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    Chartanalyse  5661  0 Kommentare DAX am Abgrund: Gelingt die Rettung?

    Der deutsche Leitindex DAX hat sich am Freitag gerade so bei 18.000 Punkten behaupten können. Genügt das für einen Rebound oder kommen die Kurse jetzt erst so richtig ins Rutschen?

    Für Sie zusammengefasst

    "Sell the news" nach erster Zinssenkung

    Nach dem Leitzinsentscheid der EZB sowie der Wahl zum Europaparlament, die der Europäischen Union in Form vorgezogener Neuwahlen zur französischen Nationalversammlung eine weitere Wahl bescheren wird, ist der deutsche Leitindex DAX unter Druck geraten.

    Einerseits ist mit der inzwischen eingeleiteten Zinswende der Trumpf 'Zinssenkungen' ausgespielt. Bislang entpuppte sich der jüngste Leitzinsentscheid als "Sell the News"-Event. Andererseits haben die Befürchtungen um einen Wahlsieg des extrem rechten Rassemblement National vor allem französische Staatsanleihen, damit aber auch den Euro, in Unsicherheit versetzt.

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    Abverkauf hat an Fahrt genommen

    In den vergangenen zwei Handelstagen beschleunigte sich der Abverkauf des DAX deutlich. Vor dem Wochenende konnten die Käufer nur mit großer Mühe die psychologisch wichtige Marke von 18.000 Punkten verteidigen.

    Genügt das bereits für einen Rebound oder ist der technische Schaden im Chartbild des wichtigsten deutschen Börsenbarometers bereits zu groß, um einen noch größeren Abverkauf zu verhindern?

    DAX_w_16062024.png

    Trendstärkeindikator MACD zeigt Abwärtstrend an

    Der Ende Oktober eingeleitete Aufwärtstrend ist mit den in den vergangenen Wochen anhaltenden Verlusten dahin. Erstens ist die Aufwärtstrendlinie gemeinsam mit der 50-Tage-Linie unterschritten worden und zweitens ist der Trendstärkeindikator MACD unter die Nulllinie gerutscht, was den Wechsel in einen Abwärtstrend anzeigt.

    Verliefen die Gewinnmitnahmen im DAX bislang geordnet – zu erkennen anhand des Abwärtstrendkanals – ist dieser am Freitag unterschritten worden, was auf eine Beschleunigung des Momentums zur Unterseite hindeutet.

    Angesichts moderater Werte für den Relative-Stärke-Index (RSI) besteht hierfür viel Platz: Auf Tagesbasis liegt der RSI bei 38, auf Wochenbasis bei 55 Zählern. Bis hier überverkaufte Niveaus erreicht sind, kann der DAX ganz erhebliche Verluste verzeichnen.

    Kurzfristiger Rebound möglich, aber nicht erforderlich

    Nichtsdestotrotz dürften die Käufer bei 18.000 Punkten nicht kampflos aufgeben, sodass ein Rebound bis zur 50-Tage-Linie bei 18.344 Punkten einzuplanen ist. Für diese These spricht, dass der DAX nach dem Kursrutsch am Donnerstag und Freitag auf kurzfristigen Zeitebenen überverkauft ist.

    Sollte der deutsche Leitindex also nicht bereits am Montag wieder unter Druck geraten, ist erst nach einer kurzen Zwischenerholung wieder mit fallenden Kursen zu rechnen. Für solche spricht auf mittlere Sicht auch die ausgeprägte bearishe Divergenz in der technischen Indikation:

    Sowohl der RSI als auch der MACD tendieren bereits seit einiger Zeit gegen den Trend des DAX nach unten. Solche divergenten Entwicklungen sind in aller Regel mittelfristige Trendwendesignale. Da diese im MACD bereits seit Monaten Bestand hat, ist die Wahrscheinlichkeit einer solchen vor dem Hintergrund der Top-Bildung der vergangenen Tage hoch.

    DAX_d_16062024.png

    Technische Verschlechterung auch im Wochenchart

    Auch im Wochenchart haben sich erste Divergenzen gebildet. Für fallende Kurse in den kommenden Wochen spricht aber insbesondere die Tatsache, dass der MACD hier unter die (rote) Signallinie gefallen ist. Zwar liegt der Trendstärkeindikator noch bequem im Plus und zeigt damit einen übergeordneten Aufwärtstrend des DAX an.

    Notierungen unter der Signallinie bedeuten in aller Regel aber einen Momentumverlust, der sich mindestens durch ein zähes Kursgeschehen auszeichnet. Nach dem im Tageschart angezeigten Wechsel in einen kurzfristigen Abwärtstrend dürften sich die DAX-Kurse also auch übergeordnet zunächst nach unten entwickeln.

    Diese Kursziele zur Unterseite gilt es zu beachten

    An Kurszielen ist aus dem Wochenchart die Marke von 17.000 Punkten abzuleiten. Hier liegt neben der durch das Dezember-Hoch gebildeten Horizontalunterstützung auch die 200-Tage-Linie. Sollte auch diese unterschritten werden, sind die nächsten Abwärtsziele 16.400 und 16.000 Punkte.

    Aus dem Tageschart lässt sich mit 17.700 Punkten eine weitere Unterstützung ableiten. Daraus ergeben sich für den DAX-Verlauf in den kommenden Tagen und Wochen zwei wahrscheinliche Szenarien.

    Fazit: Zwischenerholungen zum Ausstieg nutzen!

    Erstens könnte sich der im Stundenchart überverkaufte DAX am Montag und Dienstag in Richtung 50-Tage-Linie erholen, ehe er hier abprallt und schließlich nachhaltig unter 18.000 Punkten rutscht. Oder zweitens der DAX fällt direkt bis 17.700 Punkte und erholt sich dann bis 18.000 Punkte, um diese Marke schließlich als neuen Widerstand zu etablieren und seine Verlustserie fortzusetzen.

    Auch eine Kombination der beiden Fälle ist denkbar, sodass Anleger aktuell gut beraten sind, höhere Notierungen zum Ausstieg beziehungsweise für Gewinnmitnahmen zu nutzen – denn das Chartbild hat sich zuletzt klar zum Nachteil steigender Kurse entwickelt.

    Mit Entspannung wäre erst wieder für Kurse oberhalb von 18.600 Punkten zu rechnen: Hier wäre einerseits die Aufwärtstrendlinie der vergangenen Monate zurückerobert und zweitens auch der jüngste Abwärtstrendkanal nach oben verlassen.

    Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

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    Verfasst vonMax Gross
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