Beginnt die Erholungs-Rallye?
Rivian gewinnt 1,7 Milliarden US-Dollar Marktwert – neue Strategie gibt Luft
Der E-Auto-Bauer Rivian hat in der vergangenen Woche die Anleger mit gleich zwei vielversprechenden Ankündigungen verblüfft. Die Aktie explodierte. Ist das Unternehmen jetzt gerettet?
- Rivian überraschte mit neuem SUV R2 und Sparstrategie - Aktie explodierte.
- Marktwert stieg um 1,7 Mrd. USD - Rivian dringend benötigter Auftrieb.
- Ankündigung, Fabrikbau zu verschieben, spart 2,25 Mrd. USD - neue Modelle vorgestellt.
- Report: Renditeturbo 2026 - 5 Aktien mit Potenzial
Für den Tesla-Rivalen Rivian war der vergangene Donnerstag der Höhepunkt der "Woche der Wahrheit". An dem Tag stellte der angeschlagene E-Auto-Konzern sein neuestes Modell, den SUV R2, vor und überraschte die Märkte gleichzeitig mit einer neuen Sparstrategie. Dem rasanten Anstieg des Aktienkurses nach zu urteilen, ist alles gut gegangen.
Seit der Veranstaltung ist der Marktwert des von Amazon unterstützten Konzerns um mehr als 1,7 Milliarden US-Dollar gestiegen. Es bleibt abzuwarten, ob der Kurs wieder fallen wird, wenn die Investoren ihre Meinung ändern, aber die erste Reaktion hat dem angeschlagenen Elektroautohersteller den dringend benötigten Auftrieb gegeben.
Der Befreiungsschlag war bitter nötig: Im vergangenen Monat hatte Rivian schwache Quartalszahlen und einen enttäuschenden Ausblick bekannt gegeben und angekündigt, seine Belegschaft um rund zehn Prozent zu reduzieren. Gene Munster von Deepwater Asset Management spekulierte daraufhin, dass Apple Rivian kaufen könnte. Tesla-CEO Elon Musk erklärte, wenn Rivian die Kosten nicht massiv senke, wäre das Unternehmen in sechs Quartalen bankrott. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens ist von einem Höchststand von 153 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 auf heute 12,4 Milliarden US-Dollar gesunken. Sie hat also noch viel Raum nach oben.
Für Erleichterung sorgte, dass Rivian zur Überraschung vieler ankündigte, seine Pläne für den Bau einer Fabrik für fünf Milliarden US-Dollar zu verschieben. Stattdessen wird das Unternehmen seine neuen Modelle in seinem bestehenden Werk herstellen, wodurch mehr als 2,25 Milliarden US-Dollar an Investitionskosten eingespart werden können.
Rivian überraschte die Investoren auch mit anderen Neuigkeiten und stellte unerwartet ein weiteres Modell vor – den kleineren und billigeren Kompakt-SUV R3 – der nach dem R2 produziert werden soll. Außerdem wurde ein leistungsstärkerer und robusterer R3X vorgestellt.
In einem X-Post am Freitag schrieb CEO Robert Scaringe, dass das Unternehmen in weniger als 24 Stunden mehr als 68.000 Reservierungen für den R2 erhalten habe, der bei 45.000 US-Dollar beginnen wird. Er fügte hinzu, dass das Unternehmen von der Reaktion auf das neue Fahrzeug "überwältigt" sei.
Tatsache ist jedoch, dass Rivian noch nie einen Gewinn erwirtschaftet hat, dass das Unternehmen noch immer mit jedem produzierten Fahrzeug Verluste macht und dass der Absatz von Elektrofahrzeugen generell langsamer wächst als von der Branche erwartet.
Nach einer langen Phase schwieriger Monate hatte Rivian einen guten Donnerstag und Freitag, am Montag bewegte sich die Aktie schon wieder seitwärts und im frühen Handel am Dienstag notiert sie 2,5 Prozent leichter. Es bleibt abzuwarten, ob es sich dabei um einen Ausrutscher oder einen Wendepunkt handelt.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion
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