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    Line Hübner  1637  0 Kommentare „Der HR fehlt es an Menschlichkeit“

    Herausforderungen und Chancen im HR-Bereich: Ein Aufruf von Line Hübner für mehr Menschlichkeit und Innovation im Personalwesen

    Während die meisten Bereiche und Tätigkeiten in Unternehmen modernisiert worden, dümpeln viele HR-Prozesse noch immer in der Wirtschaftswelt von gestern. Und dort, wo mehr Effizienz umgesetzt wird, fallen die Menschen hinten runter. Consultant Line Hübner wirbt für ein radikales Umgehen in Sachen HR und eine neue, humanere Sicht auf Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und potenzielle Talente.

    Wie machst du mit deiner Consulting-Tätigkeit die Welt ein Stück besser?

    Meine Vision ist es, die Unternehmenswelt menschlicher zu gestalten. Ich bin jemand mit einem starken Gespür für Menschen, deren Fähigkeiten und Potenzialen. Ich möchte, dass es in der Arbeitswelt nicht nur um einen Austausch von Leistung zu Geld geht. Vielmehr sollte die Zusammenarbeit von Menschen im Fokus steht und das gemeinsame Erreichen von Zielen. Die Zeiten von Fließbandarbeit, wo das Personal ersetzbar ist, sind vorbei. Das muss sich nicht nur in den Tätigkeiten, sondern auch in der Unternehmenskultur bemerkbar machen. Letztendlich helfe ich Unternehmen, ihr volles Potenzial als Arbeitgeber auszuschöpfen. Das bedeutet für sie, dass sie dem Fachkräftemangel entgegenwirken, mehr Bewerbungen generieren, ihre Fluktuation senken und letztendlich ihre Wachstumsziele erreichen. Für die Arbeitnehmer bedeutet das, eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit zu erlangen und sich am Arbeitsplatz wohl, gesehen und gehört zu fühlen.

    Was läuft gerade im HR im Dach-Raum falsch?

    Obwohl es beim HR um die Menschen geht, fehlt es HR an Menschlichkeit. HR ist die Schnittstelle zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Es sollten beide Interessen vertreten sein, doch HR wird meist als verlängertes Sprachrohr der Führungskräfte wahrgenommen. Dazu fehlt es HR an Mut und Innovationen. Kein anderer Bereich ist so wenig weitergedacht worden wie der Personalbereich. Wo im Marketing und Sales immer neue Strategien und Ansätze getestet werden, sehen im HR die Stellenanzeigen aus wie vor 50 Jahren.

    Ein weiterer Irrglaube im HR ist der Effizienzgedanke. Prozesse werden ressourcensparend gestaltet, bei der Talentsuche geht es um Masse statt Klasse. Diese Einstellung mag auf kurze Sicht Erfolge bringen. Jedoch werden die Erfolge zu einseitig betrachtet. Denn auf lange Sicht leiden die Kultur der Unternehmen und damit die Wachstumsziele darunter.

    HR ist eine sekundäre Wertschöpfungsaktivität. Das Wort sekundär setzten viele gleich mit sekundär in der Priorität. Doch genau hierin liegt der Fehler. HR stellt das Grundgerüst dar, auf dem alle anderen Aktivitäten gestützt werden können. Dieses Verständnis fehlt vielen Unternehmen, weswegen Maßnahmen im HR häufig depriorisiert werden.

    Das klingt nach vielen Baustellen in der HR-Welt, bedeutet aber auch, dass in kaum einem anderen Bereich so viel ungenutztes Potenzial steckt, wie in dem HR Bereich. Wichtig ist, dass HRler beginnen, das Potenzial zu sehen und mutig genug sind, es auszuschöpfen.

    Es gibt viele HR-Berater. Was machst du anders? Welche Philosophie verfolgst du?

    Es gibt viele HR-Berater, das stimmt. Sicherlich verfolgen einige von ihnen auch einen ähnlichen ganzheitlichen Ansatz wie meinen. Darunter gibt es weiter auch einige wenige, die, wie ich, der Generation Z angehören und das Wissen über diese Generation mit in ihre Arbeit einfließen lassen und Unternehmen somit auf die neue Generation vorbereiten.

    Was es jedoch kein zweites Mal gibt, bin ich. Ich als Persönlichkeit und Mensch. Die Kombination meiner Sichtweisen, Einstellungen, Kreativität, Ambition und Menschenkenntnis bringt kein zweiter mit.

    Ich möchte mehr Menschlichkeit in die Unternehmenswelt bringen und eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit ermöglichen. Dafür braucht es nicht den innovativsten Ansatz. Dafür benötigt es eine Person, die auf Augenhöhe kommuniziert und arbeitet, das Unternehmen und seine Mitarbeiter versteht und letztendlich und eine Vision hat, die sie in die Welt tragen möchte.

    Was hältst du von der 4-Tage Woche? Welche innovative Ansätze sind für die white collar Gesellschaft besonders hilfreich?

    Die eigentliche Frage ist, weswegen die 4-Tage-Woche eingeführt wurde und von vielen Mitarbeitern gewünscht wird. Der Grund liegt darin, dass Mitarbeiter mehr Zeit für Privates haben möchten und sich eine ausgeglichenere Work-Life-Balance wünschen. Das ist nachvollziehbar. Rund ein Drittel unserer kompletten Lebenszeit verbringen wir am Arbeitsplatz. Das ist für viele Menschen belastend, da sie ihren eigentlichen Interessen nicht nachgehen können. Sie leben somit zwei Leben: das Arbeitsleben und das Privatleben.

    Die 4-Tage-Woche führt nun dazu, dass Mitarbeiter mehr Zeit für ihr Privatleben haben, in denen sie ihren Interessen und Passionen nachgehen können.

