) mit 14,0 %.

    Bewerbungsgespräche - auf Auswahl geeicht

    Die Funktion der ehemals "Auswahlgespräche" genannten Jobinterviews hat sich im
    Blick der Kandidaten deutlich verändert. 82,0 % der Bewerber wünschen sich
    mittlerweile, dass diese "auf Augenhöhe zwischen Bewerbern und Unternehmen
    geführt werden". In der Realität machen aber nur 37,2 % die Erfahrung, dass
    Bewerbungsgespräche tatsächlich so geführt werden. Die Mehrheit von 51,8 % der
    Bewerber erlebt Jobinterviews nach wie vor als "Auswahlgespräche", in denen
    Unternehmen vor allem die Kandidateneignung abprüfen.

    Reisende soll man nicht aufhalten - Dialog in der Kündigungsphase

    Haben sich angesichts des zunehmenden Mangels an Arbeitskräften die Bemühungen
    der Unternehmen intensiviert, Mitarbeiter an Bord zu halten? Die Umfrage lässt
    Zweifel daran aufkommen. Eine große Mehrheit von 60,6 % der scheidenden
    Mitarbeiter geht stumm und spricht vorher weder mit der Führungskraft noch mit
    der Personalabteilung über das Vorhaben, den Arbeitgeber zu verlassen.

    Bewerbung: Dating oder Zahnarztbesuch?
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