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Das Rätsel der Inflation – Konsequenzen für die eigene Geldanlage

Gastautor: Heiko Aschoff
13.09.2005, 14:15  |  2952   |   |   
Während wir bei jedem Tankstellenbesuch an die steigenden Öl- und Energiepreise erinnert werden, weisen die offiziellen Statistiken niedrige Inflationsdaten aus. Wie ist das möglich?


Noch spüren wir erst einen kleinen Teil der Auswirkungen der gestiegenen Rohstoffpreise...

Es gibt ein altes Sprichwort, dass man nur Statistiken glauben soll, die man selbst „gefälscht“ hat. Ohne zu lügen kann der gleiche Sachverhalt statistisch ganz anders dargestellt werden, indem bestimmte Prämissen oder hedonistische Faktoren berücksichtigt werden. Nicht nur die Amerikaner beherrschen dieses Spiel seit Jahren hervorragend, auch die europäischen Staaten lernen dazu.

Sie fragen sich vielleicht, warum „offizielle“ Stellen ein Interesse daran haben könnten, Statistiken derart zu präsentieren? Geld! Bestimmte Haushaltspositionen und Staatsausgaben sind direkt oder indirekt an die Inflationsentwicklung gekoppelt. Je höher, desto größer die Ausgaben. Punktum. Ich möchte nicht weiter auf die äußerst fragwürdigen Methoden eingehen und mich im folgenden auf wirtschaftliche Erklärungen beschränken.

Die steigenden Öl- und Energiepreise wirken sich bisher nur auf den Vorstufen der industriellen Fertigung aus. Eine Überwälzung auf die Endstufen bzw. Verbraucherpreise findet kaum statt. Die „alten“ Industrienationen sind zum einen nicht mehr so stark abhängig vom Öl wie in den 70er Jahren. Auf der anderen Seite haben viele Unternehmen seit der Börsenkrise ihre Hausaufgaben gemacht und durch massive Kostensenkungsprogramme Reserven geschaffen. Sie verzichten (noch) auf Preiserhöhungen.

Der schwierige Arbeitsmarkt verhinderte deutliche Lohnzuwächse. So konnten die volkswirtschaftlichen Produktivitätsgewinne dazu genutzt werden, um die Verbraucherpreise stabil zu halten ohne einen Margeneinbruch zu erleiden. Auch die Globalisierung verstärkt den Trend zur Disinflation.

Doch wie geht es weiter, wenn diese Spielräume aufgezehrt sind?

Die lockere Geldpolitik führte zu Spekulationsblasen, die in den verschiedenen Märkten (Aktien, Renten oder Immobilien) ihren Niederschlag gefunden haben. Diese Überschussliquidität ist auf der Suche nach neuen Opfern – warum sollten es diesmal nicht die normalen Güter- und Verbrauchermärkte sein?

In Amerika ist die Zuwachsrate der Produktivität leicht rückläufig. Dagegen steigen die durchschnittlichen Stundenlöhne; Fachkräfte sind gesucht. Ob die Lohnzurückhaltung der Gewerkschaften weiter anhält, ist fraglich. In den USA steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Preissteigerungen verstärkt auf Verbraucherebene bemerkbar machen. Europa wird sich diesem Trend nicht entziehen können.

Fazit: Die richtige Einschätzung der Kernvariable Inflation hat einen erheblichen Einfluss auf den (eigenen) Anlageerfolg. Nicht jede Anlageklasse profitiert von dem Preisdruck. Während beispielsweise Rohstoffe und Gold in einem inflationären Umfeld weiter gut gedeihen dürften, bekommen die Rentenmärkte Gegenwind. Bei Aktien sind die Auswirkungen nach Geschäftsfeld und Region stark zu differenzieren.. Jeder Anleger sollte steigende Verbraucherpreise bei seinen künftigen Investitionsentscheidungen mit berücksichtigen. Ob wir in ferner Zukunft wieder die historischen Rekordniveaus erreichen, bleibt abzuwarten.

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Ihr Heiko Aschoff
Diplom-Kaufmann

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PS: Mein nächster Beitrag auf Wallstreet:Online erscheint wie gewohnt am kommenden Dienstag gegen 14:15!


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