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    Wann geht die Rallye weiter?  92757  3 Kommentare Bitcoin: Darum bricht der Kurs (noch) nicht nach oben aus

    Isoliert betrachtet sehen die Zuflüsse der letzten Wochen in die Bitcoin-Spot-ETFs fantastisch aus. Warum der Kurs noch nicht an Fahrt aufnimmt, analysiert unser Gastautor und Kryptoexperte Alexander Mayer.

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    Nach einer schwächeren Phase seit dem Erreichen des neuen Bitcoin-Allzeithochs im März fließen seit ein paar Wochen wieder täglich dreistellige Millionen-Beträge in die ETF-Märkte. Dennoch bleibt der Bitcoin-Kurs in einer Seitwärts-Range gefangen, die ihn unter der Marke von 71.500 US-Dollar hält.
     

    Während das kurzfristige Momentum durch den Verlust des exponentiellen 21-Tage-Trends zuletzt wieder verloren gegangen ist, konnte der 50-Tage-Trend im gestrigen Handel als charttechnische Unterstützung bestätigt werden und der Kurs arbeitet daran, die Marke von 67.000 Dollar als langfristige Unterstützung zu etablieren.

    Warum steigt der Kurs trotz der starken ETF-Zuflüsse nicht?

    Das Bild wird klarer, wenn man zum isolierten Bild der Kapitalzuflüsse in die Spot-Märkte ebenfalls einen Blick auf die Futures-Märkte wirft. Die Bitcoin-Spot-ETFs existieren erst seit einigen Monaten, doch Bitcoin-Futures an der Chicago Mercantile Exchange (CME) gibt es bereits seit Jahren. Nun, da institutionelle Investoren Zugang zu beiden Märkten haben, hat sich eine neue Trading-Möglichkeit eröffnet, die es bei jedem Asset gibt, das groß genug ist: der Cash and Carry Trade.

    Der Cash and Carry Trade ist eine Strategie, bei der Preisunterschiede zwischen den Spot- und den Futures-Märkten ausgenutzt werden können, indem eine risikoneutrale Position in beiden Märkten aufgebaut wird und lediglich das Premium auf die Futures-Kontrakte "eingesammelt" wird.

    Futures sind Finanzkontrakte, die den Kauf oder Verkauf eines Vermögenswertes zu einem bestimmten Termin in der Zukunft zu einem festgelegten Preis ermöglichen. Ursprünglich waren Futures vor allem als Werkzeuge für Wirtschaftsteilnehmer gedacht, die mit Rohstoffen arbeiten und Planungssicherheit haben möchten. Rohstoffe wie Öl, Nahrung, Baumaterialien und so weiter haben oft Lagerkosten, andere Haltungskosten und unterliegen einem Preisschwankungsrisiko. Mit Futures kann man diese Risiken minimieren. Mittlerweile funktionieren Futures jedoch größtenteils so, dass der zugrundeliegende Rohstoff bei Vertragsschluss nicht mehr geliefert werden muss, sondern lediglich die Preisdifferenz finanziell abgewickelt wird. Das ermöglicht rein spekulative Finanzaktivitäten wie unter anderem den Cash and Carry Trade.

    Bei Bitcoin sieht es derzeit so aus, dass ein saftiges Premium auf Bitcoin-Futures-Kontrakte gezahlt werden muss, wenn man auf steigende Kurse wetten möchte. Für einen Futures-Kontrakt muss man also deutlich mehr zahlen als den Spot-Preis für Bitcoin. Das liegt an der großen Nachfrage, der Volatilität und dem damit einhergehenden Risiko. Für 6-monatige Futures liegt das Premium derzeit bei ungefähr 6 Prozent.

    Spekulanten zahlen dieses Premium gerne, da Futures nur eine anfängliche Sicherheitsleistung erfordern, bekannt als Margin, die oft nur einen Bruchteil des gesamten Kontraktwerts beträgt. Dies ermöglicht es den Tradern, Positionen mit Hebelwirkung einzugehen, was potenziell höhere Gewinne (aber natürlich auch Verluste) ermöglicht.

    Die Daten zeigen: Institutionelle spielen derzeit den Cash and Carry Trade

    Große institutionelle Spieler nutzen die derzeitige Marktlage momentan über den Cash and Carry Trade aus und sammeln das Premium dadurch ein. Die Strategie ist aufgrund der „Doppel-Position“ im Markt so gut wie risikofrei und wirft momentan sogar bessere Renditen ab als kurzlaufende Staatsanleihen.

    Es werden Spot-Positionen über die ETFs am Markt gekauft, gleichzeitig werden Short-Positionen an den Futures-Märkten eingegangen und die Futures-Position wird bis zum Ablauf gehalten. Egal, wie der Kurs sich entwickelt, der Trade bleibt risikoneutral, da die Positionen sich gegenseitig ausgleichen. Es geht dabei nur im das Premium, dass derzeit von Spekulanten dafür gezahlt wird, gehebelt in Bitcoin Long zu gehen.

    Ein Blick auf die Marktdaten zeigt, dass die derzeitigen ETF-Zuflüsse scheinbar wirklich größtenteils die Long-Position innerhalb des Cash and Carry Trades einnehmen, da gleichzeitig die eingegangenen Futures-Positionen an der CME auf sehr ähnlichem Niveau gestiegen sind. Die CME hat eine hohe Mindestgröße für Futures-Positionen und wird größtenteils von institutionellen Spielern genutzt.