    Die 4-Tage-Woche ist jedoch nicht in jedem Bereich problemlos umsetzbar. Insbesondere im Projektgeschäft, in dem Erreichbarkeit für den Kunden eine große Rolle spielt, stellt dies ein Hindernis dar. Die 4-Tage-Woche ist schwer realisierbar, wenn nur einige Betriebe sich hierauf umstellen und andere nicht. Außerdem gibt es Branchen, in denen so eine Umstellung es gar nicht möglich (z.B. Handwerksbranchen). Die Einführung der 4-Tage-Woche würde den Fachkräftemangel dieser Branchen damit begünstigen.

    Was demnach eigentlich im Fokus stehen sollte ist, das Arbeitsleben so attraktiv zu gestalten, dass nicht nur darauf gewartet wird, dass das Privatleben die Office-Zeiten ablöst.

    Es ist wichtig, dass die Mitarbeiter ihren persönlichen Interessen auch auf der Arbeit nachgehen können und sie mit Teamkollegen zusammenarbeiten, mit denen sie sich verstehen und identifizieren können. Die Kultur sollte daher strategisch aufgebaut und weiterentwickelt werden.

    Es ist auch wichtig, dass der Arbeitgeber die Antriebe und persönlichen Ziele der Mitarbeiter kennt, um sie dabei zu unterstützen. So können individuelle Karrierepläne erstellt werden, in dem berufliche und persönliche Meilensteine und der Support seitens des Arbeitgebers festgehalten werden.

    Zudem sollte das Thema Health weiter thematisiert werden. Durch die Einführung der 4-Tage-Woche haben die Mitarbeiter die Chance, ihrer Mentalen und physischen Gesundheit stärker nachzugehen, was ein weiterer Grund ist, dass die 4-Tage-Woche hohen Anklang findet. Unternehmen sollten Mitarbeitern aber schon während der Arbeitszeit die Möglichkeit geben, diesen Themen nachzugehen. Ein gängiger Benefit sind hier Zuschüsse zu der Fitnessstudiomitgliedschaft. Ein bisher originelles, aber sehr sinnvolles Benefit ist die Finanzierung und zur Verfügung Stellung von psychologischen Sprechstunden für Mitarbeiter.

    Und als Letztes möchte ich die Wertschätzung nennen. Wir verbringen ein Drittel unseres Lebens am Arbeitsplatz. 4-Tage-Woche hin oder her: Das ist eine lange Zeit. In dieser Zeit sollten wir ausreichend Anerkennung und Wertschätzung erhalten, um so unser Potenzial auf der Arbeit ausfalten zu können.

    Du hast dich dafür entschieden Unternehmerin zu werden – was waren hier deine Beweggründe?

    Ich habe eine Vision, die ich in die Welt tragen möchte und so noch bei keinem anderen gesehen habe. Ich möchte die Welt ein Stückchen besser gestalten und hier proaktiv meine ganz eigenen Sichtweisen und Ansätze einbringen.

    Als Unternehmerin setzt du dir die Leitplanken selber. Du hast die Möglichkeit, deine ganz eigenen kreativen und innovativen Gedanken einzubringen und mit der Welt zu teilen. Du verfolgst deinen eigenen purpose und siehst genau den impact, den du erzielst. Das treibt mich an und motiviert mich.

    Dazu möchte ich anderen Frauen zeigen, dass es sich lohnt, mutig seinen eigenen Weg zu gehen und man sich nicht davor fürchten soll, seine Träume und Visionen zu verwirklichen.

    Was sollten Unternehmen in 2024 unbedingt beachten, um Top-Talents anzuziehen?

    Drei Dinge sind hier besonders wichtig:

    Erstens: Du kannst noch so ein toller Arbeitgeber sein. Wenn du nicht sichtbar bist, werden dir nahezu alle Top-Talente entgehen. Arbeite also an deiner digitalen Sichtbarkeit. Nutze Social-Media-Kanäle, baue eine starke Karriereseite auf, zeige Präsenz! Und sei mutig! Hebe dich von anderen Arbeitgebern ab und mache diese Differenzierung sichtbar. Letztendlich geht es nicht nur darum, dass du zum Unternehmen passende Talente anziehst. Es ist wichtig, dass das Unternehmen auch zu den Talenten passt. Um das Beurteilen zu können und die Qualität der Bewerbungen zu erhöhen, müssen die Talente wissen, wenn eure Arbeitgeberidentität ausmacht.

    Zweitens: Bevor du dich als attraktiver Arbeitgeber positioniert, sorge dafür, auch wirklich ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Überlege dir, welche Persona deine Traum-Kandidaten haben und durch welche Touchpoints und mit welchen Benefits du diese Zielgruppe erreichst. Du musst nicht “everybodies darling” sein. Wichtig ist, dass du attraktiv für deine Zielgruppe bist und weißt, wer deine Zielgruppe ist.

    Drittens: Sei kreativ und innovativ, was den Bewerbungsprozess und den Erstkontakt angeht. Denke den Prozess aus einer “cadidate-first” Perspektive. Antwortest du gerne auf Sales-Massennachrichten? Kandidaten werden Recruiting-Massennachrichten Nachrichten ebenfalls ignorieren. Finde Wege, bei denen du dich bereits ab dem Erstkontakt von anderen Arbeitgebern abhebst.





    Seyit Binbir
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    Seyit Binbir ist Börsenexperte und Wegbereiter vieler Unternehmen im digitalen Sektor. Seine Erfahrungen und Analysen veröffentlicht er als Redakteur in verschiedenen Börsenpublikationen, damit auch andere von seiner Leidenschaft für Aktien profitieren.
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    Verfasst von Seyit Binbir
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