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    Smart Investor  6821  0 Kommentare MBB, Indus, Mutares: Beteiligungsgesellschaften im Aufwind

    Trotz schwieriger Bedingungen zeigen große Beteiligungsgesellschaften wie Mutares und Indus beeindruckende Leistungen. Auch MBB überzeugt mit positivem Ausblick, Aurelius hingegen verabschiedet sich von der Börse.

    Für Sie zusammengefasst

    Die großen hiesigen Beteiligungsgesellschaften haben sich in einem herausfordernden Umfeld wacker geschlagen. Deren Ausblick dominiert die Hoffnung auf bessere Zeiten. Auch umfangreiche Aktienrückkäufe erwiesen sich hier als Kursstütze.

    Der Rekordperformer
    Mutares-Aktionäre dürften mit der Entwicklung ihres Investments mehr als zufrieden sein: Mit einem Kursplus von über 65 Prozent bleibt die Aktie der Münchner Private-Equity-Holding ein klarer Outperformer. Die Entwicklung erscheint fundamental unterlegt. So war der Spezialist für Umbruchsituationen und Restrukturierungen auch im Jahr 2023 äußerst aktiv: Neben insgesamt 16 Übernahmen vermeldete man sieben Verkäufe.

    Mit dem Verkauf des Spezialstahl- und Legierungsspezialisten Special Melted Products gelang der bislang erfolgreichste Exit der Firmenhistorie. Für die Holding war damit ein Liquiditätszufluss von ca. 150 Mio. EUR verbunden. Auch deshalb entschied der Vorstand, die Mindestdividende auf 2,00 EUR zu verdoppeln. Inklusive eines Bonus soll der Hauptversammlung die Ausschüttung von 2,25 EUR (Vj.: 1,75 EUR) vorgeschlagen werden. Der um 40 Prozent höhere Jahresüberschuss speist sich aber nicht nur aus Deals, sondern auch aus Beratungsleistungen der Sanierungsexperten.

    Zu Beginn des neuen Geschäftsjahres schloss man den Verkauf des Lebensmittellogistikers Frigoscandia an DACHSER ab. Die Transaktion wird einen erheblichen Beitrag zum geplanten Holdingergebnis (108 Mio. bis 132 Mio. EUR) in diesem Jahr leisten. Dass Mutares seit Dezember auch im Nebenwerteindex SDAX enthalten ist, dürfte der Aktie ebenfalls Auftrieb verliehen haben.

    Comeback des Mittelstands
    Im SDAX ist die INDUS Holding bereits seit vielen Jahren zu finden. 2022 entschloss sich der Vorstand, aus dem verlustreichen Automotive-Geschäft auszusteigen. Die Beteiligungen der Fahrzeugtechnik wurden seitdem unter "aufgegebene Geschäftsbereiche" geführt. Im vergangenen Geschäftsjahr erfolgte dann der Verkauf der restlichen Verlustbringer.

    Optimistisch blickt Indus-Chef Dr. Johannes Schmidt auf die weitere Entwicklung. Trotz konjunktureller Risiken peilt die Industrieholding für 2024 leichte Zuwächse bei Umsatz (auf 1,85 Mrd. bis 1,95 Mrd. EUR) und EBIT (auf bis zu 165 Mio. EUR) an. Höhere Gewinne werden dabei auch für das zum Teil von der Bauindustrie abhängige Segment "Infrastructure" in Aussicht gestellt. Bei Zukäufen, für die 70 Mio. EUR eingeplant sind, liegt der Fokus auf Wachstumsbranchen wie Infrastruktur und Automation.

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    In diesen Bereich fällt auch die Übernahme des Berliner Tech-Unternehmens Gestalt Robotics, welches eine KI-basierte Automatisierungslösung für industrielle Anwendungen entwickelt hat. Da vergangenes Jahr gleichzeitig ein Free Cashflow in Höhe von fast 200 Mio. EUR erwirtschaftet wurde, soll auch die Dividende auf 1,20 EUR (Vj.: 0,80 EUR) kräftig steigen. In der Folge konnte sich die Indus-Aktie deutlich von ihren Tiefs aus dem letzten Herbst erholen.

    Auch der Kurs der MBB-Aktie machte zuletzt Boden gut. Diese Entwicklung reflektiert den optimistischen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Demnach erwartet der Vorstand eine Umsatzausweitung auf über 1 Mrd. EUR (Vj.: 955 Mio. EUR) sowie eine steigende EBITDA-Marge von 10 Prozent (Vj.: 8,4 Prozent). Der Fokus von MBB liegt auf mittelständischen Hidden Champions. So hält man Aktienpakete an Aumann und am Energiein-frastrukturdienstleister FRIEDRICH VORWERK.

    Die 2023 zum Teil recht niedrigen Kursniveaus bei beiden Unternehmen nutzte MBB, um weitere Anteile im zweistelligen Millionenbereich zuzukaufen. Zu Jahresbeginn folgte dann noch ein öffentliches Rückkaufangebot. Die eigenen Aktionäre konnten ihre MBB-Aktien zu einem Preis von 96,00 EUR andienen. Das auf 10 Prozent des Grundkapitals begrenzte Angebot wurde allerdings nicht ausgeschöpft.

    Angesichts einer Nettoliquidität von über 300 Mio. EUR kann sich MBB solche Programme weiterhin leisten, zumal man damit eine klare Unterbewertung gegenüber der Börse signalisiert. Wie der Vorstand bereits durchblicken ließ, möchte man 2024 endlich wieder Zukäufe tätigen und damit die gesunkenen Bewertungsniveaus nutzen.

    Kleinaktionäre unerwünscht
    Bislang war Aurelius immer Teil unserer Beiträge über den Beteiligungssektor. Der Sanierer gehörte schließlich zu den einflussreichsten Playern in diesem Segment. Mit dem 29.12.2023 "verabschiedete" sich Aurelius aber ganz offiziell von der Börse. Seinerzeit endete die Notiz im Freiverkehr der Börse München.

    Wie bei so vielen delisteten Titeln findet aber noch an der Börse Hamburg ein durchaus reger Handel statt. Schon die Ankündigung, man wolle den m:access verlassen, löste einen Kurseinbruch aus. Aktionäre konnten den Eindruck gewinnen, nicht mehr wirklich willkommen zu sein. Dass die letzte Hauptversammlung beschloss, nur noch eine Mindestdividende von 0,05 EUR auszuschütten, dürfte viele ebenfalls verärgert haben. Im Januar unterbreitete Aurelius…

    Autor: Marcus Wessel

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