    Das Balkendiagramm im abgebildeten Chart zeigt die ETF-Zuflüsse (und die Abflüsse von Grayscale). Die blaue Linie zeigt die tägliche Veränderung an Futures-Kontrakten an der CME. Während die Zuflüsse von Januar bis April eine Netto-Nachfrage dargestellt und den Preis entsprechend nach oben gejagt haben, waren die Zuflüsse seit Mitte Mai (zu einem großen Teil) scheinbar strategischer Natur und liegen gleichauf mit den Futures-Entwicklungen.

    Wie geht es weiter?

    Nicht alle Zuflüsse in die ETFs sind Teil des Cash and Carry Trades. Die fundamentale Nachfrage nach Bitcoin von Seiten der Wallstreet bleibt weiterhin stark und die zweite große Welle an Kapital wird kommen, da sind sich die meisten Experten weiterhin einig und das zeigen auch die Aussagen und Balancesheet-Veröffentlichungen großer institutioneller Spieler.

    Mit der zunehmenden Institutionalisierung geht jedoch auch einher, dass die großen Spieler in das finanzielle Casino des Derivate-Marktes auch bei Bitcoin einsteigen und die Preisentwicklung dadurch beeinflussen.

    Auf fundamentaler Ebene sieht es jedoch weiterhin sehr bullisch aus für die Kryptowährung. Der politische Wind in den USA hat sich in den letzten Wochen deutlich zum positiven gedreht. Die institutionelle Adaption ist da und wird ihre Wirkung nach und nach entfalten. Die Liquiditäts-Situation an den Märkten sieht ebenfalls vielversprechend aus. Bereits seit 2023 befinden wir uns im nächsten Liquiditätszyklus der Zentralbanken, viele sind bereits zu Zinssenkungen übergegangen und weitere geldpolitische Lockerung wird folgen. Auch in den USA findet bereits wieder eine Ausweitung der Geldmenge statt. All diese Faktoren sprechen für eine Fortsetzung dieses Krypto-Bullruns.

    Gastautor: Alexander Mayer, Decentralist

    Alexander Mayer ist seit 2019 als Journalist an den Finanzmärkten tätig und seit 2017 als Investor im Krypto-Sektor unterwegs. Auf seinem Blog decentralist blickt er mit einem makroökonomischen Fokus auf die Krypto-Märkte. In der neusten Video-Ausgabe von decentralist spricht er über die Gründe, warum steigende Kurse an den Aktienmärkten größtenteils eine Illusion sind und Bitcoin als eines der wenigen Assets die Geldmengenausweitung wirklich übertreffen kann.

    Sie möchten sich mit dem Thema Krypto-Investments beschäftigen, wissen aber nicht, wie Sie anfangen sollen? Alexander Mayer erklärt in seinem Anfänger-Guide, wie Sie in 5 Schritten auch als Krypto-Neuling das Maximum aus diesem Bullrun herausholen können.

     

    BTC zu USD wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,68 % und einem Kurs von 67.283$ auf CryptoCompare Index (13. Juni 2024, 11:48 Uhr) gehandelt.



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    Wann geht die Rallye weiter? Bitcoin: Darum bricht der Kurs (noch) nicht nach oben aus Isoliert betrachtet sehen die Zuflüsse der letzten Wochen in die Bitcoin-Spot-ETFs fantastisch aus. Dennoch bleibt der Bitcoin-Kurs in einer Seitwärts-Range gefangen, die ihn unter der Marke von 71.500 US-Dollar hält.

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    Kommentare

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    13.06.24 20:52:22
    Zitat von schlafmuetze29: aber hat es jemals schon mal ein Schneeballsystem gegeben, das so lange am Leben gehalten wurde, wie BTC? Mir fällt keines ein


    Bedeutet im Umkehrschluss, dass nur die außergewöhnlich lange Laufzeit des Schneeballsystems der digitalen Codes ("Bitcoin") den gehandelten Kurs so weit über die Null US-Dollar heben konnte.

    Wenn ich 100 Jahre alst bin ("So Gott will ...... " :laugh: ) wird der Bitcoin ganz sicher in die Reihe der Tulpen Manie eingeordnet sein, und die Digital Codes haben sich in Luft aufgelöst ... :D
    Avatar
    13.06.24 20:11:53
    aber hat es jemals schon mal ein Schneeballsystem gegeben, das so lange am Leben gehalten wurde, wie BTC? Mir fällt keines ein
    Avatar
    13.06.24 20:04:50
    Mich stört ein bischen diese Eindimensionalität.

    Immer sprechen Profis davon, wann und warum es mit "Bitcoin" nach oben gehen soll.

    Aber die Frage ist doch viel mehr, wann findet sich in der Kette dieses Schneeballsystems / Ponzi Sheme / legaler Betrug kein neuer Käufer mehr, der dem vorherigen für "Nichts" noch mehr Fiat-Geld bezahlen möchte?!

    An dem Punkt ist noch JEDES Schneeballsystem irgendwann zusammengebrochen.

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