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    René Wolfram  5637  0 Kommentare
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    Aktienmarkt: Riesiger Bullenmarkt bis 2035?!

    "Wann kommt endlich der große Bärenmarkt?", fragen sich viele

    Der Aktienmarkt hält sich nach wie vor sehr stabil im Aufwärtstrend und korrigiert allenfalls minimal. Während einige von einer Überhitzung und notwendigen Korrektur sprechen, stellt sich die Frage, warum der Markt selbst bei der Aussicht, dass die Zinsen länger "hoch" bleiben praktisch nicht nach unten reagiert. Das Problem dabei ist vor allem, dass auf jeden Markt (so auch auf den Aktienmarkt) dutzende Faktoren einwirken. Börsianer machen den Fehler, sich oft ein einzelnes Thema (zum Beispiel Inflation oder Zinsen) herauszugreifen, und wundern sich dann, dass der Markt aus ihrer Sicht unlogisch reagiert. 

    Nehmen wir das Thema Zinsen. Die Grundvorstellung ist, dass hohe Zinsen eher dämpfend wirken, weil Kredite teurer werden, durch die sich Unternehmen finanzieren und der Konsum zurückgeht. Prinzipiell ist da durchaus etwas wahres dran. Doch die Rechnung geht nicht mehr auf, wenn man eine zweite Komponente mit einbezieht, wie zum Beispiel das zu erwartende Wachstum. Im Endeffekt ist es eine Rechnung von Margen. Und Tatsache ist, dass gerade in den Krisenjahren seit 2020 weniger Kredite aufgenommen wurden. Nehmen wir an, niemand, absolut niemand hätte einen Kredit. Dann könnten die Zinsen bei 3000% sein - es hätte keinerlei Auswirkung auf die Wirtschaft, den Konsum etc. Betrachten wir also nur einen Faktor, lassen aber alle anderen außer Acht, dürfen wir uns nicht wundern, dass wir uns am Ende wundern. Und selbst wenn Kredite laufen, dann gibt es da noch die Stellschraube, dass man sich achtsamer verhält, und vorübergehend gestiegene Kreditkosten gar nicht so durchschlagen, wie es manch ein Bär erwartet. 

    Wir sehen beispielsweise, dass die Überschuldung privater Haushalte seit 2020 den stärksten Rückgang der letzten 20 Jahre erfuhr. Im Gegensatz zu 2007, als die große Finanzkrise ausbrach, liegen wir 1,7 Millionen niedriger.

    Quelle: Statista.com

    Die USA erfuhren zum Beispiel 2021 den größten Wachstumsschub seit 1984. Solche Impulse setzen eine ganze Reihe von positiven Jahren (auch für den Aktienmarkt) in Gang. 

    Ein Hauptfaktor für wirtschaftliche Entwicklungen und damit auch für den Aktienmarkt ist die Demographie. Wenn viele Menschen in der Lage sind, viel zu konsumieren, dann ist dies positiv für die Wirtschaft. Und hier kommen wir in eine spannende Phase. In den USA zeigte der demographische Trend längere Zeit gen Süden, da der Anteil Best-Ager (Menschen um die 48) sank. Ab 2024 bis 2038 steigt deren Anteil wieder deutlich an, wie man in der folgenden Graphik sehen kann. Die Grafik zeigt die Geburtenrate der USA. In Klammern habe ich das zugehörige Jahr geschrieben, wenn man die Geburtenrate um 48 Jahre verschiebt. 

    Wenn Sie sich nun fragen, warum die Aktienmärkte und die Wirtschaft dann nicht seit 2006 in einer anhaltenden Krise waren, dann kommen wir zum nächsten Punkt, um den sich falsche Vorstellungen der Börsianer ranken: die Notenbank! Allgemein stellen Retail-Trader die US-Notenbank als bescheuert dar. Ich sehe das anders. Sie agierte extrem smart und stützte durch beherztes Agieren (Zinssenkungen, Anleihenkaufprogramme) genau dann, als von demographischer Seite das Schiff zu kentern drohte. Dass man nun die Zinsen wieder auf einem höheren Niveau einpendelt ist vollkommen normal und logisch. Denn nun federt die Demographie die steigenden Zinsen ab. 

    Schauen wir uns nun noch die Demographie Chinas an, dann ist dort noch viel mehr Potenzial für überraschte Börsianer. Denn dort zeigt die Demographie (Anteil Best-Ager) ab 2027 bis 2035 wieder aufwärts. 

    Wir stehen also am Beginn!!! einer Phase, in der die beiden wichtigsten Volkswirtschaften der Welt, USA und China, erstmals seit Dekaden wieder positive demographische Trends haben. Ob eine rein am Chart und dem vermeintlich fortgeschrittenen Trend des Aktienmarktes orientierte bearishe Erwartungshaltung dann angebracht ist, sei an dieser Stelle ernsthaft in Frage gestellt. Natürlich wird es auch wieder scharfe Korrekturen geben, keine Frage! Aber insgesamt darf man, basierend auf den Daten, noch eine letzte große Bullenwelle über mehr als 10 Jahre als wachrscheinlich erachten, ehe dann eine große Depression droht. Denn ab 2035/36 zeigt die Demographie auf breiter Front massiv gen Süden. Das dürfte dann auch in einem Ausmaß sein, welches sich durch die Notenbanken nicht mehr abfedern lässt. 

    Das Beste kommt noch

    Die Demographie zeigt insgesamt (nicht in Deutschland, sondern USA und China) bis 2036 gute Zeiten an, da es wieder mehr Best-Ager gibt, die als konsumstärkste Schicht innerhalb der Verbraucher gelten. Je mehr Best-Ager es gibt, desto potenziell stärker die Finanzkraft und infolge dessen auch der mögliche Konsum. 

     

     

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    René Wolfram, 1977 nahe der Finanzmetropole Frankfurt geboren, kam während seines BWL-Studiums im Jahr 1997 erstmals mit dem Börsenhandel in Berührung. Nach den ersten Schritten im Bereich Aktienhandel verlagerte sich sein Haupt-Aktionsfeld in den Bereich Derivate und Futures, die er mit einem Multimarket-Ansatz auf fundamental-systematischer Basis handelt. Inspiriert von seinem Vorbild, der Trading-Legende Larry Williams, nahm er an der offiziellen Weltmeisterschaft im Echtgeld-Trading, dem Robbins Trading Worldcup Championship teil, und belegte als erster Deutscher 2013 den dritten Platz. Neben seinem täglichen Livetrading bildete er bereits über 3.500 Trader aus, hielt Vorträge in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Italien und den USA. Auf seinem Portal www.realmoneytrader.com und auf seinem Youtube-Kanal stellt er regelmäßig Informationen und kostenlose Schulungen bereit. Seine Methoden beinhalten sowohl Daytrading, als auch Swingtrading-Strategien auf Rohstoffe, Indizes, Währungen und Anleihen.
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