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    Aktien Frankfurt  457  0 Kommentare Unerwartet robuste US-Jobdaten drücken Dax auf Tagestief

    Für Sie zusammengefasst
    • US-Arbeitsmarktbericht lässt Dax weiter abbröckeln
    • US-Wirtschaft schafft mehr Jobs als erwartet
    • Deutsche Industrie schwächelt, Immobilienwerte unter Druck

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht hat den Dax am Freitag weiter abbröckeln lassen. Am Nachmittag rutschte der Leitindex 1,09 Prozent ins Minus bei 18 18 448,62 Punkten und fiel auf ein Tagestief. Damit gelang dem Dax vor dem Wochenende keine erneute Annäherung an sein mittlerweile drei Wochen altes Rekordniveau.

    Die US-Wirtschaft hat im Mai deutlich mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Gleichzeitig legten die Stundenlöhne etwas stärker zu als gedacht. "Diese Kombination aus überwiegend robustem Arbeitsmarkt und gleichzeitig hohem Lohnwachstum könnte die US-Notenbank Fed noch länger von Zinssenkungen abhalten", kommentierte Thomas Altmann von QC Partners. Kommende Woche steht der nächste Zinsentscheid der Fed auf der Agenda, mit einer Zinssenkung rechneten die Anleger ohnehin noch nicht.

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    Der MDax mit den mittelgroßen Werten fiel vor dem Wochenende um 1,13 Prozent auf 26 721,83 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex für die Eurozone stand rund 0,9 Prozent im Minus. An den US-Börsen zeichnete sich zuletzt ein schwacher Auftakt ab, der Leitindex Dow Jones Industrial wird etwa ein halbes Prozent tiefer erwartet.

    Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte bereits am Vortag erstmals seit 2019 die Zinsen gesenkt und damit die Erwartungen am Markt erfüllt. "Das Überraschungspotenzial war gering und somit verwundert es auch nicht, dass die Anleger den - wenn auch historischen Schritt - einer Zinssenkung vor der Federal Reserve lediglich mit einem Schulterzucken quittierten", kommentierte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. Konkrete Aussagen zum weiteren Zinspfad blieben aus.

    Durchwachsene Nachrichten kamen derweil aus der deutschen Industrie: Die Gesamtproduktion ist im April leicht zurückgegangen. Bereits am Donnerstag enttäuschten die Auftragseingänge. "Ohne Neubestellungen kann die Produktion nicht zulegen, das sehen wir derzeit", schrieb Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Die Exporte legten zuletzt allerdings deutlich zu, wobei sich der deutsche Handel mit China im Mai weiterhin negativ entwickelte. Vor allem Titel aus der Autoindustrie schwächelten am Freitag, die Volkswagen Vorzugsaktien fielen auf ein Tief seit Januar.

    Unternehmensseitig stoppte außerdem Qiagen sein PCR-Testsystem Neumodx wegen der verhaltenen Nachfrage nach der Pandemie. Diese Entscheidung dürfte sich positiv auf die Profitabilität des Dax-Konzerns im laufenden Jahr auswirken. Qiagen-Aktien verloren dennoch 0,9 Prozent. Ein Händler gab zu bedenken, dass hohe Kosten für diese Restrukturierung bei Qiagen noch ein Thema werden könnten.

    Nachdem die Immobilienwerte bereits nach der Zinsentscheidung der EZB unter Druck geraten waren, setzte sich die Talfahrt weiter fort. Morgan-Stanley-Analyst Bart Gysens sieht nach der Zinssenkung zunächst kaum Chancen auf weitere Kurstreiber. Er stufte Vonovia auf "Underweight" ab und strich für LEG seine Kaufempfehlung. Vonovia verloren am Dax-Ende sieben Prozent, LEG rutschten im MDax um 5,8 Prozent ab. In der Folge ging es dort auch für Aroundtown und TAG abwärts.

    Infineon profitierte dagegen von einem positiven Analystenkommentar und stieg an der Dax-Spitze um 2,2 Prozent. Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas erhöhte ihr Kursziel für den Halbleiterkonzern auf 53 Euro und sieht damit noch mehr als 40 Prozent Kurspotenzial.

    Bei Airbus nahmen die Sorgen mit Blick auf das Auslieferungsziel zu, die Aktien sackten 2,8 Prozent ab. Der weltgrößte Flugzeugbauer hatte im Mai nur 53 Passagierjets an seine Kunden ausgeliefert. Nach fünf Monaten hat der Dax-Konzern noch nicht einmal ein Drittel seines Jahresziels von rund 800 Maschinen erreicht. Oddo-Analyst Yan Derocles sieht dieses Ziel zwar immer noch in Reichweite, die Risiken würden aber zunehmen.

    Die Aktien der DWS werden im SDax am Freitag abzüglich ordentlicher Dividende von 2,10 Euro und Sonderdividende von 4 Euro je Anteilsschein gehandelt. Deutliche Kursverluste von 16,9 Prozent bei der Tochter der Deutschen Bank sind also rein optischer Natur.

    Am Devisenmarkt fiel der Euro nach den US-Jobdaten deutlich zurück und notierte zuletzt bei 1,0829 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,0865 Dollar festgelegt.

    Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 2,59 Prozent am Vortag auf 2,64 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,29 Prozent auf 123,83 Punkte. Der Bund-Future gab zuletzt um 0,10 Prozent auf 130,53 Zähler nach./niw/jha/

    --- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---





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