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     893  0 Kommentare Deutschland verliert leicht im Index der wirtschaftlichen Freiheit

    Deutschland hat im „Index of Economic Freedom“ im Vergleich zum Rating im vergangenen Jahr 2,4 Punkte verloren und steht auf Platz 14.

    Der Index, der von der amerikanischen Heritage Foundation seit 1995 jedes Jahr erstellt wird, zeigt, wie wirtschaftlich frei oder unfrei insgesamt 177 Länder sind. Das Rating erfolgt nach zwölf Kategorien. Trotz der hohen Einkommensteuern gelten Dänemark (Platz 9), Schweden (Platz 10) und Norwegen (Platz 12) als wirtschaftlich freier als Deutschland. Gute Bewertungen erhält Deutschland im Bereich „Eigentumsrechte“, schlechte Bewertungen bei der Steuerbelastung und die schlechteste bei den Staatsausgaben.

    In dem Ranking heißt es: „Die deutsche Wirtschaft, die viertgrößte der Welt und die größte Europas, stützt sich auf den Export hochwertiger Industriegüter und leidet unter den hohen Energiepreisen. Die Abhängigkeit von russischen Energieimporten und Exporten nach China ist eine große Belastung.“

    USA mit schlechtestem Rating seit 1995

    Die USA sind inzwischen elf Plätze hinter Deutschland auf Platz 25. Sie laufen sogar Gefahr, in dem Index of Economic Freedom bald aus der Kategorie „Mostly free“ abzusteigen. Die Länder sind in fünf Gruppen unterteilt – die beste ist „free“ (mit Ländern wie Singapur, Schweiz, Irland und Taiwan), die schlechteste „repressed“ (mit Ländern wie Venezuela, Cuba, Nordkorea). Man kann den Index auch als „Kapitalismus-Ranking“ bezeichnen.

    Die USA sind im aktuellen Ranking nur noch ganz knapp in der zweitbesten von fünf Kategorien (mostly free). Wenn die USA im nächsten Ranking nur noch einen Punkt verlieren sollten, dann sind sie in der Kategorie „moderatly free“. Sie wären dann in einer Kategorie mit Barbados, Portugal oder Bulgarien.

    Die USA sind in den vergangenen Jahren immer mehr abgestiegen. Insgesamt 16 europäische Länder sind inzwischen ökonomisch freier, also kapitalistischer, als die USA, so etwa die Schweiz, Irland, Estland, Luxemburg, Dänemark oder Schweden.

    Die Heritage Foundation, die den Index erstellt, begründet das schlechte Rating:

    "Die US-Wirtschaft steht vor enormen Herausforderungen. Die Politik des großen Staates hat die Grenzen des Staates ausgehöhlt, die öffentlichen Ausgaben steigen weiter, und die Belastung der Unternehmen durch Vorschriften hat zugenommen.“

    Großbritannien gehört laut dem aktuellen Ranking nicht mehr in die Kategorie „mostly free“, sondern inzwischen zur Kategorie „moderatly free“. Mit 69,9 Punkten verzeichnet Großbritannien ebenfalls das schlechteste Rating, seit der Index zum ersten Mal 1995 berechnet wurde – 2006 hatte Großbritannien noch 80,4 Punkte!

    Auch China hatte in den vergangenen Jahren stark im Index verloren und steht diesmal nur auf Platz 154 von 176.

    Der Kapitalismus ist also weltweit bedroht und es gibt nur wenige Ausnahmen für eine positive Entwicklung in Richtung mehr wirtschaftliche Freiheit. Eine davon ist Vietnam. Das Land nennt sich zwar „sozialistisch“, hat jedoch seit 1995 so viel an wirtschaftlicher Freiheit gewonnen, wie kaum ein anderes Land der Welt. Zwar steht Vietnam nur auf Platz 72 und hat eine ähnliche Punktzahl wie Italien. Aber die Punktzahl von 61,8 für Vietnam ist 20 Punkte über der im Jahr 1995 – ein Ergebnis der marktwirtschaftlichen „Doi Moi“-Reformen in diesem Land. Polen dagegen, das neben Vietnam zu den Ländern gehört, die seit 1995 am meisten an wirtschaftlicher Freiheit gewonnen haben, hat in den vergangenen Jahren leicht verloren.

    Umweltstandards in wirtschaftlich freien Ländern besser

    Der Index zeigt auch, dass die Umweltstandards in den wirtschaftlich freien Ländern höher sind als in den wirtschaftlich unfreien Ländern. Dies zeigt ein Vergleich des Index der wirtschaftlichen Freiheit mit dem „Environmental Performance Index“ der Yale-University: Die Länder, die „free“ und „mostly free“ im Index der wirtschaftlichen Freiheit bewertet sind, haben mit 58,1 Punkten einen deutlich höheren Umweltstandard als die Länder, die nur als „moderatly free“ gelten (46,8). Und die wirtschaftlich unfreien, also am wenigsten kapitalistischen Länder, haben auch die schlechteste Bewertung der Umweltstandards mit nur 35,5.

    Rainer Zitelmann ist Autor des Buches „Die 10 Irrtümer der Antikapitalisten“


    Rainer Zitelmann
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    Dr. Dr. Rainer Zitelmann ist Historiker, Politikwissenschaftler und Soziologe - und zugleich ein erfolgreicher Investor. Er hat zahlreiche Bücher auch zu den Themen Wirtschaft und Finanzen* geschrieben und herausgegeben, viele davon sind in zahlreiche Sprachen übersetzt worden. * Werbelink
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    Verfasst von Rainer Zitelmann
    Deutschland verliert leicht im Index der wirtschaftlichen Freiheit Deutschland hat im „Index of Economic Freedom“ im Vergleich zum Rating im vergangenen Jahr 2,4 Punkte verloren und steht auf Platz 14. Die USA ist auf dem schlechtesten Stand seit 1995.

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