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     1561  0 Kommentare Interview mit Chantalle Alberstadt: "Eine echte Brand bleibt sich selbst treu"

    Bei der kompetenten Grafik-Designerin wird nicht nur kreativ designt, sondern auch strategisch gearbeitet, um dem Kunden mit einzigartigen Ideen ein Gesicht zu verpassen und ihm beim Wachstum zu helfen.

    Ein Logo kann ein Unternehmen darstellen, doch je kreativer die Idee dahinter, desto besser der Marketingeffekt. Chantalle Alberstadt erklärt im Interview, warum das Branding für sie mehr ist als nur ein Logo und wie ihr kreativer Arbeitsalltag abläuft. Was bedeutet ihr Design und wie wird es für Kunden unique? Uns hat sie ganz offen geantwortet.

    „Vom Freelancer zur eigenen Agentur“ - Was war der ausschlaggebende Punkt dafür, dass du dich entschieden hast, ein eigenes Unternehmen zu gründen und nicht weiter als Freelancer zu arbeiten?

    Witzigerweise tue ich mich mit dem Wording “Werbeagentur” bis heute schwer. Warum? Weil ich in Agenturen gearbeitet habe und dort, meiner Meinung nach, so viel schief läuft. Auf dem Weg vom Chef über den Projektmanager bis zum ausführenden Designer oder Dev gehen wahnsinnig viele Informationen verloren. Kreative werden mit wahnsinnig vielen Überstunden verheizt und Kunden sind am Ende nur Cash-Cows. Das ist nicht überall so, aber leider sehr, sehr häufig der Fall.

    Das war ein Gedanke und Erfahrungen, die mich lange im Freelancer-Sein gehalten haben. Bis ich wirklich so viele Anfragen und Aufträge hatte, dass ich vor der Wahl stand: Stelle ich jemanden ein, oder lehne ich richtig coole Projekte ab. Und da kam der Mindset-Shift: Ich kann es auch einfach anders machen. Und das war der Punkt, an dem ich meine erste Mitarbeiterin eingestellt habe.

    Heute würde ich mich eher als Brand Design Studio bezeichnen. Das gibt mir weniger das Gefühl einer klassischen Agentur, mit dem ich weiterhin nicht sehr viel gutes (außer viel gelernt zu haben) verbinde – aber viel mehr ein Gefühl von “Boutique”. Wir arbeiten sehr eng mit unseren Kunden zusammen, uns ist deren Erfolg wirklich wichtig und ich möchte die Arbeitgeberin sein, die ich mir früher gewünscht hätte.

    Das macht mir wahnsinnig viel Freude, da ich heute ein kleines Design-Team habe, die kreativ an Markenentwicklungen arbeiten können und ich auch die Zeit habe, mit meinen Kunden strategisch und nicht nur als Designer an ihren Unternehmen und Brands zu arbeiten. Sowohl im Business Development als auch im Marketing. Aus den letzten 14 Jahren Werbebranche und 10 Jahren selbstständigkeit nimmt man da nämlich so einige Erfahrungen mit, die ich gerne mit meinen Kunden teile, um ihnen beim Wachstum zu helfen.

    Welche schmerzhaften/schlechten Erfahrungen konntest du bereits machen, die dich in deiner heutigen Karriere als Branding-Spezialist prägen? Gab es Projekte - an denen du gescheitert bist / - an die du falsche Erwartungen hattest?

    Wirklich schlechte Erfahrungen vermutlich nicht – aber das liegt, denke ich, zum Teil auch an meinem Mindset. Eine Erfahrung hilft einem am Ende kommende Entscheidungen anders zu treffen. Sich weiterzuentwickeln. Aber was große Learnings für mich waren:

    Ich arbeite zu 95% nicht mehr Stundensatzbasiert. Projektbasiert oder aber als Retainer bei langfristiger Zusammenarbeit ist für beide Seiten viel besser planbar. Der Kunde kann Budgets besser planen und erfahrene Designer werden nicht dafür abgestraft, dass sie schneller eine bessere Lösung bieten, als Junioren. Für beide Seiten die smartere Variante und ich hoffe, dass sich dieses Modell nach und nach durchsetzt.

    Nur mit Menschen arbeiten, mit denen ich menschlich auch connecte. Wenn ich merke, dass jemand nicht auf Augenhöhe arbeiten möchte, passt er nicht zu uns. Wir geben für unsere Kunden immer 110%, weil sie Partner sind, statt eine Nummer. Und das funktioniert beidseitig besser, wenn man wirklich gerne zusammen arbeitet. Das ist unser Anspruch und so macht die Zusammenarbeit noch viel mehr Freude. Für beide Seiten.

    Kann man hier vielleicht daraus machen (oder so ähnlich): Was unterscheidet euch deiner Meinung nach von klassischen Designern oder Agenturen?


    Foto: Chantalle Alberstadt © Manuela Hall

    Wir möchten nicht nur ein schönes Design kreieren, sondern eins, das konvertiert. Am Ende unterscheidet für mich Kunst und Design, das Design verkaufen soll. Und hier gilt es unique und besondere Markenauftritte zu schaffen, die sich von der Konkurrenz abheben, die Zielgruppe ansprechen, aber eben auch zum Unternehmen und dessen Philosophie passen. Quasi unsere persönliche Dreifaltigkeit des Brandings.

