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     153  0 Kommentare Kosovo schließt serbische Bankfilialen im nördlichen Landesteil

    Für Sie zusammengefasst
    • Kosovarische Behörden schließen Bankfilialen aus Serbien im Norden des Landes.
    • Kosovo betrachtet Tätigkeit als illegal, stellt Millionen Euro sicher.
    • Serbien verurteilt Schließung als "Akt der Grausamkeit", USA kritisieren Aktion.

    PRISTINA (dpa-AFX) - Kosovarische Behörden haben im Norden des Landes sechs Bankfilialen von Geldinstituten aus dem Nachbarland Serbien geschlossen. Deren Tätigkeit betrachtet das Kosovo als illegal. Bei der von der Polizei unterstützten Aktion am Montag stellten Finanzbeamte 1,6 Millionen Euro, 74,7 Millionen serbische Dinar (636 000 Euro) sowie kleinere Beträge in anderen Währungen sicher, wie die in Pristina erscheinende Tageszeitung "Koha Ditore" am Dienstag berichtete.

    Das Kosovo, eine heute fast ausschließlich von Albanern bewohnte ehemalige serbische Provinz, hatte sich 2008 für unabhängig erklärt. Mehr als 100 Länder, darunter Deutschland, hatten diesen Schritt anerkannt. Serbien findet sich hingegen bis heute nicht damit ab und fordert das Gebiet zurück. In dem an Serbien grenzenden nördlichen Landesteil leben mehrere Zehntausend ethnische Serben.

    Die geschlossenen Bankfilialen dienten hauptsächlich dazu, Gehälter und Renten an ethnische Serben im Nord-Kosovo auszubezahlen, die sie aus Serbien beziehen. Zahlungsmittel im Kosovo ist allerdings der Euro. Die kosovarische Zentralbank hatte im Februar den Euro zum alleinigen Zahlungsmittel bestimmt und den Zahlungsverkehr in serbischen Dinar für unzulässig erklärt. Vor einer Woche lief die Übergangsfrist dafür ab.

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    Serbiens Ministerpräsident Milos Vucevic verurteilte die Schließung der Bankfilialen als "Akt der Grausamkeit", der das Überleben des serbischen Volkes im Kosovo bedrohe. Das US-Außenministerium kritisierte die Aktion in einer Stellungnahme gegenüber dem albanischen Dienst des Senders Radio Free Europe als Maßnahme, die nicht mit den internationalen Partnern des Kosovos abgestimmt gewesen sei und die Spannungen erhöhe. Die Führung in Pristina betonte wiederum, die Polizeiaktion sei von Beamten der EU-Rechtsstaatsmission Eulex und Soldaten der Nato-geführten Schutztruppe KFOR überwacht worden./str/gm/DP/jha




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