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    ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss  533  0 Kommentare US-Arbeitsmarktdaten lassen Anleger kalt

    Für Sie zusammengefasst
    • US-Arbeitsmarktbericht stark, Dax wenig beeinflusst
    • US-Wirtschaft schuf mehr Jobs als erwartet
    • EZB senkte Zinsen, Börsen in Europa im Minus

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht hat den deutschen Aktienmarkt am Freitag eher wenig tangiert. Der bereits im frühen Handel schwächer tendierende Dax fiel zwar direkt nach den Daten auf sein Tagestief, erholte sich aber relativ rasch und dämmte die Verluste im späten Handel etwas ein. Letztlich verlor der Leitindex 0,51 Prozent auf 18 557,27 Punkte und verbuchte damit einen Wochengewinn von rund 0,3 Prozent. Der MDax mit den mittelgroßen Werten schloss am Freitag 0,62 Prozent tiefer bei 26 861,07 Zählern.

    Die US-Wirtschaft schuf im Mai deutlich mehr Arbeitsplätze als erwartet. Zudem beschleunigte sich das Lohnwachstum deutlich. Allerdings erhöhte sich auch die Arbeitslosenquote überraschend um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent.

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    Nach Aussage von Thomas Altmann, Analyst bei QC Partners, sendet der Arbeitsmarktbericht gemischte Signale: "Diese Kombination aus überwiegend robustem Arbeitsmarkt und gleichzeitig hohem Lohnwachstum könnte die Fed noch länger von Zinssenkungen abhalten." Sollte dieser Trend anhalten, könnten Anleger durchaus bis Dezember auf einen ersten US-Zinsschritt warten müssen, statt der bisher erwarteten Senkung im September, ergänzte der Marktexperte.
    Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte bereits am Vortag erstmals seit 2019 die Zinsen gesenkt und damit die Erwartungen am Markt erfüllt. "Das Überraschungspotenzial war gering und somit verwundert es auch nicht, dass die Anleger den - wenn auch historischen Schritt - einer Zinssenkung vor der Federal Reserve lediglich mit einem Schulterzucken quittierten", kommentierte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. Konkrete Aussagen zum weiteren Zinspfad blieben aus.

    Auch an den wichtigsten europäischen Börsen ging es zum Wochenschluss nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,35 Prozent auf 5051,31 Punkte. Der Cac 40 in Paris und der FTSE 100 in London büßten jeweils rund 0,5 Prozent ein. In den USA notierte der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss etwa 0,2 Prozent höher.

    Qiagen stoppte sein PCR-Testsystem Neumodx wegen der verhaltenen Nachfrage nach der Pandemie. Diese Entscheidung dürfte sich positiv auf die Profitabilität des Dax-Konzerns im laufenden Jahr auswirken. Qiagen-Aktien stiegen um 0,5 Prozent. Ein Händler gab aber zu bedenken, dass hohe Kosten für die Umstrukturierung bei Qiagen noch ein Thema werden könnten.

    Nachdem die Immobilienwerte bereits nach der Zinsentscheidung der EZB unter Druck geraten waren, setzte sich die Talfahrt weiter fort. Morgan-Stanley-Analyst Bart Gysens sieht nach der Zinssenkung zunächst kaum Chancen auf weitere Kurstreiber. Er stufte Vonovia auf "Underweight" ab und strich für LEG seine Kaufempfehlung. Vonovia verloren am Dax-Ende 7,2 Prozent, LEG rutschten im MDax um 5,0 Prozent ab. In der Folge ging es dort auch für Aroundtown und TAG klar abwärts.

    Die Infineon-Papiere profitierten dagegen von einem positiven Analystenkommentar und stieg an der Dax-Spitze um 3,7 Prozent. Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas erhöhte ihr Kursziel für den Halbleiterkonzern auf 53 Euro und sieht damit noch mehr als 40 Prozent Kurspotenzial.

    Bei Airbus nahmen die Sorgen mit Blick auf das Auslieferungsziel zu, die Aktien sackten um 2,2 Prozent ab. Der weltgrößte Flugzeugbauer hatte im Mai nur 53 Passagierjets an seine Kunden ausgeliefert. Nach fünf Monaten hat der Dax-Konzern noch nicht einmal ein Drittel seines Jahresziels von rund 800 Maschinen erreicht. Oddo-Analyst Yan Derocles sieht dieses Ziel zwar immer noch in Reichweite, die Risiken würden aber zunehmen.

    Die Aktien der DWS werden im SDax am Freitag abzüglich ordentlicher Dividende von 2,10 Euro und Sonderdividende von 4 Euro je Anteilsschein gehandelt. Der Kursverlust von 16 Prozent bei der Tochter der Deutschen Bank war also großteils optischer Natur.

    Am Devisenmarkt fiel der Euro nach den US-Jobdaten deutlich zurück und notierte zuletzt bei 1,0804 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0898 Dollar festgelegt.

    Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 2,59 Prozent am Vortag auf 2,64 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,29 Prozent auf 123,83 Punkte. Der Bund-Future gab zuletzt um 0,10 Prozent auf 130,53 Zähler nach./edh/ngu

    --- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---





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