    Und genau an dem Punkt, dass Design auch verkaufen soll, schauen wir über das klassische Brand Design hinaus und denken, wenn der Kunde das möchte, die Marke ganzheitlich: Auf welchen Medienkanälen macht es für die Marke Sinn, in Erscheinung zu treten? Gibt es Stolperfallen auf dem Weg? Wir denken über das klassische Brand Design hinaus, quasi ins Business Development rein, falls benötigt.

    Gerade, da ich selbst sehr großes Interesse an AI habe und im Web3 und NFT Space unterwegs bin, können wir auch neue Technologien und Möglichkeiten mit einbeziehen.

    Ihr seht: Wir sind mehr als Design. Design ist unser Handwerk. Brand Building unser operatives Hauptwerkzeug. Aber können Unternehmen und Marken auch ganzheitlich als Sparringspartner und Berater mitdenken. Zu dem Aufbau einer Brand gehört nämlich mehr, als ein schönes Logo und nette Farben.

    Wie schaffst du es, deine Kunden auch außerhalb vom Design-Bereich zu betreuen und welche anderen Bereiche deckst du mit deiner Kundenbetreuung ab?

    Über die Jahre hinweg habe ich mit sehr vielen Unternehmen zusammenarbeiten dürfen. Von Startups, über Scaleups bis hin zu internationalen Konzernen und Web3 Unternehmen. Aus den unterschiedlichsten Bereichen und Branchen durfte ich Learnings mitnehmen: was funktioniert gut, was nicht. Was für welche Zielgruppe.

    Gerade das Einsetzen von Vertriebs- und Marketingwegen, die für eine bestimmte Branche untypisch sind, finde ich spannend und Learnings aus anderen Branchen in neue mit einbeziehen. Daher machen wir neben dem klassischen Design- und Brand Aufbau auch viel Business-Beratung auf dem Weg. Vom Marketing, Vetriebswege bis hin zum Einstieg ins Web3.

    Wie schaffst du es, die DNA eines Unternehmens zu identifizieren und visuell umzusetzen? Welche Schritte gehst du, um genau diese DNA zu ermitteln?

    Grundsätzlich gilt: Mit Menschen sprechen und die richtigen Fragen stellen. Wenn man den Unternehmenskern wirklich perfekt greifen möchte, macht ein Branding Workshop oft Sinn. Dort lernen Unternehmen, Unternehmer und Mitarbeiter sich und das Unternehmen selbst noch einmal ganz anders kennen.


    Foto: Chantalle Alberstadt © Manuela Hall

    Mein Ziel ist es immer, dass Menschen selbst aus dem Workshop herausgehen und Learnings für das Unternehmen mitnehmen. Und ich gleichzeitig alles habe, um das Unternehmen oder die Marke greifen zu können.

    Danach passiert “The Magic” – kein ausfüllen von crazy Diagrammen und Co., sondern das Design. Kreieren, fühlen, inspirieren lassen und Moodboards oder Designs erstellen. Das kann man, meiner Meinung nach, nicht komplett analytisch angehen. Am Ende designen wir für Menschen und hier ist eine gewisse Empathie und das Hineinversetzen in die Zielgruppe gefragt

    „Ich arbeite nur für Brands, an die ich glaube und mit Menschen, mit denen ich auch mal ein Bier trinken würde.“ – Bitte beschreib uns doch kurz die Persona, mit der du ein Bier trinken würdest und welche Anforderungen ein Kunde erfüllen muss, um mit dir zusammenzuarbeiten.

    Eine super Frage. Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten, die authentisch sind, keine Spielchen spielen möchten und die ihr Unternehmen wachsen lassen möchten. Die auf Augenhöhe mit Dienstleistern arbeiten und eine Passion oder Vision verfolgen.

    Ob das am Ende ein E-Commerce Unternehmen ist, das den Auftritt re-branden möchten, ein Coach, der dauerhafte Unterstützung in seiner Außendarstellung benötigt oder ein Web3 Unternehmen oder NFT Projekt ist, das einmal die komplette Bandbreite an Logo, Corporate Design, Art und Webdesign benötigt – dafür sind wir offen. Wir möchten mit Menschen arbeiten, die mit uns arbeiten wollen. Die etwas cooles in die Welt tragen und etwas drauf haben. Dann macht es doppelt so viel Spaß, ein richtig starkes Branding hinzuzimmern, mit dem sie wachsen können.





    Seyit Binbir
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    Seyit Binbir ist Börsenexperte und Wegbereiter vieler Unternehmen im digitalen Sektor. Seine Erfahrungen und Analysen veröffentlicht er als Redakteur in verschiedenen Börsenpublikationen, damit auch andere von seiner Leidenschaft für Aktien profitieren.
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    Verfasst von Seyit Binbir
    Interview mit Chantalle Alberstadt: "Eine echte Brand bleibt sich selbst treu" Bei der kompetenten Grafik-Designerin wird nicht nur kreativ designt, sondern auch strategisch gearbeitet, um dem Kunden mit einzigartigen Ideen ein Gesicht zu verpassen und ihm beim Wachstum zu helfen.

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